Ende des Fidschiabenteuers

Suva, Donnerstag 21. April 2022, 16:00 Uhr

Tja, liebe Leserinnen und Leser meines Blogs über mein Fidschiabenteuer, wie ihr bereits in den letzten Blogbeiträgen lesen konntet, geht die Abenteuerserie hier zu Ende. Dies ist der 126. Blogeintrag und damit der letzte.

Mein Büro ist geräumt, meine Wohnung ist es ebenfalls nahezu, das Auto wird noch heute Abend verkauft und mein Abflug nach Bangkok ist Samstag morgens um 8:40 Uhr (da ist es bei euch noch Freitag 22:40 Uhr). Dann geht es über Melbourne im Süden Australiens, nach Thailand.

Und ja, ich bin traurig. Sehr sogar. Hier hat es mir sehr, sehr gut gefallen. Vor allem die Leute sind hier extrem freundlich und herzlich, die kleine Stadt mit ihrem bunten Treiben und vor allem der Markt sind mir ans Herz gewachsen. Ich glaube, dass mir der Abschied so schwer fällt hat weniger damit zu tun, dass ich mich hier schon eingewöhnt habe (dreieinhalb Jahre sind eine lange Zeit) und deshalb ungerne weggehe, denn in Wien war ich noch mehr eingewöhnt und bin gerne weggegangen. Andererseits sollte das Heimweh nach so langer Zeit mehr und mehr werden … aber: nichts! Obwohl ich Sehnsucht nach euch habe, fehlt mir meine Heimat eigentlich gar nicht. Aber wie beschrieben enden meine Abenteuer noch nicht notwendigerweise. Nur eben ist es nicht mehr (mein) Fidschi.

In den nächsten 2 Monaten werde ich jetzt mal aus Bangkok als freischaffender Consultant arbeiten. Ich wurde schon über meine nächsten 2 bis 3 Wochen-Jobs informiert: neben Fidschi werden dies Tonga, Samoa und die Solomon Inseln sein. Da es noch immer in vielen Ländern dieser Region Reisebeschränkungen gibt, werde ich persönlich wahrscheinlich nur Fidschi und Tonga bereisen, der Rest wird über Videokonferenz abgewickelt. Aber dies ist nur aus heutiger Sicht betrachtet, es sollte noch einiges dazu kommen. Lieber wäre mir allerdings ein langfristiger Vertrag auf einem anderen Kontinent.

War heute noch einmal kurz in meinem (ehemaligen) Büro um ein paar Sachen abzugeben und mein (ehemaliger) Chef hat gemeint, dass ich wahrscheinlich schon sehr bald für ein paar Wochen zurückkehren werde, da das Ministerium angeblich bald mit der Wirtschaftsprognose beginnen möchte. Hätte ja hier auch noch ein wenig länger zuwarten können, aber irgendwann ist eben gebucht. Mir soll auch eine kurzfristige Rückkehr recht sein, aber dann habe ich weder mein Auto noch meine Wohnung und wohne in einem Hotel. Naja, besser als überhaupt kein Fidschi. Ich habe mich hier bereits sehr zugehörig gefühlt und viele Einwohner kannten mich persönlich oder zumindest vom Sehen her.

Wenn ich jetzt hier noch herumwandle um letzte Einkäufe zu machen, hätte ich noch viele Ideen für „ein letztes Mal“ (Läufe, Fitnessstudio, Besuche, Bars, Geschäfte, Restaurant, Markt), aber die Zeit wird dafür nicht reichen. Somit ist das letzte mal oftmals schon gewesen, nur war es mir damals nicht bewusst. Die hohe Wahrscheinlichkeit, dass ich aber für ein paar Wochen wiederkehre, stimmt aber versöhnlich und tröstlich.

Langzeitparker im Hinterhof

Morgen werde ich die Nummerntafeln meines Autos zurückbringen, unbedingt noch zum Markt gehen, ein Vormittagsbier in der Stadt wäre ein Hit, vielleicht auch noch ein letzter Lauf entlang der Uferpromenade. Am späteren Nachmittag geht es dann per Inlandsflug auf die andere Seite der Insel und am Morgen weiter.

Ich werde versuchen alle Beiträge dieser Blogserie herunter zu laden und in ein Dokument zu fassen. Wenn mir das gelingt, könnte ich euch diesen Reisbericht zukommen lassen. Ich danke euch allen die ihr mir hier so ausdauernd gefolgt seid und hoffe dass es mir gelungen ist euch spannend, informativ und auch humorvoll zu unterhalten. Freue mich schon riesig auf ein Wiedersehen mit euch.

