Advent auf den Fidschis

Suva, Montag 17. Dezember 2018, 22:40 Uhr, FJST

Ja, es weihnachtet auch hier sehr. Es ist zwar nicht kalt und es gibt keinen Punsch auf Adventmärkten aber aus jedem Geschäft dröhnen Weihnachtslieder und eine glitzernde Deko – prunkvoll mit indischem Einschlag – prangt in den Schaufenstern. Auch die Fernsehwerbung zeigt glückliche Kinder unter einem (Kunststoff)Christbaum und es regiert der Weihnachtsmann. Christkind und Adventkranz kennt man hier nicht. Auch ein Adventskalender dürfte hier fremd sein.

20181215_212225
Weihnachtlicher Parkplatz eines Einkaufszentrums

Die Lokale sind mit Firmenweihnachtsfeiern gefüllt, was einem gleich etwas heimatliche Romantik vermittelt. Auch hier sind die Firmenweihnachtsfeiern eher lustig gestaltet. Es werden Geschenke ausgetauscht und es spielt fröhliche Musik. Der Papa hat sein Töchterchen mitgenommen und zeigt seine Verbundenheit durch die Kleidung.

Auch die Kleine mit Ihrem T-Shirt „Dear Santa I´ve been good“ ist entzückend. Man glaubt es ihr auf´s Wort.

Lustig ist auch die Tafel vor einem Lokal, wo sich der Besitzer jetzt schon für das mäßige Trinken zu Weihnachten bedankt. 20181216_191855Damit untergräbt er aber seine Geschäftsidee. Aber Moral geht vor Business.

Genug der Weihnachtsduselei. Was gibt es noch. Ja, nach zweieinhalb Monaten habe ich endlich hier auch ein Bankkonto, bei der ANZ (Australian – New Zealand Bank). Ich kann euch gar nicht sagen wie fortschrittlich das österreichische Bankensystem dagegen ist. Auch im Vergleich zu den USA. Mein Arbeitgeber, der IWF, überweist ausschließlich auf Konten in den USA und nur in US-Dollar. Praktisch, dass es eine eigene Bank für Mitarbeiter der Weltbank und des Währungsfonds gibt. Sollte man meinen. Der Service entspricht aber leider gar nicht nicht einer Bank die mit vielen ausländischen Angestellten zu tun hat. Es gibt zwar Internetbanking mit TAN aber bei Überweisungen außerhalb der USA wird es kompliziert. Man wird fast immer danach angerufen und es werden Fragen gestellt, dabei sollte das doch deren „tägliches Brot“ sein. Ich bin Österreicher der auf den Fidschis arbeitet. Ich muss ein Konto in Österreich und eines auf den Fidschis füttern. Da ich keinerlei Zahlungsverpflichtungen in den USA habe, interessieren mich inneramerikanische Daueraufträge nicht. Daueraufträge ins Ausland gibt es aber nicht. Ich muss jedes mal per Internet eigens überweisen.

Auf den Fidschis ist es wenig anders. Internetbanking gibt es zwar auch hier. Aber nur für Konten die auf Fidschidollar lauten. Über mein US-Dollar-Konto auf den Fidischis kann ich nicht per Internet 20181217_100547verfügen. Da muss ich ein Formular ausdrucken und dort schriftlich meinen Wunsch festhalten. Also eine Bitte so-und-soviel USD in FJD umwandeln und dem anderen Konto gutschreiben, damit ich meine Miete in FJD zahlen kann. Wenn das nicht mühsam ist. Dass es auch den Einheimischen nicht besser geht beweist das Foto mit den langen Menschenschlangen vor den Schaltern. Ich habe Gott-sei-Dank Prioritybanking im ersten Stock der Bank. Österreicher sind bekannt für ihre geringe Geduld beim Anstellen, daher hat man mir das gleich empfohlen. Nur um nicht beim Sicherheitsdienst anzuecken. Während bei uns die Bankfilialen wie Geisterstädte aussehen sind sie hierzulande mit üppigem Leben gefüllt.

Seit ich hier angekommen bin, arbeite ich in einem Ausweichquartier. Eigentlich sind unsere Büros in der Nationalbank auf einem eigenen Stockwerk untergebracht. Aber es sind Renovierungsarbeiten durchzuführen. Und die dauern. Auf den Fidschis noch länger. Unser Chef wird schon langsam nervös. Ursprünglich hieß es, dass wir mit Jahresbeginn zurücksiedeln können. Nun heißt es im Februar. Ende Januar müssen wir aber unser Ausweichquartier verlassen. Dann dürfen wir für einen Monat im Gebäude der Weltbank unterkommen. Was dann passiert falls die Arbeiten in der Nationalbank noch immer nicht abgeschlossen sein sollten? Hhmm …. dann werken wir eben auf der Straße.

Kurz vor unserer Weihnachtsfeier durften wir den Baufortschritt begutachten. Puuh …. seht selbst … weit sind die 20181213_122018noch nicht. Da heißt es ordentlich in die Hände spucken. Ich habe jedenfalls schon ein Wunschbüro angemeldet. So viele gibt es nämlich nicht mit Blick aufs Meer. Aber ich brauch das. Ich weiß nicht ob ihr auf dem Foto unten durch das Fenster das Meer erblicken könnt. Aber es ist da. Und aus dem 5. Stock mit ordentlich Ausblick sogar. Zusage habe ich allerdings keine erhalten. Aber nicht das es hinterher heißt ich hätte nichts gesagt, oder so. Bin wahrscheinlich grad wieder auf Dienstreise und muss nehmen was überbleibt.

20181213_121254
Mein zukünftiges Büro! (?) (Soll das Verpackte da ein Bett sein?)

So das war der letzte Blockeintrag im heurigen Jahr. Morgen Abend flieg ich über Los Angeles und London nach Österreich, um in den Bergen mit meiner Familie und mit Freunden Weihnachten und Silvester zu feiern. Wen es interessiert: Flugzeit brutto 31 Stunden, Preis hin und retour (über Neu Delhi und Sydney) € 2.700 . Happig aber was tut man nicht für Weihnachten und seine Lieben. Ich freu mich schon so.

Bin ab 7. Januar wieder auf den Fidschis und bereite mich dann auf meine nächste Dienstreise nach Samoa vor. Tauchsachen, Sonnencreme, Segelschein, … da gibt es viel zu beachten.

Und jetzt zum Abschluss: I whish all of you a Merry Christmas and a Happy New Year 2019. Bula!

 

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s