Fisherman’s Abenteuer

Majuro, Sonntag 25. September 2019, 23:15 Uhr

Leider scheint es diesmal nichts mit dem Tauchen zu werden. Am ersten Wochenende hatte die Tauchbasis geschlossen und dieses Wochenende gab es nur eine Ausfahrt mit Anfaengern. Also musst ich mich nach einem anderen 20190914_122914[1]Wochenendabenteuer umsehen. Der Chef des hiesigen Statistischen Amtes ueberredete mich es noch einmal mit dem Fischen zu probieren. Obwohl ich letzten Februar in dieser Disziplin hier nicht sehr erfolgreich war, willigte ich ein.

Er holte mich am Samstag um die Mittagszeit von meinem Hotel ab und wir fuhren zu einem kleinen Hafen wo bereits ein Boot fuer uns bereitlag. Das Wetter war wunderbar und wir fuhren aus der Lagune an vielen 20190914_135602[1]kleinen Inseln vorbei, hinaus ins offene Meer. Die Angelruten wurden mit Koedern bestueckt und ausgerollt. Die erste Stunde passierte nichts. Gar nichts. Wie damals. Kein einziger Grossfisch biss zu. Allerdings war es sehr schoen da draussen. Eine einsame Wolke entleerte ihre Wassermassen ins Meer, was toll aussah.

Dann endlich sahen wir Vogelschwaerme und der Kapitaen freute sich und hielt darauf. Wir aenderten die Taktik und rollten die Angelruten wieder ein und schwenkten auf kleinere Tunfische als Fangziel um. Dafuer reichten Handleinen, die man 20190915_001115[1]einfach hinter dem Boot nachzog. Diese lassen sich schneller einholen. Die Voegel sind ein sicherer Anzeiger, dass Raubfische Schwaerme kleinerer Fische – wie beispielsweise Sardinen – an die Wasseroberflaeche treiben um besser Jagd auf sie machen zu koennen. Natuerlich stuerzen sich auch die Seevoegel auf diese leckere Mahlzeit knapp unter der Wasseroberflaeche. Diese kleinen Fische werden also von beiden Seiten attakiert. Wir Fischer sind aber nicht auch auf sie aus sondern jagen die Jaeger. Die Tunfische in ihrem Fressrauch beissen auf 20190914_152130[1]alles was sich im Schwarm bewegt und somit auch auf unsere Haken. Die Kunst liegt nun darin, die Leine durch einen solchen Fisch- bzw. Vogelschwarm zu ziehen. Dann faengt man garantiert was. Das ist aber gar nicht so leicht, denn die Schwaerme der kleinen Fische tauchen nach kurzer Zeit wieder ab und anderswo wieder auf. Der Kapitaen des Schiffes hastet staendig den Vogelschwaemen hinterher.

Und diesemal klappte es auch mit meinem Anglerglueck. Gluecklich zog ich meinen ersten20190914_170314[1] Fisch aus dem Wasser. Ein rund 50 cm langer Skipjack Tunfisch. Dann lief es wie mit den Huehnern der Witwe Bolte. Schnell die Leine wieder ins Wasser und bald darauf hing schon der naechste am Haken. Mein Kollege und der Assistant des Kapitaens wechselten sich ab. Bald hatten wir ein betraechtliche Anzahl von Fischen gebunkert und mussten diese sogar in die vorderen Teil des Schiffes umladen, da unser Boot hinten zu tief im Wasser lag. Mir taten schon die Finger vom halten der Fangleine weh. Zweimal waren Fische so schwer, dass ich die nasse Nylonschnur kaum festhalten konnte. Leider schafften es beide Fische wieder zu entkommen. Aber immerhin habe ich sogar zwei Gelbflossen-Tunfische gefangen. Diese sind groesser und auch schmackhafter als Skipjacks. Leider auch schoener. Auch Haie sahen wir beim Festmahl.

Nach fuenf Stunden auf offener See, harter Arbeit, schmerzenden Fingern und einem leichten Sonnenbrand kehrten wir wieder zurueck. 20190914_172956[1]Wir fingen insgesamt mehr als 25 Fische. Was soll ich mit sovielen Fischen machen. Ueblicherweise werden diese an Schulen oder das oertliche Krankenhaus gespendet. Ich nahm mir aber einen schoenen Gelbflossentunfisch fuer mein Abendessen mit. Diesen 20190914_201112[1]brachte ich in die Kueche meines Hotels. Gefragt, wie ich ihn zubereitet haben moechte, entschied ich mich fuer Sushi. Ich lud zwei meiner Arbeitskollegen zum Abendessen ein, wo wir das Sushi mit einer Flasche Weisswein aus Neuseeland verspeisten.

 

 

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