Im goldenen Käfig

Natadola, Mittwoch 21. April 2021, 23:00 Uhr

Ich bin wieder zurück auf den Fidschis. Da die Fidschis von Österreich aus gesehen ziemlich genau auf der anderen Seite der Welt liegen, ist es eigentlich egal um welche Seite der Erde man herum reist. Normalerweise fliege ich über Asien, da man in den USA aus Sicherheitsgründen das Gepäck abholen und nochmals einchecken muss. Das ist mir meist zu mühsam. Aber diesmal habe ich mich für die USA entschieden, da es sonst keine Flugpläne gab bei denen man mit nur einem Zwischenstopp mit Übernachtung auf die Fidschis fliegen kann.

Und der schnellere Weg war diesmal über die USA. Dort war nur eine Nacht Zwischenlandung in Los Angeles notwendig und somit musste ich hierfür sowieso ich mein Gepäck aus- und wieder einchecken. Eigentlich ist die Einreise aus Europa verboten aber mit meinem Diplomatenvisa geht das und es wurden nicht einmal meine Fingerabdrücke genommen.

Von Los Angeles nach Nadi (Fidschi) hatte ich dann wieder Business Class, die nur mit vier Personen besetzt war. Irgendwie scheinen sich die Fidschianer Covid -Tipps von den Thais geholte zu haben, denn es waren auch hier keine alkoholischen Getränke an Bord erlaubt. Was der Sinn dieser Maßnahme ist, ist mir unerklärlich.

In Fidschi angekommen ging es gleich mit einem Taxi zu meinem Quarantänehotel ins etwas 30 Fahrzeitminuten entfernten Natadola. Mit Polizeieskorte. Während der Fahrt zu meinem Hotel machte das Polizeiauto vor uns mächtigen Wirbel. Mit Blaulicht und Sirene überholten wir andere Fahrzeuge, fuhren auf der Gegenfahrbahn und waren viel zu schnell unterwegs. Diese Eile ist mir unerklärlich, da meine Vitalfunktionen noch bestens waren.

Das Hotelzimmer ist allerdings der Hammer. Das Beste was es für Quarantäne gibt. Ein kleiner Garten mit Sonnenliegen, einen gar nicht so kleinen Privatpool, eine Badewanne im Freien, gemütliche Sitzmöglichkeiten und das Zimmer so groß, dass man sogar joggen könnte. Naja, nur dann wenn man bereit ist 300 Runden darin zu drehen. Das Essen kommt allerdings nicht an jenes in Sydney oder Bangkok heran. Alles in Plastikgeschirr und geschmacklich nicht gerade der Wahnsinn. Aber immer noch als gut zu bezeichnen. Kann aber mit der Qualität des Zimmers bei Weitem nicht mithalten. Und … man glaubt es kaum … auch hier herrscht in der 14 tägigen Quarantäne Alkoholverbot. Nicht einmal ein kleines Bierchen ist gestattet. Ich wurde gefragt ob ich eh nichts Diesbezüglich im Koffer hätte. Leider nicht: in LA hatte der duty free shop noch geschlossen und in Fidschi sowieso. 😦

Am 4. Tag hatte ich meinen ersten Covid-Test. Das Testergebnis traf am sechsten Tag ein und da es negativ war, durfte ich heute das erste mal mein Zimmer verlassen. Man wird gefragt wann man die halbstündige „Exercise“ machen möchte. Eigentlich wird einem ein Termin angeboten. Zur vereinbarten Zeit wurde ich von einer dem Militär angehörigen Wache abgeholt. Ich wollte zum Meer gehen. Er hat mich ungläubig angesehen. Das sei nicht erlaubt. Nur auf dem vorgesehen rund 300 Meter langen Weg durch die Anlage darf man auf und ab gehen. Na super. Er ging vor und ich hatte in einem Respektabstand zu folgen. So hatte ich mir das eigentlich nicht vorgestellt. Irgendwann schien er dann genug vom Auf- und Abwandern gehabt und mir mitgeteilt, dass er hier lieber warten werde und ich solle allein weitergehen, da ich den kurzen Weg nun eh schon kenne und mich sicher nicht verlaufen werde. Ich schlenderte den Weg auf und ab und genoss die schöne Gartenanlage. Es gab auch noch eine andere Person die auf diesem Freigang war. Eigenartigerweise grüßte er mich jedes mal wenn wir uns begegneten. Das war so ungefähr fünf mal.

Ich fragte dann die Wache ob ich morgen das Ganze auch laufend zurücklegen kann. Er bejahte, belehrte mich aber auch, dass bei Regen der Freigang gestrichen wird.

Bald nach meiner Ankunft gab es den ersten Covid-Fall im Inland. Eine Dame die in einem Quarantänezentrum arbeitet hatte sich offenbar bei einem Soldaten der aus dem Ausland kam angesteckt. Bevor sie noch von Ihrer Krankheit wusste besuchte sie noch eine Beerdigung und zog zu ihrer Familie. Nun wurde Nadi zum Sperrgebiet erklärt. Heute gab es den ersten Fall in Suva. Und alle Fitnessstudios, usw. mussten sofort schließen. Super, da hätte ich gleich in Wien bleiben können. Naja, eine Woche noch, dann darf ich raus und nach Hause. Mal sehen wie sich die Lage entwickelt.

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