Leben unter Covid in Fidschi

Suva, Freitag, 24. April 2020, 22:20 Uhr

Und weiter geht es mit meinem Blog. Wenngleich nicht unbedingt mit Berichten über  spannende Abenteuer, so immerhin über die Schilderung der Lage in Fidschi und wie ich mich hier so unter den Bedingungen eingeschränkter Freiheit durch den Alltag kämpfe.

Generell ist die Lage hier in Fidschi hinsichtlich der Erkrankungen recht ruhig. Bisher wurden nur 18 Fälle festgestellt, wovon 10 Personen bereits wieder genesen sind. Die Regierung beteuert in den letzten 5 Tagen 140 Tests durchgeführt zu haben, und alle fielen negativ aus. Normalerweise würde man die geringe Zahl der Erkrankungen auf geringes Testen zurückführen, aber ich denke, dass das glaubwürdig ist. Die Zahl der unentdeckten Fälle würde nach nunmehr 3 Wochen explodieren und wäre nicht zu verheimlichen.

Die Regierung beginnt auch hier die Beschränkungen langsam zu lockern. Die Sperre um das Stadtgebiet wurde aufgehoben und die Geschäfte öffneten wieder. Zubleiben müssen nur Nachtclubs, Schwimmbäder, Kinos und Fitnessstudios. 😦   und Tauchen gibt es natürlich auch nicht, da die Hotels aus Mangel an Nachfrage geschlossen haben.

Die nächtliche Ausgangssperre gilt aber nach wie vor zwischen 20 und 5 Uhr. Die Regierung würde diese wahrscheinlich am liebsten immer beibehalten. Schließlich ist man sehr katholisch und in den Dörfern vieler Länder in der Region, gibt es von den Dorfältesten angeordnete permanente nächtliche Ausgangssperren. Auch wird auf Alkoholgeruch geprüft, habe ich mir zumindest in Tonga erzählen lassen. Nur die Stadtluft macht frei. In den Dörfern herrschen hingegen zusätzliche Dorfgesetze.

Jedenfalls scheint der lock-down auch hier seine wirtschaftlichen Spuren hinterlassen zu haben. Das Video habe ich heut am frühen Nachmittag in der Stadt für euch aufgenommen. Es dürften einige Geschäfte aufgegeben haben. Wirkt irgendwie traurig.

Euch interessiert sicherlich, was ich unter solch widrigen Umständen treibe. Nun ja, arbeiten einerseits. Zwar bin ich nunmehr flexibler mit meinen Aufstehzeiten und es kann schon mal halb zehn werden bis ich mich aus meinem Bett quäle und mir mein Frühstück bereite. Das besteht meist aus Haferflocken die mit Proteinpulver angereicherter Milch verrührt werden, dazu Grüntee und danach etwas Obst (Maracuja und Ananas). Klingt spartanisch … ist es auch. Aber auch Gesund. Am Wochenende mache ich mir zum Frühstück aber schon ham & eggs.

Neben der Arbeit lerne ich Gitarre (ich glaube euch davon berichtet zu haben, dass ich mir eine gekauft habe und per Youtube Unterricht nehme) und mache durchaus Fortschritte. Auch lasse ich mich – soweit es das Wetter zulässt – an meinem Swimming Pool sonnen, fahre in die Stadt und am Markt einkaufen, gehe entweder mit meinem spanischen Kollegen laufen und mach zu Hause mit den erworbenen Hanteln mein home gym. Ich bin in Form, das könnt ihr euch das gar nicht vorstellen. Da es nun bereits seit drei Wochen kein nächtliches Fortgehen mehr gibt, ist natürlich auch mein Alkoholkonsum beträchtlich zurück gegangen. Ich bin kein Alleintrinker sondern Gesellschaftstrinker. Außer vielleicht ein Glas zum Abendessen (siehe Foto). Habe zur Zeit sicherlich die Leberwerte eines 13jährigen.

Heute gab es Gewitter und den üblichen Stromausfall. Die Fidschianer führen die Leitungen aus Sparsamkeitsgründen über Land statt sie einzugraben. Werden die Masten dann durch starken Wind wieder einmal umgeweht oder es schlägt ein Blitz in die Leitungen, dann wird#s natürlich zappenduster. Heute war es wieder einmal soweit und ich musste mit einer kleinen Lampe im Dunkeln geduschen. Beim Kochen war denn Gott-sei-Dank der Strom wieder da. Hier seht ihr was rausgekommen ist.

Generell klappt das mit dem selbst Kochen recht gut und ich greife nur selten auf take-away zurück. Was ich da so koche? Steaks mit Reis und Gemüse, Spaghetti mit Meeresfrüchten,

Grillhuhn (ok .. das nehm‘ ich mir fertig aus dem Supermarkt mit und wärme es gegebenenfalls), gebratenen Mahi-Mahi (bitte selbst googlen was das ist) mit Reis und Gemüse, … und eben das von heute … ich glaub das hat keinen Namen. Dazu trank ich einen Riesling aus Australien, denn dankenswerterweise hat mir mein australischer Kollege wegen seiner plötzlichen Flucht seinen gesamten Weinvorrat hinterlassen und dazu noch einen tiefgekühlten Lammbraten, Schrimps und Muscheln.

Im nächsten Blog mache ich mit euch wahrscheinlich einen virtuellen Rundgang durch meine Wohnung. Bis dann und bleibt gesund.

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