Koenigreich Tonga

Nuku’alofa, 24. Novemeber 2019 (ein Monat vor Heiligabend), 18:30 Uhr

Nachdem ich einen einwoechigen Kurs auf der Westseite Fidschis leitete, ging es direkt von dort nach Tonga’s Hauptstadt 20191123_173316Nuku’alofa, wo ich die kommenden zwei Wochen arbeiten werde. Was fuer ein Name fuer eine Stadt. Nuku’alofa; koennte der Name fuer „ganzweitweg“ aus einem Mickey Maus Heft sein. Das klingt ganz anders als Port Vila, Port Moresby, … und tatsaechlich ist Tonga in mancher Hinsicht einzigartig. Es ist das einzige Land hier, das niemals Kolonie war. Weder Portugiesen, noch Briten, Franzosen oder Niederlaender beanspruchten diese Insel. Ausserdem ist es das einzige Koengireich im Suedpazifik. Die Waehrung hier heist „Pa’anga“. Von Wien aus 20191123_174631betrachtet liegt Tonga etwas mehr als die Fidschis auf  der anderen Seite der Weltkugel, aber auch noch nicht ganz. Die geografischen Laengenkoordinaten von Wien sind +16 Grad, 22 Minuten. Die von Fidschis Hauptstadt Suva +177 Grad 25 Minuten von Nuku’alofa -175 Grad 12 Minuten. Also muesste ich von Tonga auch noch ein wenig weiter nach Osten reisen. Ueber Niue (wo ich im kommenden 20191123_173919Maerz sein werde) aber nicht ganz soweit wie bis zu den Cook Inseln.

Da ich bereits am Samstag hier ankam stellte ich Ueberlegungen an, wie ich wohl den Sonntag hier verbringen koennte. Ich fragte an20191124_102409 der Rezeption, ob ich tauchen gehen koennte, aber man teilte mir mit, dass Tauchen am Sonntag illegal sei. Sonntag ist in diesem streng christlichen Land (mehrheitlich Katholiken) absoluter Ruhetag. Auch das Fitnessstudio hat geschlossen. Nun, dann pass‘ ich mich eben den Sitten hier an und gehe zur Kirche. Schliesslich ist ja bald Weihnachten und da kann das nicht schaden.

Man empfahl mir die Basilika. Unter diesem Namen hatte ich mir zwar ein etwas anderes aussehendes Gebaeude vorgestellt, aber anders mag 20191124_104428ich eh. Die Basilika ist sehr offen gebaut und hat ein hohes Holzdach. Die Holztraegerelemente sind in der traditionellen Art mit Schnueren miteinander verbunden. Bevor die Europaeer in diesen Raum kamen, kannte keine dieser Insel Metall und es gab keine Saegen, Messer, Schwerter oder Naegel.

Die Heilige Messe war gut besucht. Wie in der Schule waren eher die hinteren Reihen dicht besetzt und in die vorderen traute sich offenbar niemand. Im Innenraum waren rund 200 Glaeubige versammelt, plus Kirchenorchester und Chor. Ich kam etwas spaeter und man wies mich nach vorne. Ich verstand kein Wort der 20191124_111122Predigt, da sie auf Tongaisch abgehalten wurde. Da ich aber in meiner Kindheit woechentlich die Messe besuchte (musste), wusste ich immer genau in welchem Abschnitt der Messe wir gerade waren. Ich konnte sogar die Gebete mitsprechen, allerdings auf Deutsch, und ich endete gerade dann immer, wenn auch die anderen damit fertig waren. Scheint somit richtig gewesen zu sein.

Vorsichtig blickte ich mich neugierig um. Sehr typische polynesische Menschen. Gross und robust gebaut, nur leicht braune Hautfarbe, schwarzes, oft glattes Haar. Sehr aehnlich wie in Samoa. Die Maenner hatten Bastmatten ueber ihr Strassengewand um die Huefte geschnuert.

Bereits beim Gang zur Kirche habe ich aus vielen Kirchen in der Umgebung Chorgesang gehoert. Mit wechselnder Windrichtung hoerte ich unterschiedliche. Ich mag Chorgesang. Schon auf den Fidschis war ich begeistert ,wenn zu irgend welchen 20191124_131741Feiern die Menschen gesungen haben. Die Frauenstimmen bilden einen herrlichen Kontrast zu denen der Maenner. Dann setzen alle gemeinsam ein. Alles klingt sehr voll und gemuetstragend und ich spuere ein beruehrendes Wohlgefuehl. Ich habe euch daher ein Video Davon aufgenommen.

Nach der Kirche gingen oder fuhren die Familien nach Hause. Und es wird wieder wie ausgestorben in der Stadt. Keine Cafes, Restaurant oder Geschaefte 20191124_131954haben geoeffnet. Nur vereinzelte Autos fahren in der Hauptstrasse und ich bin einer der wenigen Fussgaenger. Ab und zu hoert man irgendwo einen Hahn kraehen und die Choere aus den Kirchen sind verstummt. Sonntagsruhe. Ich gehe auch nach Hause in mein Hotel zurueck und schreibe euch diesen Blogbeitrag. Werde dann noch was fuer die kommende Arbeitswoche vorbereiten. Ich schwanke sehr ob ich mich fuer kommenden Samstag fuer eine Walbeobachtungstour oder einen Tauchgang melde. Gaebe es einen Garantie fuer eine Buckelwalsichtung wuerde ich das klar vorziehen. Mal sehen. Jedenfalls werde ich euch berichten.

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