Fiji Day

Suva, Dienstag 13. Oktober 2020, 22:00 Uhr

Am Samstag war Fiji Day, oder besser gesagt Fidschis 50. Jubiläum der Unabhängigkeit von Großbritannien. Zuvor war Fidschi wie fast alle Inseln des Südpazifiks britische Kolonie. Dieser Tag wurde natürlich groß gefeiert. Meines Erachtens aber nicht groß genug. Der nämliche Samstag der 10. Oktober war enttäuschenderweise in der Stadt normaler Einkaufssamstag. Die Leute waren zwar etwas kostümiert und die Geschäft nett dekoriert aber es war eben kein arbeitsfreier Tag der die Leute dazu verleitete an den Feierlichkeiten teilzunehmen.

Die Zeremonie verlief am Stadtrand im Albertpark. Dort wo vor 50 Jahren Prinz Charles in Vertretung der Königin an der feierlichen Fahnenübergabe teilnahm. Damals war er noch ein ziemlicher Jungspund, wie ihr auf dem Foto sehen könnt. Es gab natürlich auch ein Militär- und Polizeiparade mit Ansprachen vom Präsidenten und dem Bundeskanzler. Viele Länder schickten Grußbotschaften. Die Notenbank legte zur Feier des Tages eine neue 50 Fidschidollar Banknote und neue, bunt lackierte 50 Cent Münzen auf.

Im Museumspark gleich daneben gab es eine Markt mit Essen und dem üblichen Kunsthandwerk und auch eine Konzert bei dem diverse lokale Gruppen aufspielen durften. Und es wäre nicht Fiji wenn nicht die Leute fröhlich zu einheimischer Musik tanzen würden. Dies setzte sich auch noch am Sonntag fort. Was tat ich? Ich gaffte, lauschte, fotografierte für euch und aß auch dort.

Tauchen in Savusavu

Suva, Mittwoch 30. September 2020, 22:00 Uhr

In meinem letzten Blogeintrag habe ich euch von meinem Aufenthalt in der Stadt Savusavu auf der Nachbarinsel Vanua Levu berichtet und geschrieben, dass ich euch eine Schilderung meiner beiden Tauchgänge dort ersparen werde, da sie eigentlich recht unspektakulär waren. Das stimmt zwar, jedoch hat mich die Tauchbasis gebeten ihnen meine Fotos zu schicken, da sie diese eventuell auf ihrer Homepage veröffentlichen wollten. Insbesondere ein kleiner Schaukelfisch (frogfish) hat es ihnen angetan. Zwar kennen sie diese häufig auf den Philipinen anzutreffende Art, jedoch konnten sie noch keinen Vertreter davon in hiesigen Gewässern sehen. Mein Tauchguide (den ihr auf einem Foto sehen könnt) hat einen solchen Freudenschrei beim Anblick unter Wasser ausgestoßen, dass ich diesen gut hören konnte.

Also habe ich meine Fotos an die Tauchbasis gesendet und bemerkt, dass einige davon wirklich gut gelungen sind. Auch unspektakuläre Tauchgänge können offenbar schöne Fotos hervorbringen. Also möchte ich diese auch mit euch teilen. Zudem stelle ich auch drei Videos hier ein. Eines von Sandaalen (bitte unbedingt auf das Doppel-A im Namen achten) auf dem schön zu erkennen ist, wie sich diese synchron bei Annährung in den Sand zurückziehen. Ein weiteres von Weichkorallen mit dem Namen „Magic coral“ die sich bei Berührung nicht nur weiß verfärben sondern vor allem die Ausbreitung der Farbänderung über das ganze Tier (ja, Korallen gehören zu den Tieren und nicht zu den Pflanzen) ist ein Genuss. Und eine wunderschöne Nacktschnecke ist auch zu sehen. Der Rest spricht für sich selbst und ich erspare euch mein Gelabere.

