Vanuatu 2

Port Vila, Dienstag 20. November 2018, 21:40 Uhr VUT

So, da bin ich wieder. Hab euch lange warten lassen. Ich weiss und bin auch voller Schuldgefuehle. Am Wochenende wollte ich mal mehr von der Insel sehen (natuerlich nur um euch ausfuehrlicher informieren zu koennen). Ich war segeln, schnorcheln, auf einer Kulturveranstaltung  (sagen wir mal Volklore mit einiges an Informationen ueber Ethnologie, Geschichte und Sozialem), am Markt, in einer Kavabar…. Und konnte mich ueber meinen ersten Besuch hier im Exil freuen … aus Thailand. Bei all diesem Programm habe ich diesen Blog natuerlich vernachlaessigt.

Nun, mehr als eine Woche bin ich schon hier. Die Arbeit geht gut voran. Mein hiesiger Chef wuerde mich am liebsten behalten. Naja, vielleicht werde ich ja einmal Vatuaner, oder Vatunese, oder wie das hier heisst. Schoen ist das Land ja. Die Leute freundlich, das Wetter mild, … Ich war heute dienstlich mit meinem Chef im Department of Fisheries. Wir brauchen Daten ueber den Fischfang hier und dort hat man diese, publiziert sie aber nicht. Mein Chef war danach sehr zuversichtlich. Wie er mir erzaehlte hatte er in den vergangenen Jahren dort schon mehrmals vorgesprochen, ist aber immer abgeblitzt. Diesmal jedoch nicht. Er moechte mich an einem der verbleibenden Tage auch noch ins Department fuer Livestock schleppen. Leider hat man bislang noch nicht auf seine Anfrage geantwortet und uns eingeladen.  Er moechte, dass ich die Leute dort mit meinen Berechnungen zum Viehbestand auf Vanuatu konfrontiere. Auch soll ich dabei helfen die in ein bis zwei Jahren stattfindenden Haushalts- und Agrarerhebungen mitzugestalten, um ein paar oekonomische Fragen einzubringen. Ob er mit diesem Ansinnen durchkommt ist fraglich.

Heute war ich im Nationalmuseum von Vanuatu – waehrend der Arbeitszeit. Schliesslich ist das Museum nur bis 16:30 Uhr geoeffnet. 20181120_202356Wie sollte ich sonst. Blieb dafuer heute nach meiner Rueckkehr ins Buero laenger. Was soll ich euch sagen. Interessant aber sehr handgestrickt. Eintrittsgeld nahm man mir keines ab. Ich wollte zwar zahlen aber es sass niemand hinter dem Schalter und die Tuere war offen. Eine kleine Halle mit einer bunten Mischung aus Biologie (Voegel, Schmetterlinge Meeresgetier), Geologie, Ethnologie und Geschichte. Die Schilder in den Vitrinen waren oft schlecht lesbar, da die Scheiben mal wieder einmal gereingt werden muessten. Fotos und Gemaelde trugen leider kein Datum. Wenn man jedoch einmal was lesen konnte war es sehr interessant. So wurde zum Beispiel Pater John William und sein Kollege James Harris beim Besuch der Vanuatuinsel Erromango im Jahr 1839 gleich nach ihrer Ankunft verspeist.  Hab ein Foto hiervon gemacht. Von der Museumstafel, nicht vom Festmal.

Wohl am beruehmtesten ist die Vanuatuinsel „Pentecost“ (Pfingsten). Dort bauen die einheimischen Maenner muehsam enorme 20181120_203326Gerueste aus Holz um sich dann von ganz oben mit einer Liane um das Fussgelenk gewickelt in die Tiefe zu stuerzen. Also quasi der Vorgaenger des bunjee-Springens. Nur halt, dass das Seil nicht elastisch ist. Was das ganze spanneder macht. Der Trick lt. Museumsschild sei angebelich, dass man mit dem Kopf den Boden beruehren muss. Bei uns ist die Warmduscherversion das Eintauchen in einen Fluss oder See. …. und nicht einmal die hab ich bislang absolviert. Aber mal sehen. Wahrscheinlich wird das die Aufnahmspruefung fuer meine Einbuergerung wenn ich die dortige Staatsbuergerschaft beantrage.

Vielleicht noch ein wenig zu den Unterschieden zu den Fidschis. Habe ja schon berichtet, dass hier die Autos auf der rechten Seite fahren, franzoesisch die zweite Amtssprache ist und es ein wenig ordentlicher hier aussieht. Es gibt hier aber viele kleine Gefaengnisse (auch eins fuer Frauen – ist aber nur ein Bungalow mit Zaun rundherum) und im Unterschied zu den Fidschis 20181119_171117gibt es hier niemanden, der auf der Strasse als Schuhputzer arbeitet, es gibt keine Inder dafuer aber Chinesen die den Handel vom Supermarkt und kleinen Gemischtwarenhandel bis hin zum luxurioesen Dutyfreeshop beherrschen. Die Natur ist hier ueppiger. maechtige Baeume, interessante Pflazen (den Banyanbaum koennte man stundenlang betrachten und wenn man nicht nachliesst, ist es ein Raetsel wie dieser so wachsen kann), die Landwirtschaftsmaerkte sind hier primitiver, bunter, interesssanter (die Verkaeuferinnen uebernachten auf dem Boden oder schlafen auch mal untertags dort. Muetter mit entzueckenden Kindern die einen anlaecheln (sowohl als auch) und angreifen wollen (nur die Kinder). Die Armut hier ist fast als schoen zu bezeichnen. Die Leute scheinen hier trotzdem einen Stolz zu haben und sich hierfuer nicht zu schaemen …. das ist fuer uns Auslaender auch angenehmer da wir weniger von Schuldgefuehlen geplagt werden und auch nicht fuer unseren Reichtum schaemen muessen.

Hier ist selbst der normale Tagesablauf interessanter. Am Wochenende habe ich auf ein over-water-bungalow upgegradet. Ich bin am Freitag in der Frueh mit der Arbeitstasche per Motorboot zum Fruehstueck gebracht worden. War also praktisch mit dem Boot am Weg zur Arbeit (kleiner Exkurs: Mein Wunschtraum waere es mit einem Wasserflugzeug zur Arbeit zu gelangen). Auch mein Fussweg zur Arbeit ist nicht schlecht. Die Vegetation, der Blick auf das Meer, die morgendliche Hitze und Luftfeuchtigkeit, die Mango- und Papayabaeume entlang der Strasse, die Bananenstauden. Man geht staunend wie ein kleines Kind herum.

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Auch der Weg zum Abendessen ist toll. Burschen die Fussball oder Rugby spielen, aermliche Barracken mit Menschen die davor unter Planen sitzen, beim Abendessen selbst ist der Himmel 20181119_183044blutrot ueber dem Meer gefaerbt, es gibt auch ein oesterreichisches Konsulat dort.

Ich esse zwar alleine aber ich geniesse es hier. Es ist eben so anders.

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So nun genug fuer heute.  C u

 

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