2 Jahre auf den Fidschis

Suva, Sonntag 8. November 2020, 22:00 Uhr

Nachdem nun die US-Wahl vorbei ist und der Terroranschlag in Wien ein wenig an Aktualität verloren hat, solltet ihr wieder Zeit haben meinen Blog zu lesen. (Zumal ihr wegen des Lockdowns ohnehin nur zuhause herum lungert. 😉 )

Ich hab‘ mal in meiner Beitragsliste ganz nach unten gespult und nachgelesen und wie ich’s vermutet habe, bin ich nun schön über zwei Jahre hier im Südpazifik. Am 8. Oktober 2018 habe ich Österreich verlassen und nach etwas über einer Woche Aufenthalt in Washington DC, bin ich am 17. Oktober auf den Fidschis angekommen. Seither habe ich euch mit 91 Blogbeiträgen (das ist ein Durchschnitt von rund einem Beitrag alle 2 1/2 Wochen) unterhalten. Die Anzahl der getippten Wörter, Buchstaben und eingestellten Fotos hab ich erst gar nicht gezählt. Ganz zu schweigen von dem Zeitaufwand.

Da ich nicht weiß, was ich euch in einer Jubiläumsausgabe schreiben sollte und auch nicht nach den „best of“s kramen möchte, berichte ich euch über Breitensport auf den Fidschis.

Nach wie vor zählt dieses Land zu jenen mit der höchsten Diabetes -Rate. Hier soll es auch sehr viele Übergewichtige geben. Diese Entwicklung dürfte aber meiner Beobachtung nach im Abklingen sein und nur die ältere Bevölkerung betreffen. Zwar ist meine Beobachtungsstichprobe hauptsächlich durch die Hauptstadt Suva geprägt, jedoch hatte ich auf meinen Ausflügen über Land kaum den Eindruck, dass junge Leute übergewichtig wären. Dies scheint eher ein Phänomen der beiden vorangegangen Generationen zu sein. Nach Beendigung des Kanibalismus im 18 Jahrhundert, ernährte sich die Bevölkerung überwiegend gesund von Fisch, Tierfleisch und Pflanzen. Erst die Handelsöffnung des Landes in den 60er Jahren, mit der der Import von billigen und wohlschmeckenden Kohlehydratsnacks und gezuckerten Limonaden ermöglicht wurde, führte in der nicht an eine solche Ernährung gewohnten Bevölkerung zu einem kräftigen Gewichtsschub.

Zwar startete die Regierung mit ausländischer Unterstützung Kampagnen zur Propagierung für mehr Bewegung und Sport, jedoch scheint der Haupttreiber der Umkehr dieser Entwicklung ein anderer Faktor zu sein. Das Internet und der Zugang zu internationalen Filmen und Medien haben meines Erachtens zu einem Sinneswandel geführt. Die Jugend schloss sich den globalen Schönheits- und Gesundheitsidealen an die über Instagram, Facebook und dem Fernsehen zu ihnen drangen. Hier wird fleißig gepostet und gelesen.

Ich sehe kaum übergewichtige Jugendliche, hingegen viele sportliche Menschen. Auf dem Land wird es vielleicht weniger sportlich zugehen, aber die Landwirtschaft und das schlechte Straßennetz erzwingen mehr Bewegung als es in der Stadt notwendig ist.

Zentrum des Sports sind sind neben den Rugbyfeldern auch Fitnessstudios, die gut besucht sind. Sowohl Indischstämmige als auch indigene Fidschis sind sehr aktiv. Sehen kann man das vor allem im Albert Park wo neben Gymnastik, Kampfsport, Rugby, Volleyball und Fußball auch manchmal Cricketspiele stattfinden. An den Letzteren beteiligen sich natürlich nur Inder. Man könnte bei diesen Spielen zwar zusehen, aber es lassen sich dabei keine Regeln erkennen, deren Verstehen aber notwendig ist. Scheint wohl das komplizierteste Spiel der Welt zu sein. Jeder der bei American Football oder Rugby schon mal zugesehen hat, hat sich sicherlich oft über den Ablauf gewundert. Aber Cricket ist das Ganze hoch zwei (oder drei). Ich glaube man muss auch weniger sportlich als geschickt sein. Nun gut, wen es interessiert der kann ja mal googeln.

Und siegen und feiern tun sie auch sehr gerne, die Fidschianer 🙂

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