Savusavu

Suva, Samstag 12. September 2020, 20:00 Uhr

auf nach Vanua Levu

Da in den USA Montag der 7. September Labor Day war, hatte die gesamte Belegschaft des IWF frei. Auch wir auf den Fidschis. Und oben drauf gab man uns auch noch Freitag frei. Diese lange Wochenende muss man natürlich für ein Abenteuer nutzen und schließlich muss ich euch ja wieder Interessantes berichten, sonst verliere ich euch ja als Publikum.

Da ich gehört habe, dass auf der Nachbarinsel Vanua Levu (der zweitgrößten Insel der Fidschis) vor der Hauptstadt Savusavu eine ortsansässig Schule von Hammerhaien gelegentlich besucht werden kann, habe ich mein Tauchausrüstung geschnappt und mich zum Flughafen begeben. Neben dem Gepäck musst auch ich auf die Waage. Mit einem wirklich sehr kleinen Flugzeug ging es durch die Lüfte. Nach einem angenehmen Flug von 30 Minuten landeten wir in Savusavu. Den Flughafen kann man sich als kleine Bretterbude vorstellen und das Gepäck wird ohne Förderband ausgehändigt. So mag ich es. Das ist ungewöhnlich und eher einem Abenteuer entsprechend.

Von Savusavu hört man öfters und ein fröhliches Fidschilied (siehe Video, oder besser gesagt höre Video) gibt es auch davon. Auch das hat mich gereizt.

Ich stieg in ein Taxi und sagte dem Taxifahrer, dass ich zum Naveria Hights Hotel möchte. Er meinte, das sei gut und schön aber dorthin könne er mich nicht bringen. Auf meine Frage was ihn daran hindere meinte er, dass er dort mit seinem Wagen nicht hinauf könne. Man braucht hierfür einen Wagen mit viel Bodenfreiheit und Allradantrieb. Ich fragte ihn ob es Sinn mache, dass er mich zumindest so nah ran wie möglich bringt und ich den Rest zu Fuß bewältige. Er meinte das sei möglich.

Es war ein sehr kleines, aber gemütlich Hotel mit toller Aussicht. Da ich aber kein Hotelsitzer bin sondern gerne die Gegend erkunde, musste ich zweimal am Tag rauf und runter (Nachts übrigens nur mit Taschenlampe oder Handylicht möglich). Aber das hält fit. Man aber könnte auch das hoteleigene Allradtaxi rufen lassen, was ich aber nicht getan habe.

Es ging dann vom Flughafen durch die „Stadt“ Savusavu und weiter zum Fuße der Hotelauffahrt. Alles in 10 Minuten, sehr überschaubar. Selbst zu Fuß war der Aufstieg eine Herausforderung, obwohl ich recht fit bin. Mich wunderte, dass da ein Allradauto hinaufkommen soll. Ich bin aber später dahinter gekommen, dass es noch einen anderen längeren Weg zum Hotel gibt. Aber auch nur für Allrader, wenngleich ein bisschen (aber wirklich nur ein bisschen) weniger steil. Interessant, dass beim Aufstieg am Wegesrand, wie bei uns die Walderdbeeren, Ananas wachsen.

Savusavu Abendidylle

Vor Einbruch der Dunkelheit stieg ich den Berg hinab um in der Stadt mein Abendessen einzunehmen. Eigentlich ein Urlaubsort für Yachtbesitzer aus Australien und Neuseeland. Zurzeit aber aufgrund der Covid-Krise ziemlich leer. Spannende kleine Geschäfte, eine nette Hafenpromenade, schöner Yachtclub mir Veranda am Meer mit gutem Abendessen. Dann noch in die winzige örtliche „Disko“ (schon wieder ein Wort in Anführungszeichen aber ich glaube ihr wisst was damit gemeint ist. Wer nicht, sehe sich einfach das Foto unten an) auf ein Gute-Nach-Bier (es gibt Fiji-Gold und Fiji-Bitter) beide recht gut (Also von wegen es gibt kein Bier auf Hawaii).