Alles Gute, wo immer ihr auch gerade sein mögt.

Letzte Arbeitswoche auf den Fidschis (?)

Suva, Dienstag 12. April 2022, 23:15 Uhr

Nachdem ich bereits in meinem letzten Blogeintrag kurz das Ende meines Fidschiabenteuers anklingen lassen habe, möchte ich nun für ein wenig Aufklärung sorgen.

Offiziell endet mein Arbeitsvertrag als langfristiger Expert des IWF für Fidschi am 16. April, also nach 3 1/2 Jahren (ja, schon so lange bin ich weg). Da dies aber Karsamstag ist, ist mein effektives Ende bereits übermorgen am Donnerstag. Da gibt es auch eine kleine Abschiedsfeier für mich und ich muss mein Büro räumen, Computer und Handy zurückgeben, ….

Kehre ich dann gleich nach Österreich zurück? Langsam, langsam. Meine Krankenversicherung des IWF läuft noch 3 Monate weiter. Dann muss ich wohl nach Österreich zurückkehren, außer ich finde eine weitere dauerhafte Stelle. Irgendwo auf der Welt. Zurzeit habe ich noch ein paar Bewerbungen für die UNO offen, Stellen in Afrika und Lateinamerika. Mal sehen was daraus wird. Mit meinem Arbeitgeber in Wien habe ich jedenfalls ausgehandelt, dass ich spätestens Ende Mai mitteilen muss, wann (und ob) ich effektiv nach Wien zurückkehre. Allerdings muss ich vor meiner tatsächlichen Rückkehr noch einen Monat Urlaub abbauen und beim IWF habe ich noch 2 Monate Urlaub offen. Also kann es noch eine Weile dauern bis ich tatsächlich in Österreich lande.

Ukulele and me

Zunächst werde ich einmal für einige Zeit nach Thailand ziehen und von dort aus an einigen Projekten für den IWF zu arbeiten. Allerdings weiß ich noch immer nicht wann ich von den Fidschis abreise. Das dortige Wirtschaftsministerium und der IWF wollen unbedingt ein Projekt zur Wirtschaftsprognose starten. Und da hat man an mich gedacht. Aber noch hat das Ministerium den Termin nicht bestätigt. Lassen die sich zu sehr Zeit, werde ich das als Teleworking von Bangkok aus machen, oder ich fliege für zwei bis drei Wochen von dort wieder auf die Fidschis zurück. Mal sehen wie sich das alles gestaltet.

Mein Büro räume ich jedenfalls am Donnerstag und meinen Nachfolger schule ich bereits seit einer Woche ein. Habe trotz meines derzeitigen Arbeitsstresses in der Endphase die letzten beiden Wochenenden für Tauchen freigehalten. Noch ein letztes mal genießen, noch ein letztes mal auf meine Trauminsel Leleuvia. Nur Sand, ein Resort (nur Hütten), keine Straße, kein Verkehr, keine Schuhe. Nur Meer, Sonne, Sand und ein wenig Bier. Dort hat sich irgendwie meine Abreise herumgesprochen und so spielte die Wochenendband auch noch ein Abschiedsständchen für mich und mir wird eine Torte geschenkt. Da wurden mir die Augen ziemlich feucht.

Dann auch noch die Abfahrt von der Insel. Soll es das alles schon gewesen sein? Glaub ich nicht, darf nicht sein. Jedenfalls werde ich sehr dafür kämpfen, dass das Abenteuer weiter geht. Wo auch immer, wann auch immer. Werde euch nächste Woche nochmals mit den neuesten Neuigkeiten versorgen. Auf alle Fälle komme ich zumindest auf Besuch nach Wien. Spätestens im August sehen wir uns wieder. Versprochen!

Retreat und Betriebsausflug

Suva, Dienstag, 22. März 2022, 20:45 Uhr

Einmal im Jahr macht meine „Firma“ eine Art Ortswechsel. Dazu fahren wir auf die andere Seite der Insel um im touristisch erschlossenen Westen in einem Hotel 2 Tage (3 Nächte) zu verbringen. Am ersten Tag gibt es immer eine Art Klausur wo wir Allgemeines besprechen. Also interne administrative Abläufe, Verbesserungen, …. und so Zeugs. Am nächsten Tag steht dann „team building“ auf dem Programm, was eigentlich ein Betriebsausflug ist. Also der Hauptgrund unserer Reise.

