Im Norden Thailands

Bangkok, Montag, 9. März 2021, 21:00 Uhr

Wieder einmal ist eine Entschuldigung fällig, da ich mich nicht an mein Versprechen gehalten habe, euch nun öfter zu schreiben. Aber es gibt hier so viel zu tun und zu erleben, sodass ich gar keine Zeit zum Schreiben habe. Natürlich hängt das auch damit zusammen, dass ich hier ein paar mal die Woche das Fitnessstudio besuche und auch noch meiner Arbeit nachgehe, da ich ja nicht auf Urlaub bin. Diese Ausflüge gibt es daher nur am Wochenende, obwohl es selbst unter der Woche Vieles über das tägliche Leben zu berichten gäbe. Alleine die Supermärkte gäben schon einen eigenen Beitrag ab und die Kaufhäuser protzen mit aufwändiger Innenarchitektur.

Diesmal berichte ich euch von meinem Wochenendausflug aufs Land. Und zwar in den Norden Thailands nahe der Grenze zu Myanmar (Burma). Zuerst ging es per Flugzeug nach Chiang Rai und von dort weiter mit einem Auto ins Gebirge in ein kleines Bergdorf im „Goldenen Dreieck“ Thailands.

Es gibt nur ein kleines Hotel, das auch die einzige Möglichkeit bietet zu Essen zu gelangen. Sehr abenteuerliche Hotelküche, wenn unser Marktamt das sähe. Und ohne Mikrowellenherd und Dampfgarer. Gekocht wird in über einer Feuerstelle hängenden Kesseln. Das gebotene Menü (man kann nichts auswählen) wirkt ebenfalls sehr exotisch und wird auf einem Bananenblatt angerichtet. Die Löffel sind aus Bambus geschnitzt, sind aber nur für die Suppe gedacht. Sonst findet man sich mit Essstäbchen zurecht. Und es gibt gutes, kühles Bier.

Am nächsten Tag, den Valentinstag, gibt es eine Führung durchs Dorf. Die Kinder eilen herbei und erwarten sich Süßigkeiten. Sie kann man natürlich nicht enttäuschen und wir machen einen Stopp beim örtlichen Greissler. wo die Kinder um einen bestimmten Betrag auf meine Rechnung bestellen dürfen. Dann geht es per Auto zu anderen Sehenswürdigkeiten. Zu erst zu einer Teeplantage und dann einer Kaffeeplantage. Mit Verkostung natürlich.

In einem anderen Dorf wird anlässlich der Feierlichkeiten zum chinesischen Neujahr ein Schwein abgestochen. Zuvor gibt es aber noch lange Gebete eines Schamanen, der dabei ein Huhn in seinen Händen hält. Das Schwein wehrt sich, das Huhn ist ruhig. Bei der Weiterfahrt machen wir einen kurzen Stopp bei einem Sportplatz wo Männer etwas ähnliches wie Boule (Boccia) spielen. Nur statt Kugeln werden schwere Holzkreisen geschleudert, die zuvor durch eine Leine die an einem Stock angebunden ist, zum Kreiseln gebracht werden. Kinder ich sag´s euch, Sachen gibt es auf dieser Welt.

Im nächsten Dorf baden die Kinder in geernteten und geschälten Kaffeebohnen, die die Erwachsen anschließend mit der Hand nach Qualitätsmerkmalen aussortieren. Die guten ins Töpfchen, die schlechten in Kröpfchen. Auch dort warten schon die Kinder und gemeinsam geht es wieder zum lokalen Händler um Süßigkeiten zu kaufen. Die Kinder bestellen eifrig. Jeder bestellt für rund 5 Bhat (14 Eurocent). Ich finde das ein bisschen knausrig und erhöhe auf 10 Bhat pro Kind. Einer kleiner Bub fragt mich, ob er das richtig verstanden habe. Ich bejahe es und er kann es kaum fassen um weitere 5 Bhat bestellen zu dürfen. Seine Augen leuchten, diesen Tag wir er so schnell nicht vergessen. So leicht kann man Kinder erfreuen. Obwohl sie ohnehin sehr glücklich wirken und viele andere Kinder zum Spielen haben. Ich kaufe mir lokalen Tabak, der auch nicht schlecht ist.

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