Zum Tauchplatz

Die Tauchschule holt mich am nächsten Morgen vom Fuße des Bergs ab (die kommen also auch nicht rauf, sind aber auch Taucher und keine Bergsteiger). Enttäuschung: Das mit dem Hammerhaien wird nichts. Diese sind außerhalb des Riffgürtels und schon innerhalb des Gürtels sind die Wellen beträchtlich. Das sehe ich ein (das Boot hoppelte tatsächlich von Welle zu Welle). Habe – wie meistens – den Tauchgang nur mit dem Tauchguide durchgeführt. Andere Tauchgäste gab es nämlich nicht. Der Tauchgang war nett aber unspektakulär. Somit habe ich euch keine Bilder eingestellt.

Die Dorfdisko

Tja und der Rest des Tages verlief dann ruhig. Ein kleines Nachmittagsschläfchen und später runter vom Berg und zum Essen und spazieren. Abermals ein Gute-Nacht-Bier in der „Disko“ und wieder war ich der einzige Weiße dort. Also ein kleine Attraktion.

Der Fleischhauer ihres Vertrauens

Den nächsten Tag war das Wetter auch nicht gerade großartig. Ich setzte mich nach dem Frühstück auf den Balkon und arbeitete an meinem Laptop. Der Hunger zu Mittag trieb mich wieder runter vom Berg und danach ging es wieder hinauf. Schläfchen machen, arbeiten und wieder runter zum Abendessen. Kein Gute-Nacht-Bier weil die „Disko“ am Sonntag geschlossen hat. (Die Fidschis oder generell die Länder der Südsee, sind sehr römisch katholisch und besuchen fleißig die Kirche).

Am Montagnachmittag (nachdem ich zuvor natürlich wieder unten in der Stadt zum Mittagessen war) ging es wieder zum winzigen Flughafen, auf die Waage und ins Flugzeug. Naja, hatte schon mal spannendere Abenteuer erlebt aber der Ort und die Menschen sind sehr nett . Zumindest hab ich jetzt das aus den Liedern berühmte Savusavu kennenglernt. Die Hammerhaie müssen halt warten.

Happy birthday

Suva, Donnerstag 27. August 2020, 21:00 Uhr

Ich bleibe bis auf weiteres auf den Fidschis und werde wahrscheinlich erst wieder zu Weihnachten – also nach gut einem Jahr – wieder nach Österreich kommen. Meine Versuche zu meiner Freundin nach Thailand zu gelangen sind kläglich gescheitert. Die dortige Regierung lässt gerade  mal Vögel und Insekten ins Land, und selbst diese müssen dann zuerst in Quarantäne, glaub ich. Also bleib ich weiter hier.

Eh kein so schlechter Platz um die Coronakrise auszusitzen. Ich reise nun mehr im Land herum. War auch wieder einmal 20200810_094151Tauchen im nahen kleinen Inselparadies und komme auch sonst so herum. Ich habe euch diesmal wieder ein paar schöne Schnappschüsse eingestellt, so wie zum Beispiels den legendären Zuckerrohrexpress20200806_112614 den es noch immer gibt. Es gibt zwar keine Eisenbahn für den Personentransport auf den Fidschis aber die Gleisanlagen die die britische Besatzungsmacht vor 200 Jahren errichtet oder besser gesagt verlegt hat, wird noch immer für den Transport von Zuckerrohr verwendet.

Am Sonntag lohnt es im Stadtzentrum nahe am Ufer zu flanieren, da fast immer fröhliche Outdoor-Feste stattfinden. 20200822_155209Was noch? Ach ja, mein einzig verbliebener Kollege aus Südafrika hat sich ein gebrauchtes Motorrad zugelegt und ich durfte auch 20200816_162119schon mal eine Runde drehen. Auch von dem Motorrad gibt es ein Foto, aber nicht mit mir.

Um dieses Jahr eine allzu große Geburtstagsfeier zu vermeiden, habe ich beschlossen diesmal in ganz kleinem Kreis zu 20200826_000721Feiern. Also wirklich in ganz kleinem Kreis. Nur mit mir und einer Torte. Also kleiner ginge es nur wenn nicht einmal i20200822_132442ch zu Party erscheinen würde. Ganz so einsam und bemitleidenswert wie ihr euch das vorstellt war es dann aber doch nicht, da ich einige Videoanrufe von netten Freuden hatte.