Mein Chef hat mich und einen weiteren Kollegen in seinem Auto auf die 3 1/2 stündige Fahrt mitgenommen, wo wir uns schlussendlich mit dem Rest der Truppe im Sofitel Hotel getroffen haben. Sehr netter Schuppen mit eleganten Zimmern und einem netten Outdoor Pool. Nach der Ankunft gab es mit ein paar Kollegen ein gemeinsames Abendessen und natürlich einen Gute-Nacht-Drink (night cap) an der Strandbar. Und das war´s dann auch schon für den Anreisetag.

Am nächsten Tag nach dem Frühstück dann ganz „wichtiges“ Meeting in dem auch meine Verabschiedung angekündigt wurde (schluchz). Mittagessen im Hotel gemeinsam, danach wieder Besprechung. Danach ging es für mich noch schnell ins hoteleigene Fitnesscenter bevor es wieder Abendessen gab. Ja, natürlich nicht zu vergessen: den Gute-Nacht-Drink gab es auch wieder.

Nächsten Morgen kurzer Trip zum Hafen und nach einem Kaffee aufs Boot. Nach knapp einer Stunde Fahrzeit sind wir auf „unserer“ kleinen Insel. Es sind aber auch andere Besucher mitgekommen. Angeboten wurden dort:

  • Schnorcheln am Riff
  • 2 mal am Tag ein kurzer Schnorchelausflug
  • Glasbottom Boot
  • Massage (aufzuzahlen, Foto von Kollegen)
  • Babyschildkrötenfreisetzen
  • …. und Gratisbier (neben dem inkludierten Mittagessen … aber das zählt nicht)

Ich widmete mich natürlich dem Schnorcheln und dem Bier. Und die australischen Kollegen lehrten mich ein Kartenspiel, das leichte Ähnlichkeit mit unserem Bauernschnapsen hat. Also auch ein bisschen Bildungsurlaub. Vor der Abfahrt zurück zum Hotel ging es noch schnell auf ein kühles Bier in den Jacuzzi.

Dann wieder ins Hotel und Fertigmachen für gemeinsames Abendessen. Diesmal nicht im Hotel sondern am Hafen. Ich hab auch die Fiji Austern gekostet und vor allem das Preis-Leistungsverhältnis hat mich überzeugt. Cheap, cheap, cheap , … 6 Stück 6 US-Dollar.

Den nächsten Morgen am Montag (ich noch immer nicht krank von den Austern) dann wieder gemeinsam mit dem Chef und dem Kollegen zurück in seinem Diplomatenwagen nach Suva und gleich wieder in die Arbeit. That´s it. Waren tolle Tage mit netten Kollegen und prächtigem Wetter.

Levuka auf Ovalau

Suva, Dienstag 1. März 2022, 22:00 Uhr

Jetzt bin ich fast schon seit einem Monat auf den Fidschis und habe euch bisher nicht darüber geschrieben. Jetzt gibt es aber wieder etwas zu berichten. Aber nur weil ich wieder einmal einen Ausflug gemacht habe, denn sonst ist hier nur heiß und verregnet wie es typisch für den Osten der Insel im Sommer ist. Die Covid Maßnahmen werden mehr und mehr zurück gebaut und die einzige Einschränkung ist derzeit, dass man auf der Straße (sic!) Maske tragen muss. Aber natürlich keine FFP2 sondern irgendeine.

Mein Ausflug führte mich zur alten Hauptstadt Levuka auf der winzigen Insel Ovalau, bevor sich die britische Krone für Suva entschieden hat. Auf den großen anderen Inseln sind zuvor eigentlich nur die Missionare gelandet aber ausländische Siedler (Geschäftsleute, Abenteurer, …) haben die erste Siedlung auf Ovalau in der Mitte des 19. Jahrhunderts gegründet. Auch die erste Zeitung Fidschis wurde hier gegründet und Levuka war auch die erste elektrisch beleuchtete Stadt. Der Ort ist mittlerweile ziemlich herunter gekommen. Hinter der dem Meer entlang laufenden Hauptstraße, wo es mehr Wohnhäuser gibt, sieht es besser aus. Hier gibt es hübsche Gärten zu sehen die rund um kleine Häuschen angelegt sind und auch Schulen. Alles ist sehr grün und relativ sauber.

