In love with Vanuatu

Suva, Dienstag 27. November 2018, 22:45 SUT

Nun bin ich schon seit ein paar Tagen wieder zurück in Suva und möchte für euch den Bericht des letzten Tages dort nachtragen. Schließlich war dies ein aufregender Tag für mich, denn ich war das erste Mal in der Südsee tauchen. Schon am Weg zur Tauchbasis war ich in richtiger Südsee-Laune. Es war heiß, der Himmel strahlendblau und das Wasser glitzerte. Hier 20181124_082422gleich einmal zwei Fotos hiervon.20181124_082542

Wir waren 10 Personen am Tauchboot, wobei die Tauchgäste allesamt – außer einem Australier und mir – von dem großen Kreuzfahrtschiff stammen, dass ihr auf dem Foto links sehen könnt. Und zwar keine Reisegäste sondern angehörige der Crew die den Tag für einen Tauchgang nutzten. Eine Kinderbetreuerin und die anderen sorgten für irgendein Unterhaltungsprogramm an Bord.

Auf den Tauchplan standen zwei recht unspektakuläre Tauchgänge am Riff. Also kein Wrack, Steilwände oder Höhlen und die maximal erreichbare Tiefe lag bei 22 Metern. Ich tauchte in einem Shorty Tauchanzug. Das reicht gerade aber spätestens nach 15 Minuten wünscht man sich doch einen wärmeren Anzug, aber es war akzeptabel. Umso schöner war das Tauchen. Nicht spektakulär aber sehr entspannend. Viele bunte Fische, eine Muräne, zwei Schildkröten, Weich- und Hartkorallen. Somit alles was so ein Riff zu bieten hat. Meine Unterwasserkamera funktionierte tadellos, obwohl mich die Warnung vor einem niedrigen Batteriestand sorgte.

 

Nach Ende der Tauchgänge ging ich zum Hafen um zu Mittag zu essen, bevor ich wieder zurück zur Hotelanlage fuhr um mir ein Katamaran-Segelboot auszuborgen. Leider war das Wetter dann doch zu gut. Es wehte kein Lüftchen. Also stieg ich auf ein Kajak um. An den Ufern der Bucht entlang gibt es kleine Gemeinschaften von ein paar primitiven Hütten. Jung und alt badeten und grölten. Selbst wenn man weiter weg paddelt und sich nach dem Gehör orientiert entdeckt man am dicht bewaldeten Ufer Einheimische. Irgendwie kommt in einem ein Entdeckergefühl auf. Es wirkte alles sehr original. Kam man näher wurde einem zugewinkt. Noch näher traute ich mich nicht, denn man möchte ja nicht stören. Außerdem gelangten die Mädchen in Aufregung, was den Männern dort sicherlich nicht recht ist. Und Streit möchte man sicher nicht bekommen. Also zurückgerudert. Anstrengender als Segeln. Dann noch ein Bier an der Beachbar. Herrlich. Aber natürlich war ich ein bisschen Wehmütig da mir die Abreise bevorsteht. Ich ging dann noch in eine Kava-Bar. Sehr dunkel alles. Ein paar mit Autobatterien beleuchtete Hütten (ähnlich wie ein Weihnachtsmarkt). Ich frage was da in den Flaschen zum Verkauf geboten wird. Sieht aus wie Wein. Vielleicht gibt es hier ja auch was anderes als Wein. Die Dame erklärt mir freundlich, dass das Wasser zum Mundausspülen nach dem Kava-„Genuss“ ist. Ich kaufe mir eine Schale (mit welchem Wasser diese zuvor ausgewaschen wurde möchte ich gar nicht wissen). Ein kleiner Schluck auf den Boden gespuckt und der Rest in ex herunter. Es ist relativ ruhig und nicht so laut wie in einem Gasthaus oder einer Bar bei uns. Die Männer murmeln nur im Dunkeln. Ich setze mich unter sie. Da es so dunkel ist, fällt meine helle Hautfarbe kaum auf. Kaum wer beachtet mich alle plaudern. Ab und zu kichern ein paar Frauen in den Hütten. Das einzig laute ist das Ausspucken und Räuspern der Männer. Ich bin kein Vaserl, aber das ist nicht ohne. Sehr laut. Zwar ist der Kava keine Leckerei und man trinkt es nicht zum geschmacklichen Genuss (daher auf ex) aber so ekelhaft ist er auch nicht. Ich mach das nicht. Ich spüre auch nicht die beruhigende Wirkung. Ich trinke es aus Geselligkeit nicht wegen dem Geschmack. Ähnlich wie bei uns den Weihnachtspunsch am Adventmarkt.