 

Kleine Obst- und Gemüsekunde

Suva, Montag 27. Juli 2020, 22:00 Uhr

Adoptionswunsch

Nun bin ich schon rund 200 Tage hier auf der größten Insel der Fidschis, Viti Levu, gefangen und immer gibt es noch Interessantes zu berichten. Diesmal ist wieder einmal der Markt dran. In einem meiner ersten Blogbeiträge, den ich kurz nach meiner Ankunft hier im Jahr 2018 geschrieben habe, habe ich euch bereits über das mich sehr beeindruckende Marktgeschehen berichtet. Seither habe ich ab und an ein paar Fotos von anderen Märkten gepostet. Und es wird nie langweilig. Die Leute, die Kinder, die Waren, …. man könnte stundenlang zusehen und beobachten. Ich frage mich zwar selbst was daran so interessant sein sollte, aber es ist es. Glaubt mir!

Als mich meine Tochter vor rund einem Jahr besucht hatte und feststellte, dass ich an meinen alten Obstgewohnheiten – Äpfel und Orangen – festgehalten habe, hat sie mich ordentlich gerügt. Ich solle doch lokale Produkte kaufen. Sie hat recht. Ich hab mich da mal durchgekostet. Papayas, die es hier zu jeder Jahreszeit gibt, schmecken fad, da sie keinerlei Säure beinhalten. Guaven haben zwar einen angenehmen Geschmack, sind aber eher trocken und schwierig zu essen. Bananen kenn ich schon. Mangos gibt es (leider) nur einmal im Jahr für rund 3 Wochen. Schade. Ananas gibt es immer. Sie sind hier gut, süß und billig. Ein stück rund 80 Eurocent. Meine absoluten Lieblinge sind allerdings Passionsfrüchte und Maracuja. Toller Geschmack, süß und sauer. Die kleinen Kerne muss man halt unzerkaut schlucken. 6 Stück kosten ebenfalls nur 80 Eurocent. Diese sind zwar oft, aber leider nicht immer erhältlich.

Laut Lexikon (google) sind Maracujas größer, gelb und saurer im Vergleich zur rötlichen Passionsfrucht. Stimmt aber nicht. Es gibt auch recht große, rote Passionsfrüchte. Und die gelben Maracujas sind nicht notwendigerweise saurer. Die einzelnen Früchte können unterschiedlich bezüglich Säure, Süße, Saftigkeit und Größe sein aber das ist nicht artspezifisch.

Habe euch jede Menge Fotos von unterschiedlichen Obst- und Gemüsesorten eingestellt. Viele davon kenn ich mittlerweile. Manche habe ich auch gegessen aber deren Namen wieder vergessen. Bei anderen Produkten wie beispielsweise Maniok kenn ich den Namen, hab ihn aber noch nicht probiert. Habe euch die Namen nicht dazu geschrieben, sodass ihr ein bisschen rätseln könnt.

Ein Tipp: Nicht alles ist Obst und Gemüse. Ein Bild zeigt Betelnüsse, eines Kava (wurzeln) und eines irgend eine Frucht die für medizinische Zwecke (wofür hab ich nicht gefragt) verwendet wird.

Und im Supermarkt geht es mit seltsamen importierten Tiefkühlgemüse weiter von dem ich keine einzige Art kenne. Habe auch nichts davon gekauft, da ich ja nicht weiß wie das zubereitet werden muss.

Das war’s auch schon wieder für heute. Liebe Grüße an euch alle.

Urlaub im eignen Land

Samstag, 11. Juli 2020, Suva, 21:45 Uhr

Nicht nur ihr lest aufmerksam meinen Blog sondern auch ich lese die Nachrichten aus der Heimat. Und da habe ich den Aufruf eures/unseres Bundeskanzler gelesen, mehr Urlaub in der Heimat zu machen um den österreichischen Tourismus zu unterstützen. Schließlich ist dieser ja ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Noch mehr gilt dies aber für Fidschi da über ein Drittel der Wertschöpfung im Fremdenverkehr erzielt wird. Und darunter leidet Fidschi zur Zeit sehr. Also fühlt man sich aufgerufen Abhilfe zu schaffen und der Fremdenverkehrswirtschaft durch Kurzurlaube unter die Arme zu greifen.

