Das unbestimmte Gefühl von „zuhause“ und endlich Weihnachten

Suva, Montag 16. Dezember 2019, 20:14 Uhr

Wisst ihr was eine Matroschka ist? Ihr kennt sie sicherlich alle diese russischen Holzpuppen die man öffnet und darin befindet sich eine weitere, etwas kleinere Puppe die sich ebenfalls öffnen lässt. Und darin befindet sich …. richtig … wieder eine Puppe die man auseinanderziehen kann. Und so fort.

Warum ich euch das erzähle? Nun ja, morgen Abend geht es nach Hause. Ich meine in das richtige „nach Hause“, also nach Wien. Und mein Gefühl von nach Hausekommen hat große Ähnlichkeit mit so einer Matroschka-Puppe. Das erste mal wurde mir das so richtig bewusst als ich vor rund einem Monat auf Dienstreise von den Fidschis nach Vanuatu flog. Dort bezog ich für zwei Wochen ein Hotelzimmer in der Hauptstadt Port-Vila. (Diejenigen die meine Beiträge aufmerksam lesen, werden sich bestimmt daran erinnern.)

Über das Wochenende reiste ich auf eine andere Insel Vanuatus zum Tauchen. Ich buchte mich in ein Hotel in der Hauptstadt Luganville auf der Insel Espiritu Santo ein. Da es dort – abgesehen vom Tauchen am großartigen Wrack der President SS Cooldige – recht langweilig zuging, bestieg ich am Sonntag ein kleines Boot um einen Ausflug zu einer kleinen, vorgelagerten Insel zu machen. Da ich genug Zeit hatte wollte ich diese Insel ein zu Fuß erkunden und ging ein wenig spazieren. Zwar gibt es dort nur ein paar Wege, dennoch hatte ich mich dort fast verlaufen. Oder besser gesagt, hatte ich die Abzweigung verpasst und als ich es bemerkte, blieb nur mehr sehr wenig Zeit um mein Boot für den Rückweg zu erreichen. Ich war sehr erleichtert, als ich es noch knapp  schaffte und hatte bei der Rückkehr in mein Hotel ein erleichterndes „Endlich wieder zuhause“-Erlebnis. Nachdem sich meine Freude wieder etwas gelegt hatte, wurde mir erst bewusst, dass ich eigentlich noch gar nicht „zuhause“ bin. Wo bin ich überhaupt zuhause?

Und hier sind wir auch schon beim Matroschkavergleich.  Ich wusste, dass ich den selben Abend noch zurück nach Port Vila reisen werde und dass dieses luxuriösere Hotel – wo ich bereits eine Woche lang gastierte und wo mein Gewand ordentlich im Schrank hängt – viel eher mein Zuhause ist als in Luganville. Und tatsächlich hatte ich ein angenehmes heimeliges Gefühl als ich wieder sich in meinem Hotel von meinem Ausflug zurückgekehrt war.

Mir wurde aber bald bewusst, dass ich jedoch erst in einer Woche wieder zu hause in  Suva auf den Fidschis sein werde. Oder immer noch nicht?

Wie auch immer. Zumindest wenn ich am Donnerstag wieder in Wien bin, bin ich ganz sicher wieder zuhause. Auch wenn ich dort nicht mehr wohne. Und auch nicht arbeite. Und auch dort nur mehr ganz selten bin. Aber ich habe ja meine Wohnung dort. Wie sehe es aber aus wenn ich diese aufgeben würde? Ich zahle viel Miete und nutze sie aber nur als Abstellkammer und Absteige.

Dann hätte ich in Wien keinen Unterschlupf mehr. Wäre Wien oder Österreich dann immer noch mein Zuhause? Oder nur mehr meine Heimat? Vielleicht ist das alles auch nur Wortklauberei, aber gewisse Gefühle sind mit diesen Begriffen schon verbunden. Und wenn ich auch die Fidschis noch weder als meine Heimat sehe noch ein starkes Zuhause-Gefühl damit verbinde, spüre ich, dass ich mehr und mehr den Bezug zu Österreich und Wien verliere. Abgesehen von meiner Familie und meinen Freunden (ich glaub dieses Wort sollte ich eher nicht gendern) wird das Heimweh nicht beständig größer sondern manchmal glaube ich zu fühlen das es sogar ein wenig kleiner wird.

Genug philosophiert! Jetzt freue ich mich jedenfalls schon sehr darauf übermorgen wieder in Wien zu sein. Vielleicht geht sich ja ein Weihnachtsmarkt mit Punsch aus.

Damit ihr wisst wie ein Weihnachtsbaum in der Südsee aussieht, hab ich euch ein Foto von einem geschossen. Mit dem IMG_1048nächsten Bericht werde ich mich erst wieder bei euch melden wenn ich zurück auf den Fidschis bin. Vielleicht trage ich dann noch nach, was ich vorgestern am Wochenende gemacht habe. War absolut entspannend in einer kleinen einfachen Hütte auf einer ruhigen einsamen Insel. Nur tauchen und Delfinen hinterherjagen.

Jetzt wünsche ich euch allen: FROHE WEIHNACHTEN UND EINEN AUSGELASSENEN JAHRESWECHSEL und mir eine gute 33 stündige Heimreise.

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