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Nur Kava, kein Wein

Am nächsten morgen am Flughafen habe ich genug Zeit um mich umzusehen. Eine Gedenktafel erinnert daran, dass die Neuen

 

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Lockerer Umgang mit der Geschichte

Hebriden wie Vanuatu bis vor seiner Unabhängigkeit geheißen hat, nach Pearl Harbour der zweitgrößte US-Stützpunkt im Pazifik war. Ich gehe auch noch in ein kleines Geschäft, wo es T-Shirts und Schürzen mit lustigen Aufschriften gibt. Ich kaufe nichts aber dennoch wünscht mir die Verkäuferin in diesem heißen Shop freundlich „Merry Chrismas“. Ich freue mich sehr. Sie ist die erste die mir heuer frohe Weihnachten gewünscht hat. Und das in Vanuatu. Ich sage ihr das auch und auch sie freut sich. So schön sind Weihnachten und nette Leute.

 

 

So toll ist es in Suva natürlich nicht. Dort ist es viel städtischer und es gibt keinen Strand, dafür oft Regenwetter. So war es dann auch als ich wieder in Suva landete.Eigenartig war das Zurückkehren in meine Wohnung. Obwohl ich dort bislang nur zwei Wochen gewohnt hatte, spürte ich ein wenig ein „Zuhause“ Gefühl. Schnell noch die Wäsche gewaschen. Wäre sehr gerne nach diesen zwei Wochen wieder gleich ins Fitnessstudio gegangen. Bin auch hingefahren. Erst am Parkplatz fiel mir ein: Am Sonntag ist nur bis 17 Uhr offen. Also gleich wieder in mein Auto und zurück.

Nächster Arbeitstag – kurz ins Büro – dann gleich zum Statistischen Amt in Suva. Viel mehr Angestellte als in Vanuatu. Um einiges professioneller. Habe dort hauptsächlich mit zwei jungen Indern zu tun. Einem hochschwangeren netten Mädchen und einen ambitionierten Burschen im Anzug. (Es ist so anders als in Vanuatu). Beide wirken sehr clever und fleißig. Wenn ich eine Änderung vorschlage, aber meine, dass die Verwirklichung etwas länger dauern könnte und sie somit nicht wie geplant bald fertig werden würden, wird mir versichert, dass sich das schon ausgehe. Sie sind sehr aufmerksam und lernbegierig. Das macht Spass. In Vanuatu hingegen habe ich einer Dame einen Auftrag gegeben der – angesichts der geöffneten Datei und der verfügbaren Daten – rund 10 Minuten benötigt hätte. Immer wenn ich an ihrem Schreibtisch vorbei gegangen bin hat sie jedoch Youtube geschaut. Den nächsten Tag hab ich nachgefragt. Ja, sie sei bald soweit. In der darauffolgenden Woche habe ich sie wieder gefragt und sie antwortete, dass sie morgen alles hätte. Bis heute habe ich nichts bekommen. Hier ist es anders.

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Allerdings sind die Sanitären Anlagen (ein überaus euphemistisches Wort für das was man dann sieht und riecht) in einem ähnlichen Zustand wie auf Vanuatu. Beißender Geruch, oft kein Toilettpapier, Waschbecken igitt, kein Handtuch (würde ich auch nicht benutzen), keine Seife … Trotz eines Aufrufs den ich für euch fotografiert habe, ist der Zustand erbärmlich. Da bin ich froh, dass ich ein Mann bin und mich nicht setzen muss.

Dafür hat man im Büro schon einen Weihnachtsbaum. Ich freue mich.  🙂

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So nun geh ich aber zu Bett. Muss ja morgen wieder arbeiten. Auf den heißen Fidschis.

 

 

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