Mt. Korumbamba

Suva, Montag 18. Oktober 2021, 20:00 Uhr

Diesen Montag war Feiertag und da das Wetter nicht schlecht war und ich meine Abenteuerlust in den letzten Monaten sehr zügeln musste, wollte ich unbedingt wieder einmal etwas unternehmen. Eine Wanderung sollte es werden. Nach nur 15 Autominuten erreicht man den Fuß des Mount Korumbamba. Wie der Name schon klingt. Total exotisch, ein wenig nach Afrika finde ich. Jedenfalls nach Urwald. Könnte durchaus auch in einem Mickey Maus Heft vorkommen. Zwar war ich schon einmal vor rund 1 1/2 Jahre oben, jedoch habe ich euch nicht hiervon berichtet (glaube ich zumindest).

Damals war ich mehr oder weniger der Einzige auf diesem Berg, diesmal hingegen – wahrscheinlich bedingt durch den Feiertag – war es eine regelrechte Völkerwanderung. Ich starte so um 10:45 Uhr und war dann kurz nach Mittag oben. Also aufwärts dauert es somit 80 – 90 Minuten. Man sollte unbedingt darauf achten, dass es an den Vortagen nicht geregnet hat. Denn sonst ist dieser Berg aufgrund der glitschigen Erde so gut wie unbezwingbar.

Ich mit Sportschuhen, einem Rucksack mit Getränken, Erste Hilfe Set, Schweizer Taschenmesser, T-Shirt zum Wechseln, zwei Äpfel ausgestattet, die Fidschianer Barfuß oder mit Flipflops und Plastiksäcken in den Händen gefüllt mit Getränken. Bin ich froh, dass ich keinen Kompass mithatte.

Am Anfang ist es bereits von den herabfließenden Bächen recht morastig und ich versuchte meine Schuhe durch kunstvolles Herumtänzeln relativ sauber zu halten. Welch unnötige Übung. Wenn ich geahnt hätte, wie mein Schuhe nach der Wanderung aussehen, wäre ich unbekümmert durch die Morastlacken gelatscht. Der Untergrund des Berges besteht zum überwiegenden Teil aus rotem Lehm. Wenn dieser ganz leicht feucht ist, ist er sehr kompakt und griffig. Wenn es aber regnet wird er so rutschig, dass es kein Halten mehr gibt. Hilfreich sind da die vielen Bäume und Sträucher an denen man sich anklammern kann. Wehe diese fehlen aber einmal.

Nach einem kurzen steilen Anstieg, nach dem man schon beträchtlich schwitzt, geht es zu Beginn eher moderat aufwärts. Stellenweise erinnert es an einen Herbstwandertag in Österreich. Die Bäume sind nicht unähnlich unseren und es liegt auch rotes und gelbes Laub auf dem Weg. Heimatgefühle werden wach.

Dann aber wird es steiler und steiler. Die Vegetation verändert sich immer mehr in Urwald (Lianen, Palmen, und so) und auch die Vögel machen dazu passende Töne. Kleine Flüsschen, umgestürzte Bäume, … Und jede Menge Menschen die auf- und abwärts streben. Normalerweise habe ich im Wald gerne Ruhe und genieße die entsprechende Geräuschkulisse. Die Fidschianer hingegen sind laut: Sie grüßen freundlich, lachen laut (besonders die Frauen) und haben ihre Musikplayer mit. Alles ein wenig nach Party …. und es gefällt mir trotzdem.

Und irgendwann kommt dann das Klettern. Die verzweigten Urwaldwurzeln eignen sich gut um teilweise auf allen Vieren vorwärts zu kommen. Mir läuft der Schweiß sturzbachartig den Körper hinunter. Irgendwann habe ich es dann geschafft …. und oben angelangt beginnt es zu regnen. Das tut der Laune der Fidschianer aber keinerlei Abbruch. Alle sind fröhlich den Berg bezwungen zu haben …. und es herrscht wieder Partystimmung.

Nach ein wenig Panoramarundblick, einigen Fotos, einem Apfel und etwas Getränke mache ich mich wieder auf den Rückweg. Mit einem flauen Gefühl im Bauch. Der Regen hat die rote Erde mittlerweile eine glitschige Masse verwandelt. Was schon beim Bergaufgehen manchmal dazu geführt hat, das man abrutsche wird jetzt zur gefährlich Rutschpartie. Der Trick liegt darin die Bäume und Sträucher zur Geschwindigkeitsverringerung zu verwenden. Die Wurzel bremsen nicht und sind selbst glitschig, genauso wie die Erde und das Laub. Fast schon unten angelangt, gab es einmal kein Halten mehr und ich rutschte bäuchlings ein paar Meter in der roten Erde. Vor der Heimfahrt musste ich mich umziehen um nicht das Auto zu versauen.

Was habe ich gelernt? Schwer zu sagen, was das beste Schuhwerk ist. Vielleicht wirklich eine Kombination aus Barfuß und Flipflops. Oder Badeschuhe. Ein Fidschianer lief den Berghinab. In Fußballschuhen. Ich denke das ist das Beste. Oder zumindest grobe Stollen auf der Sohle.

Ganz liebe Grüße euch allen.

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