Die Angebote sind zur Zeit günstig und man kann daher auch luxuriösere Hotels buchen. Allerdings haben viele Luxushotels geschlossen, denn deren Klientel kommt zur Gänze aus dem Ausland und dieses Segment ist vollkommen weggebrochen. Aber dennoch finde ich immer wieder nette Zimmer. Zwar mag man überfüllte Hotels nicht aber so leer wie sie zur Zeit sind ist auch ein eigenartiges Gefühl.

Letztes Wochenende war ich Tauchen und auch das ist eine Herausforderung denn viele Tauchbasen sind geschlossen. Mit einer der wenig geöffneten habe ich einen Tauchgang gebucht. Zwar ist die Tauchbasis nur eine Autostunde von Suva entfernt, aber da ich nicht gerne früh aufstehe bin ich bereits am Vortag angereist und habe mir ein Zimmer im Pearl Hotel in Pacific Harbor gebucht. Leicht zu googeln und für diejenigen die zu faul sind habe ich ein paar Bilder eingestellt.

Die beiden Tauchgänge waren sehr schön, allerdings ist mir beim ersten Tauchgang meine geliebte gopro-Videokamera abhanden gekommen. Die treibt jetzt irgendwo in der Südsee herum. Haltet ganz einfach nach einem kleinen orangen Punkt an der Wasseroberfläche Ausschau. Ich habe sie jedenfalls trotz einer sofortigen Suchaktion nicht mehr finden können. Habe statt dessen mit meinem Unterwasserfotoapparat weiter geknipst. Geht auch, wenngleich ein wenig unhandlicher und die Videoqualität ist nicht ganz so gut.

Tja, das war’s schon wieder für diesmal. Aber wenigstens weiß ich schon was ich euch beim nächsten Mal schreibe.

(Ein kleiner Tip noch: Alle Bilder in meinem Blog lassen sich anklicken. Dann werden sie größer und ihr könnt bequem nach links und rechts blättern.)

Suva Sammelsurium

Suva, Sonntag 21. Juni 2020, 10:00 Uhr

In meiner Besuchsstatistik sehe ich, dass eine kleine treue Fangemeinde immer noch meine Blogseiten besucht. Daher werde ich euch zur Belohnung wieder einen Beitrag schreiben, wenngleich nichts Weltbewegendes in den letzten Wochen passiert ist. Oder vielleicht ist es ja interessant zu erfahren, dass eben nichts passiert ist, dass in Fidschi nach wie vor eine nächtliche Ausgangssperre ab 22 Uhr herrscht und weiterhin Nachtclubs, Kinos, Schwimmbäder, Fitnesstudios, … geschlossen bleiben müssen, obwohl Fidschi bereits seit 60 Tagen Covid-frei ist. Worauf die Regierung wartet ist mir schleierhaft.

Von meinem Leben gibt es nichts Neues zu berichten und die Arbeit geht, wenn auch oft in gemäßigten Tempo voran. Falls ich mal einen kleinen Durchhänger habe und mich frage was ich hier auf dieser Insel mache, so sehe ich mir einfach mein Bankkonto an und hab auch schon die Erklärung. Schlecht bekomme ich ja hier nicht gerade bezahlt.

Ich sende euch zwei Fotos von meinem heutigen Besuch auf dem Markt (immer wieder ein Erlebnis, diese Gesichter, diese Menschen, diese exotischen Produkte, …), einer duschenden Frau die ich auf einer Landpartie gesehen habe und den Schlaglöchern hier in der Stadt. Diese sind richtig gefährlich, da einige von ihnen tief und groß sind. Tempo 50 ist zwar in der Stadt erlaubt, aber das wäre zu riskant. Viele Straßen vertragen nur 20 bis 30 km/h. Zumindest mit meinem Toyota ist nicht mehr drin.