Ich bin mit dem Schiff nach 3 Stündiger Fahrtzeit angekommen, denn eine Flugverbindung gibt es nicht. Hierher verschlägt es nur Fidschianer, da es so gut wie keinen Tourismus gibt (ich war wieder einmal der einzige Weiße, was mir eigentlich eh recht ist). Zur mangelnden Tourismusinfrastruktur kommt auch noch die Covid Krise was es ziemlich schwierig machte ein Hotelzimmer zu finden.

In der Hauptstadt gibt es einiges Historisches zu bewundern. Kirchen, Kapellen, ein gestrandetes Schiff, ein Gebäude der Freimaurer aus dem Ende des 19. Jahrhunderts … Und wie gesagt, alles vom Verfall gezeichnet. Restauriert wird hier gar nichts. Dennoch hat vieles noch Charme.

Am zweiten Tag wollte ich in ein Hotel außerhalb fahren, wo man eventuell auf Tauchen kann. Allerdings war es geschlossen. Der Taxifahrer bot mir an mich statt dessen auf der „Hauptstraße“ rund um die Insel zu chauffieren. Die Anführungszeichen lassen schon erahnen, in welchem Zustand diese Straße stellenweise war. Dennoch war es eine spannende Tour. Man sah Leute die mit der Bibel in der Hand von der sonntäglichen Kirche wieder zurück in ihrer teils mehrere Kilometer weit entfernten Dörfer kehrten. Einige, wie darunter auch Kinder, durften auf den Dorfbus steigen.

Man fährt bei vom Tourismus unberührten Dörfern vorbei und alle Leute grüßen sehr freundlich. Damen tratschen im Fluss während sie ein kühles Bad nehmen und die Wäsche waschen. Dann war ich selbst noch in einem Fluss baden und sogar mit meiner Taucherbrille vier Meter unter Wasser. Herrlich warmes, klares Wasser. Mein Taxilenker hat mich nach 30 Minuten wieder abholt, derweilen er einige Verwandte im benachbarten Dorf besucht hatte.

Neben dem Hotelzimmer war es auch mit dem Essen nicht so einfach. Es gibt kaum Lokale und diese wenigen haben auch schon früh geschlossen. So wird das natürlich nix mit dem Tourismus. Interessant für einen Aufenthalt von 2 Nächten war es aber allemal. Und trotz fehlendem Strand kann man hier, wo ein Fluss über den eine Brücke führt der hier ins Meer mündet, ganz einfach ins Wasser springt.

Toledo

Montag 24. Jänner, 20:20 Uhr

Ich mag mittelalterliche Städte. Extra für euch habe ich 15 Minuten darüber nachgedacht, warum das so ist. Ich denke es liegt an mehreren Punkten die da zusammenspielen. Zum einem ist es deren unregelmäßige Bauweise. Schon allein ein Kopfsteinpflaster ist schön anzusehen, wenn es ein wenig unregelmäßig ist. Unterschiedliche Formen und Farben. Das mögen das Auge und das menschliche Gehirn generell. Gut, diese Kriterien treffen auch auf Slumsiedlung wie die Favelas zu, aber ich muss zugeben, dass auch diese mich faszinieren.

Ein weiterer Punkt ist dann vielleicht ein bisschen ihre einfache Bauweise. Alles besticht mehr durch die Grundformen und die Verzierung ist doch weniger als im Barockzeitalter (Versaille, Schönbrunn). Gut, das träfe nun wieder auch auf die heutigen Gemeindebauten auch zu, welche mir aber nicht gefallen.

Natürlich fühlt man sich in vergangene Zeiten zurückversetzt, aber warum genau in das Spätmittelalter und nicht in die Steinzeit oder das Biedermeier? Ich weiß es eigentlich nicht genau und hab diese Gedankenspiele nach 15 Minuten abgebrochen. Seht euch ganz einfach die Bilder dieses Blogs an, die ich in Toledo gemacht habe, und vielleicht könnt ihr meine Leidenschaft nachvollziehen.

