Halbzeit in RMI

Majuro, Sonntag, 24. Februar 2019, 17:00 Uhr

Nun habe ich die erste Arbeitswoche erfolgreich hinter mich gebracht und auch mein Wochenende ist fast vorueber.

Ich arbeite in der Behoerde fuer Wirtschaftsplanung und Statistik (EPPSO) und habe dort zu unterrichten. Zuerst war im Finanzministerium um mich vorzustellen (hier ein Foto vom Parkplatz des Finanzministers). Man hat mich gebeten auch zwei Mitarbeiter von dort in meinen 20190218_105034Unterricht aufzunehmen. Die sind dann am Nachmittag brav erschienen, aber seither nie wieder (ich hoffe es lag nicht an mir, jedoch wirkte der eine sehr interessiert). Von EPPSO war eigentlich nur eine neu eingestellte Dame zu unterrichten, der bisherige Verantwortliche fuer die Wirtschaftsstatistik, wurde bereits mehrmals in diesem Bereich unterrichtet, wollte aber unbedingt auch teilnehmen. (Unten findet ihr ein Foto von meinem Arbeitsplatz).  Letzterer war sehr interessiert, die Dame auch, aber noch mehr an ihrem Handy. Am Donnerstag und Freitag kam sie allerdings nicht, da sie eine private Party fuer das Wochenende vorbereiten mussteMein Arbeitsplatz und sich frei nahm. Mit dem Chef der Behoerde verstehe ich mich recht gut, jedoch wundere ich mich, dass er das gestattete. Schliesslich bin ich nur fuer zwei Wochen dort und so ein Kurs ist sehr teuer (extra Anreise, mein Gehalt und Unterkunft). Aber wenigstens einer hoert mir zu und er ist umso motivierter. Er haette gerne, dass ich ein halbes Jahr dortbleibt, denn dann koennten sie eine eigenstaendige VGR rechnen, die bislang die USA fuer diese Land, Mikronesien und Palau macht.20190219_183915

Generell ist der Einfluss der USA hier hoch. Gezahlt wird in US-Dollar und es gibt mehrheitlich amerikanisches Bier. Aber die Marshallinseln sind sehr flach und wo es kein Wasser gibt, dort kann es auch keine Brauerei geben. So einfach ist das.

Man darf aber nicht glauben, dass der Einfluss der USA sehr sichtbar wird und die insulanische Kultur hier dominiert. Im Gegenteil sind diese Inseln kulturell autochtoner als alle bisher von mir besuchten. Ich habe hier noch nie Musik aus den USA, Europa oder Indien zu hoeren bekommen. Aus den Autoradios der Taxis toent nur einheimische Musik auch in der „Diskothek“ spielt es ausschliesslich 20190216_234117traditionelle Musik. Sehr beeindruckend. Manche der aelteren Taxifahrer sprechen gar kein Englisch. Generell sind diese Inseln sehr anders. Kaum uebergewichtige Personen, keine hohen Haeuser, kaum Tourismus (es gibt nur zwei Hotels und ich glaube die werden nur von Flugpersonal, Entwicklungshelfern und Beratern gebucht). Ich brauche nicht zu sagen, dass mein Hotel am Meer liegt, da hier ja alles am Meer liegt.

Produziert im Land selbst wird nur wenig. Lediglich Kokosnuesse und Fisch. Der Strom wird aus Dieselaggregaten hergestellt, wie fast ueberall im Suedpazifik.

Es gibt keinen oeffentlichen Verkehr, Auch keine Busse. Dafuer gibt es viele Sammeltaxis. Man hebt die Hand und schon bleibt 20190223_215844eines stehen. Oft sitzen bereits andere Passagiere drinnen. Innerorts, da die Autos hier sehr langsam fahren kann das 10 Minuten dauern, kostet die Fahrt 75 US-cent, was rund 70 Eurocent sind. Ein Bier in einer Bar 2,50 Dollar. Allerdings ist hier nicht alles so billig.

Auch habe ich hier das hoechste Sicherheitsgefuehl im Vergleich zu den anderen Inseln. Ich bin gestern Samstagnacht vom „Zentrum“ der einzigen Strasse entlang nach aussen spaziert. Es gibt keine Strassenbeleuchtung und das Licht wird von Autoscheinwerfern und Hausbeleuchtungen gespendet. Es ist viel Leben entlang der Strasse, Kinder, Frauen, Maenner, Katzen und Hunde. Die winzigen Geschaeftsbuden sind geoeffnet, vor den Hauesern wird gegrillt und getrunken, die Haustueren stehen offen. Irgendwie eine Campingplatzathmosphaere. Hier ein paar Schnappschuesse dieser Idylle (und das meine ich nicht ironisch). Ich mag down-to-earth.

In der Freizeit fahre ich nach der Arbeit in ein Fitnesscenter. Alles sehr verostet. Trotzdem so teuer wie in Oesterreich. Anfahrtszeit 15 Minuten mit dem Taxi (1,50 US-$). Gestern war ich in einem Waschsalon um meine 20190219_184616Waesche zu waschen. Das koennte ich auch in meinem Hotel erledigen lassen, aber was ist das schon gegen ein lokalen Waschsalon. Dann war ich noch (uneingeladen) auf einer Kindergeburtstagsfeier im Freien . 100 Leute fuer ein einjaehriges Kind. Auch das war interessant und eine Gruppe der Angehoerigen hat gesungen. Sehr traditionell. Fuer euch das Video.

Und dann war ich noch tauchen. Wow. Ein Platz mit Wracks eines Helikopters, Flugzeugs und Schiffs. Klares warmes Wasser. Dann noch ein anderer Platz mit Ammenhaien die am Meeresgrund schliefen. Also 20190217_120342zum Tauchen kann ich es hier nur empfehlen. Besser soll aber das Bikiniatoll sein. Durch die atomare Verseuchung die die USA mit ihren Atomwaffentests in den fuenfziger und sechziger Jahren des vorigen Jahrhunderts durchgefuehrt haben, wird dort weder gewohnt noch darf gefischt werden. Die Fische sind noch immer strahlenbelastet aber unzaehlig und unberuehrt. Man darf dort mittlerweile Tauchen. Es gibt dennoch keinen Tauchtourismus dort, denn die Flugzeuge fliegen nur 20190217_115453dann ab, wenn sie halbwegs gefuellt sind. Es gibt keinen Flugplan oder zumindest haelt sich niemand daran. Daher kann es passieren, dass man dort wochenlang gefangen. Nur Reiche legen dort mit ihren Jachten and oder reisen im Privatjet an.

Die regionalen Behoerden der Bikiniinseln sind hier in Majuro angesiedelt. Das Rathaus liegt nur ein paar Schritte von meinem Hotel entfernt (siehe Foto). So, nun mag ich nicht mehr schreiben. Bis bald.

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