Vorige Woche bin ich außerhalb der Stadt eine leere Straße entlang gefahren und habe es abwärts ein wenig laufen lassen. Prompt wurde ich von einer Polizei mit Laserpistole gestoppt. Der Herr hat mir die 91 km/h auf der Anzeige gezeigt und 25 Fidischi Dollar Strafe verlangt. Nach einem Blick auf meinen Führerschein und die Nummerntafel, hat er bemerkt, dass ich eine Diplomatenkennzeichen habe und hat mich weiterfahren lassen. Sehr praktisch.

Vor rund einem Jahr hatte ich eine Alkoholkontrolle, ich habe brav ins Röhrchen geblasen und da ich nichts getrunken hatte war es kein Problem. Allerdings wollte ich etwas ausprobieren. Nach dem negativen Test sagte ich, dass dies ein Diplomatenfahrzeug ist und er mich gar nicht kontrollieren dürfe. Er hat sich tatsächlich bei mir entschuldigt. Beim nächsten Test ein paar Monate später habe ich den Polizisten gleich darauf aufmerksam gemacht und ich musste keinen Test machen und durfte weiterfahren. Wäre für Fr. Bierlein interessant.

Und zu Beginn meines Aufenthalts hier, musste ich auf einem gebührenpflichtigen Parkplatz nichts bezahlen. Der alte Wächter meinte: Nein, von Diplomaten verlange er nichts. Da sieht man wieder einmal die Ungerechtigkeit dieser Welt: Die die sich’s leisten könnten müssen nichts bezahlen.

Das war’s für heute wieder. Ach ja, noch was. Ich arbeite gerade ein meiner Ausreise. Ich versuche das Land so in rund einem Monat zu verlassen, da ich etwas Abwechslung brauche. Vielleicht werde ich dann für ein paar Monate von Bangkok aus arbeiten. Haltet mir die Daumen!

Wenig Neues auf den Fidschis

Suva, Mittwoch 27. Mai 2020, 22:15 Uhr

Da bin ich wieder um euch ein wenig zu berichten. Ein „wenig“ ist diesmal wortwörtlich zu verstehen, denn es gibt wirklich nicht viel Berichtenswertes.

Die allgemeine Lage hier ist unverändert. Es gibt zwar mittlerweile keinerlei Covid-Fälle mehr aber nach wie vor gilt die nächtliche Ausgangssperre ab 22 Uhr und auch Kinos, Fitnesscenter, Schwimmbäder und Nachtclubs sind weiterhin geschlossen. Also heißt es für mich weiterhin das home-gym zu betreiben um keinen Coronaspeck anzusetzen und des nächtens … naja, wenngleich ich gerne ausgehen würde war mir bislang zuhause auch noch nie langweilig. Kurzum, es geht mir nicht schlecht obgleich es momentan wieder mehr Arbeit gibt.

Die ersten Urlaubsressort öffneten bereits wieder, obwohl es noch keine international Touristen gibt. Daher bemüht man sich um diejenigen Ausländer die im Land verblieben sind. Wie eben um mich. Die Hotels locken mit günstigen Angeboten. Ich war letztes Wochenende mit Arbeitskollegen auf der Insel Leleuvia, die nur 45 Minuten mit dem Auto und weitere 45 Minuten mit dem Schnellboot entfernt liegt. Da diese Insel weniger von ausländischen Touristen, sondern eher von Angestellten internationaler Organisationen in Suva besucht wird, fällt diesem Hotel das Überleben in der Krise leichter. Von dieser Insel habe ich euch bereits mindestens einmal berichtet. Damit ihr aber nicht zurückspulen müsst, habe ich euch hier ein paar aktuelle Fotos eingestellt. Natürlich war ich auch tauchen. Leider aber nur einmal, da am nächsten Tag schlechtes Wetter war. Dafür übte ich mich im Kajakfahren und stand-up-paddling.

Von meinem Tagesablauf unter der Arbeitswoche gibt es wenig zu berichten. Das home-office ermöglicht mir keinen Wecker für den Morgen stellen zu müssen. Mein Ziel ist es dennoch kurz nach 8 Uhr aus den Federn zu kommen. Und das schaffe ich manchmal sogar (stolz). Dann mach ich mir Frühstück. Wenn mir mein home-office zu langweilig ist gehe oder fahre ich in mein normales Büro, das zur Zeit leer steht. In der Mittagspause spaziere ich dann in der Stadt herum und kaufe mir etwas zu essen. … oder gehe mit einem Kollegen auf einen Kaffee.