Atocha

Toledo ist leicht von Madrid aus zu erreichen. Vom sehr schönen Madrider Bahnhof Atocha (siehe ganz oben) geht es in nur 30 Minuten mit dem Schnellzug nach Toledo. Nicht nur Atocha sondern auch der dortige Bahnhof ist wunderschön und lässt die orientalischen Einflüsse leicht erkennen (siehe oben). Spanien war ja lange Zeit von den nordafrikanischen Mauren und Berbern, wie auch von Juden und Christen bewohnt. Zeitweise funktionierte das Zusammenleben recht friedlich und Moscheen, Synagogen und Kirchen waren gleichzeitig in Städten wie Toledo anzutreffen. Erst Isabella von Castillien hat diesem Treiben um das Jahr 1500 ein Ende gemacht und alles umgetauft oder rausgeworfen was nicht christlich war.

Ich möchte euch nichts über die Geschichte Toledos erzählten, das lest ihr selbst am besten nach. Ich selbst bin einfach ohne Plan durch die Stadt geschlendert und habe fotografiert, gegessen, getrunken und die Eindrücke auf mich wirken lassen. Hab das dort berühmte Marzipan gekostet, das Museum des Malers El Greco besucht und eine Synagoge von innen besichtigt. Toledo ist auch für sein Messerschmiedekunst berühmt, aber als Reisender hält man sich dabei besser zurück da selbst die Kontrollen im Schnellzug in Spanien ähnlich wie auf Flughäfen sind. Nach ein paar Stunden ging es mit diesem Zug wieder zurück nach Madrid.

Im Norden Spaniens

Suva, Samstag 6. Februar 2022, 11:00 Uhr

Bereits nach ein paar Tagen bot sich die Möglichkeit einen meiner Jugendfreunde, der in den Norden Spaniens geheiratet hat, zu besuchen. Mein ehemaliger Arbeitskollege hat mir sein Auto geborgt und so bin ich an einem Vormittag aufgebroch. Da die Reise nach Estella (so heißt dieser Ort) immerhin 3 Stunden dauert, habe ich mir zuvor dort noch ein Hotel für eine Nacht gebucht, denn mit einer Rückreise am gleichen Tag wäre es nur ein sehr kurzer Besuch. Und ich hab ja Zeit, bin auf Urlaub. Die Autobahnen waren in tadellosen Zustand und wurden mit zunehmender Entfernung von Madrid immer leerer. Tempolimit von 110 km/h geht in Ordnung, zumal ich ja, genau, im Urlaub bin.

Es ging entlang eines wunderschönen Nationalparks der ein wenig wie der Monument Valley in Arizona aussah. Die Straße schlängelte sich durch viele interessant geformte, sandbraune Sandsteinberge die schön durch den Wind abgeschliffen sind. An meinem Ziel angekommen, traf traf ich schließlich meinen Freund und er führte mich durch die sein kleine Heimatstadt und erzählte mir nebenher sein Leben.

Am Abend holte ich ihn von seiner Wohnung ab wo ich seine Frau und seine Tochter kennenlernte. Danach gingen wir beide in einen Pub nebenan. Am nächsten Morgen verabschiedete ich mich von ihm, denn er fuhr mit seiner Familie in die Pyrenäen zum Schifahren und ich wollte noch – auf Empfehlung meines ehemaligen Arbeitskollegen – einen Stop in Pamplona einzulegen. Zuerst musst ich aber noch das Eis von meiner Windschutzscheibe kratzen. Ich sag’s euch, dieses Spanien ist wirklich ein Kälteloch.

Pamplona – die Stadt Hemingway’s, das Zentrum des spanischen Stierkampfs und berühmt für seine Tomatenschlachten und Stierläufe während des größten spanischen Volksfestes zu Ehren San Fermin’s im Juni (oder Juli?). Also habe ich mich auf den Weg gemacht um dem Ganzen ein wenig zu Folgen. Von der Plastik des Stierlaufes angefangen habe ich mich – vorbei an der Stierkampfarena und dem Gedenkstein Hemingway’s – ins Zentrum Pamplona’s vorgearbeitet. Sehr enge alte Gässchen mit den typischen kleinen Balkonen (französischen Fenstern) und schönen hölzernen Fensterläden. So gefällt mir das, da fühl‘ ich mich wohl. Die Schönheit der Stadt ließ mich bei der Anzahl meiner Fotos unvorsichtig werden und schon bald ging meine Akku zur Neige und damit auch meine Navigationsmöglichkeit. Nun musste ich versuchen den ganzen Weg so wie ich ihn gegangen bin aus meiner Erinnerung wieder zurück gehen. Was mir Gott-sei-Dank auch gelang. Dann ging es wieder zurück nach Madrid.

