Meine neue Wohnung

Suva, Montag 5. November 2018, 16:30 EAT

So, nun habt ihr aber lange und hoffentlich geduldig auf einen neuen Blogeintrag gewartet. Der Grund war, dass sich eigentlich bis vor Kurzem wenig Berichtenswertes ereignet hat. Ich war auf einer Konferenz im Norden des Landes. In einem Hotel. Das einzig Interessante war (ok, der putzig kleine Flughafen von Suva hat viel Charme, dazu aber ein Andermal), dass ich endlich das Nationalgetränk des südpazifischen Raumes „Kava“ kennen gelernt habe. Das aus der Wurzel des Rauschpfefferstrauchs gewonnene „Getränk“ seht ihr auf dem Foto. Die Zubereitung ist nichts für Zimperliche und Hygienefanatiker. Ein echter Fidschianer gibt Wasser in eine Tanoa (das ist die Holzschüssel in der das Getränk zubereitet wird) und füllt dann ein altes, schmuddeliges Stoffsäckchen mit dem Kavapulver. Dann badet er es in dem Wasser und drückt es immer wieder mit seinen bloßen Händen aus (hat er seine Hände zuvor 20181101_215621nicht gewaschen, dann sind sie ganz sicher danach sauber). Das Ganze gibt – wie ihr auf dem Foto sehen könnt – eine schlammig graue Brühe. Dann nimmt er zwei Kokosnussschalen rührt mit der einen um und füllt dann die andere an ( und immer schön die Hände in die Brühe tunken, das ist wichtig). Reicht es einem Umsitzenden klatscht einmal in die Hände, dann trinkt man das Ganze in einem Zug und danach wird dreimal in die Hände geklatscht.

Nun seid ihr sicherlich gespannt, wie das mit dem Rausch ist. Da muss ich euch leider enttäuschen. Es wird beschrieben, dass man sediert wird. Etwas müde und eine Gefühllosigkeit im Rachenraum. Nur Letzteres stimmt. Tatsächlich fühlt sich das Mundinnere taub an. Das wars aber auch schon. Natürlich wollte ich mich damit nicht zufrieden geben und schrieb das Ausbleiben einer Wirkung der Dosierung zu. Also noch drei solche Schälchen gekippt. Wieder nichts. Nicht mal müde. Nur Taubheitsgefühl im Mund. Mehr wollte ich dann nicht trinken. Schließlich schmeckt das Ganze so wie es aussieht und ich wollte vermeiden dass mir – entweder vom Kavageschmack oder den ungewaschenen Händen – übel wird. Würde ich nur aus rituellen Gründen mit Einheimischen wieder machen. Sonst kann man das bequem auslassen.

Nun zu Wichtigerem. Ich habe eine Wohnung. Am Mittwoch habe ich das Hotel verlassen und all meine Habe ins Auto gepackt. Dann bin ich damit zur Arbeit gefahren. Bevor ich abflog konnte ich doch noch den Mietvertrag unterschreiben und bekam den Schlüssel. Zum Einziehen blieb aber keine Zeit und das Auto blieb samt meinen Koffern während meiner zweitägigen Dienstreise zum Kavatrinken vor dem Büro geparkt. Das erledigte ich nach meiner Rückkehr Freitagnacht. Die Wohnung ist bei weitem nicht das, wovon ich zu Beginn des Blogs geträumt habe. Also keine Hütte am Strand mit Holzveranda von der man aufs Meer blickt und die umgeben von Kokospalmen ist. Das Gebäude könnte auch in Wien stehen. Kein fidschianischer oder pazifischer Baustil. Trotzdem ist sie schön oder zumindest das Beste was ich kriegen konnte. Großer Küchenwohnraum, zwei Schlafzimmer, zwei Badezimmer, 3 Klimaanlagen (völlig unnötig, die Temperatur in diesem Land ist perfekt niemals heiß oder kalt), großer Balkon, Gemeinschaftsswimmingpool (für 10 Parteien), 24 Stunden Wachdienst, Parkplatz. Ein wenig zu groß für mich aber durchaus nett eingerichtet. Hier die Fotos.

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Mein Schlafzimmer
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Das Wohnzimmer
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Küche
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Schlafzimmer für Gäste
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ordentlich eingeräumter Kühlschrank

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Ach ja, noch was. Nunmehr ist die Zeitdifferenz zwischen Österreich und Fischi innerhalb einer Woche von 10 auf 12 Stunden angestiegen. Ihr habt auf die Winterzeit umgestellt (- 1 Stunde) und wir eine Woche später auf die Sommerzeit (+1 Stunde). Tja, das wird die Kommunikation noch ein wenig schwieriger.

Es gäbe diesmal noch mehr zu berichten, aber ich spar mir das für morgen auf. Liebe Grüße euch allen.

 

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