Neben home-office und home-gym steht Hausarbeit auf dem Programm. Wäsche waschen, trocknen, bügeln, kochen, Geschirrabwaschen … nur für’s Saubermachen habe ich einmal in der Woche eine Hilfe. Damit ihr einen Eindruck bekommt, was ich mir zum Abendessen so koche, habe ich euch ein paar Fotos hiervon eingestellt.

Hier zum Abschluss noch die Bildbeschreibung (von links oben nach rechts unten): Gebratener Mahi-Mahi und Wahoo mit Gemüse und Reis, Chilli-con-Carne, Hühnerbrust mit Trüffelspaghetti, Pae-Naeng, gebratene Hühnerleber auf Reis und deren Zubereitung im darauf folgenden Bild.

So, das war’s schon wieder für heute. Alles Liebe euch allen …. und gesund bleiben!

Fidschi frei von Covid19 und meine Wohnung

Suva, Mittwoch 13. Mai 2020, 22:45 Uhr

Naja, die Überschrift übertreibt ein wenig. Es gibt zurzeit noch 3 Fälle. 13 Personen sind bereits genesen. Niemand befand sich je in einem kritischen Zustand oder starb. Noch gab es aber keine weitere Rücknahme von Beschränkungen. Nach wie vor sind größere Versammlungen untersagt und somit Kinos, Sportveranstaltungen, Fitnessstudios geschlossen. Habe meinen Vermieter gefragt, warum es immer noch eine nächtliche Ausgangssperre ab 22 Uhr gibt. Er erklärte mir, dass durch die Krise die Leute in Armut geraten und in der Folge die Kriminaldelikte steigen würden. Das möchte man eben vermeiden.

Weniger verständlich ist hingegen warum die Polizei so hart durchgreift. Über 20 Personen wurden in den letzten 24 inhaftiert. Hauptsächlich weil sie Rugby oder Basketball gespielt haben. 8 davon sind noch minderjährige Teenager. Hier gibt es die  Zeitungsberichte.

27 arrested for breaching restrictions in 24 hours

https://fijisun.com.fj/2020/05/12/20-arrests-made-last-night-for-covid-19-breaches-all-from-southern-division/

Zudem habe ich ja versprochen in dieser Zeit, in der sich sonst recht wenig tut, euch über meine Wohnsituation zu informieren. Dazu habe ich euch ein abendliches Foto von meinem Balkon auf die Hafenbucht und eines von dem Gebäude in dem ich wohne eingestellt. Und ganz unten gibt es noch ein Video von einer Führung durch meine Wohnung.

 

 

Leben unter Covid in Fidschi

Suva, Freitag, 24. April 2020, 22:20 Uhr

Und weiter geht es mit meinem Blog. Wenngleich nicht unbedingt mit Berichten über  spannende Abenteuer, so immerhin über die Schilderung der Lage in Fidschi und wie ich mich hier so unter den Bedingungen eingeschränkter Freiheit durch den Alltag kämpfe.

Generell ist die Lage hier in Fidschi hinsichtlich der Erkrankungen recht ruhig. Bisher wurden nur 18 Fälle festgestellt, wovon 10 Personen bereits wieder genesen sind. Die Regierung beteuert in den letzten 5 Tagen 140 Tests durchgeführt zu haben, und alle fielen negativ aus. Normalerweise würde man die geringe Zahl der Erkrankungen auf geringes Testen zurückführen, aber ich denke, dass das glaubwürdig ist. Die Zahl der unentdeckten Fälle würde nach nunmehr 3 Wochen explodieren und wäre nicht zu verheimlichen.

Die Regierung beginnt auch hier die Beschränkungen langsam zu lockern. Die Sperre um das Stadtgebiet wurde aufgehoben und die Geschäfte öffneten wieder. Zubleiben müssen nur Nachtclubs, Schwimmbäder, Kinos und Fitnessstudios. 😦   und Tauchen gibt es natürlich auch nicht, da die Hotels aus Mangel an Nachfrage geschlossen haben.