14 Tage Spanien

Madrid, Dienstag 25. Jan. 2021, 23:00 Uhr

Wer zur Zeit auf den Fidschis einreisen will muss generell für 14 Tage in ein Quarantänehotel. Außer man reist aus einem Land ein das wegen seiner hohen Impfquote auf der sogenannt „grünen“ Liste des Gesundheitsministeriums Fidschis steht. Dann sind es nur 3 Tage. Weil ich schon einmal die Mühen einer 14 tägigen Quarantäne auf den Fidschis durchschritten habe und diese auch durchaus nicht billig sind, habe ich mich entschieden lieber 14 Tage (so lange muss man sich dort nämlich mindestens vor der Einreise aufgehalten haben) in einem dieser in der Liste genannten Länder zu verbringen. Und da mein ehemaliger Arbeitskollege, Büronachbar und mittlerweile auch guter Freund dort wohnt und auch zwei Bekannte aus Jugendtagen, habe ich mich für Spanien entschieden. Die Impfquote ist dort über 90% und fast jeder ist mit Omikron infiziert. Und ich bin wieder einmal davongekommen, wie mein gestriger PCR-Test zeigte.

In Madrid war es ziemlich kalt aber die ersten 10 Tage gab es täglich wolkenfreien, sonnigen Himmel. Habe in Madrid meine beiden Freunde besucht und war auch bei deren Familien zum Abendessen eingeladen, war mit einem von ihnen 5 mal laufen, habe das Essen (spanischer Schinken mit gutem Rotwein, Tortilla, Paella, … ) genossen und mich ein wenig in der Stadt umgesehen.

War zwar nicht das erste Mal in Madrid, aber dennoch gibt es immer Neues zu entdecken. Von Madrid auch zwei Ausflüge unternommen. Einen in den Norden nach Pamplona und einen in den Süden nach Toledo. Davon werde ich euch in meinen zwei folgenden Blogeinträgen berichten. Denn ich fürchte zu Anfangs wird es von den Fidschis noch nicht viel zu berichten geben.

Noch mehr Weihnachten

Madrid, Mittwoch 12. Jan., 2022, 11:30 Uhr

Es war wieder wunderschön in meiner Heimat zu sein und so viele Freunde, Bekannte und Familienmitglieder zu sehen. Hier noch ein kleiner Nachtrag zu dem Bericht zuvor.

Habe am 22. Dezember, gleich nach der Ankunft in den Bergen, ein Tannenbäumchen gekauft und es am nächsten Tag in einen Weihnachtsbaum verwandelt. Hier die „Vorher“-„Nachher“ Fotos. Nicht schlecht, gell?

Und was habe ich dort in den Bergen in der Abgeschiedenheit so getrieben? Naja, Freunde und Familienmitglieder sind im Schichtwechsel aufgetaucht und wir haben geplaudert, gegessen und getrunken. Reicht doch, oder? Gut, ein paar mal ging ich spazieren mit meinen Besuchern und meine Tochter und ihr Freund nahmen mich auf eine Wanderung mit. Ein wenig Bewegung zwischen dem üppigen Essen muss schon auch sein.

Das neue Jahr hat recht vielsagend begonnen. Bislang hatte ich in meinem Leben noch nie zwei Dotter in einem Ei gehabt. Und diesmal in einer Packung (Bio-Eier), gleich zwei. Na wenn das kein gutes Omen ist.

Und dann habe ich mich doch entschieden mir in Österreich die zweite Auffrischungsimpfung (booster) verabreichen zu lassen. Auch wenn es vielleicht schwierige administrative Hürden auf den Fidschis gibt, mir diese anrechnen zu lassen. Aber der Stephansdom als Impfort war doch zu verlockend. Gibt was her für Fotos. Und danach endlich wieder einmal ein Wiener Schnitzel mit Kartoffelsalat, gefolgt von Apfelstrudel und einem Kaffee. Herrlich.