Die nächtliche Ausgangssperre gilt aber nach wie vor zwischen 20 und 5 Uhr. Die Regierung würde diese wahrscheinlich am liebsten immer beibehalten. Schließlich ist man sehr katholisch und in den Dörfern vieler Länder in der Region, gibt es von den Dorfältesten angeordnete permanente nächtliche Ausgangssperren. Auch wird auf Alkoholgeruch geprüft, habe ich mir zumindest in Tonga erzählen lassen. Nur die Stadtluft macht frei. In den Dörfern herrschen hingegen zusätzliche Dorfgesetze.

Jedenfalls scheint der lock-down auch hier seine wirtschaftlichen Spuren hinterlassen zu haben. Das Video habe ich heut am frühen Nachmittag in der Stadt für euch aufgenommen. Es dürften einige Geschäfte aufgegeben haben. Wirkt irgendwie traurig.

Euch interessiert sicherlich, was ich unter solch widrigen Umständen treibe. Nun ja, arbeiten einerseits. Zwar bin ich nunmehr flexibler mit meinen Aufstehzeiten und es kann schon mal halb zehn werden bis ich mich aus meinem Bett quäle und mir mein Frühstück bereite. Das besteht meist aus Haferflocken die mit Proteinpulver angereicherter Milch verrührt werden, dazu Grüntee und danach etwas Obst (Maracuja und Ananas). Klingt spartanisch … ist es auch. Aber auch Gesund. Am Wochenende mache ich mir zum Frühstück aber schon ham & eggs.

Neben der Arbeit lerne ich Gitarre (ich glaube euch davon berichtet zu haben, dass ich mir eine gekauft habe und per Youtube Unterricht nehme) und mache durchaus Fortschritte. Auch lasse ich mich – soweit es das Wetter zulässt – an meinem Swimming Pool sonnen, fahre in die Stadt und am Markt einkaufen, gehe entweder mit meinem spanischen Kollegen laufen und mach zu Hause mit den erworbenen Hanteln mein home gym. Ich bin in Form, das könnt ihr euch das gar nicht vorstellen. Da es nun bereits seit drei Wochen kein nächtliches Fortgehen mehr gibt, ist natürlich auch mein Alkoholkonsum beträchtlich zurück gegangen. Ich bin kein Alleintrinker sondern Gesellschaftstrinker. Außer vielleicht ein Glas zum Abendessen (siehe Foto). Habe zur Zeit sicherlich die Leberwerte eines 13jährigen.

Heute gab es Gewitter und den üblichen Stromausfall. Die Fidschianer führen die Leitungen aus Sparsamkeitsgründen über Land statt sie einzugraben. Werden die Masten dann durch starken Wind wieder einmal umgeweht oder es schlägt ein Blitz in die Leitungen, dann wird#s natürlich zappenduster. Heute war es wieder einmal soweit und ich musste mit einer kleinen Lampe im Dunkeln geduschen. Beim Kochen war denn Gott-sei-Dank der Strom wieder da. Hier seht ihr was rausgekommen ist.

Generell klappt das mit dem selbst Kochen recht gut und ich greife nur selten auf take-away zurück. Was ich da so koche? Steaks mit Reis und Gemüse, Spaghetti mit Meeresfrüchten,

Grillhuhn (ok .. das nehm‘ ich mir fertig aus dem Supermarkt mit und wärme es gegebenenfalls), gebratenen Mahi-Mahi (bitte selbst googlen was das ist) mit Reis und Gemüse, … und eben das von heute … ich glaub das hat keinen Namen. Dazu trank ich einen Riesling aus Australien, denn dankenswerterweise hat mir mein australischer Kollege wegen seiner plötzlichen Flucht seinen gesamten Weinvorrat hinterlassen und dazu noch einen tiefgekühlten Lammbraten, Schrimps und Muscheln.

Im nächsten Blog mache ich mit euch wahrscheinlich einen virtuellen Rundgang durch meine Wohnung. Bis dann und bleibt gesund.