Wahrscheinlich habt ihr euch bei der obigen Ortsangabe zu diesem Blogeintrag gefragt was ich in Madrid zu schaffen habe? Es verhält sich so, dass Fidschi nur Leute einreisen lässt, die aus einem „sicheren“ Land kommen. Und das sind vornehmlich solche mit einer hohen Impfquote wozu Österreich nicht wirklich gehört. Würde ich somit von Österreich einreisen, müsste ich für 2 Wochen in ein Quarantänehotel. Hatte ich schon mal, ist kein Spaß. Also warum nicht in eines dieser sicheren Länder reisen, dort lockere 2 Wochen (solange muss es sein) in Freiheit verbringen und dann direkt von dort auf die Fidschis fliegen, wo man sich dann nur mehr für 3 Tage quarantänieren muss? Noch dazu kenne ich ein paar Leute in Madrid die es wieder einmal zu besuchen gilt.

Aber von Spanien habe ich bislang noch zu wenig Material um daraus einen Blogeintrag für euch zu stricken. Da müsst ihr euch noch ein wenig gedulden und den nächsten Beitrag abwarten.

Weihnachten in der Heimat

Windischgarsten, Donnerstag 23. Dez. 2021, 12:00 Uhr

Diesmal hat es geklappt und weder Covid19 noch ein Wirbelsturm haben meine Reise zurück in die Heimat vereitelt. Ich war bereits am Vortag nach Nadi geflogen um den nächsten Morgen keinen Stress zu haben.

10 Stunden von Nadi nach Singapur (dabei wären die Weihnachtsinseln laut Monitor im Flugzeug doch so nahe -> siehe Foto), 5 Stunden Aufenthalt. Dann 11 Stunden nach Istanbul. Nochmals 3 Stunden Pause und dann in 2 Stunden nach Wien. Schon beim Blick aus dem Flugzeug kam eisige Freude in mir auf. Ungarn, Niederösterreich und Wien präsentierten sich in weißem Festtagskleid.

5 Tage Quarantäne dann freitesten und los geht der – eingeschränkte – wienerische Vorweihnachtsspaß. Zwei Weihnachtsmärkte in der Wiener Innenstadt gingen sich aus und ein paar Einkäufe für meine bevorstehende Reise nach Windischgarsten in Oberösterreich und eine Adventjause bei meiner Tochter.

Bei der Ankunft schon stattliche -10 Grad, für einen Fast-schon-Fidschianer schon sehr kalt. Da heißt es den Kachelofen ordentlich einheizen, heißen Tee und Alkohol trinken. Und … ich finde Zeit diesen Blog für euch zu schreiben. Heute noch ein wenig einkaufen bevor ich den Weihnachtsbaum aufputze damit er morgen an Heiligabend im Lichterglanzerstrahlt und meine ersten Gäste erfreut. Nach der Bescherung werden wir Raclette essen und am Christtag werde ich Schweinsbraten kochen.

Werde mich bald wieder melden und wünsche euch allen zumindest schon mal frohe Weihnachten

Vorweihnachtszeit in Fidschi

Suva, Donnerstag 9. Dezember 2021, 22:30 Uhr

Ich bin schon recht aufgeregt. In ein paar Tagen geht es über Weihnachten zurück in die Heimat. Endlich wieder Familie und Freunde treffen und nicht wie im letzten Jahr Weihnachten alleine in der Südsee zu feiern. Damals kam mir nach mehreren wegen der Covid-Krise gescheiterten Reiseversuchen ein Wirbelsturm dazwischen. Aber diesmal könnte es klappen. Wenngleich die Nachrichten aus der Heimat über die Einschränkungen bei Restaurant- und Weihnachtsmarktbesuchen nicht gerade gut klingen. Aber zumindest wieder einmal Freude und Familie sehen.

Hier ist es ja auch recht nett in der Vorweihnachtszeit. Wenngleich zur Zeit hier Sommer ist und die Temperaturen jenseits der 30 Grad liegen, wird auch hier fleißig dekoriert. Mehr Kitsch als Idylle aber immerhin. Hier ein paar Fotos von Geschäften.

Meine gesamte Weihnachtsdekoration nimmt sich dagegen eher ärmlich aus

Wie im letzten Beitrag erwähnt war ich das erste Mal seit langem wieder tauchen. Wunderschöne Reise durch die üppig grünen Berge und auch Kühe gab es zu sehen. Wenn man sich die Palmen wegdenkt ein bisschen wie in Österreich. Schöne geschlungen Straßen durch ärmliche, aber sehr saubere, schön mit Pflanzen dekorierte Dörfer mit Straßenverkauf von Obst. Eine niedlich, kleine Tankstelle, alles sehr putzig.

Auch eine Schneiderei gab es in dort

Und hier noch ein paar Eindrücke

Bis dann …..