Ein paar Neuigkeiten

Suva, Montag 14. Juni 2021, 13:00 Uhr

Nun hat sich hier bei mir endlich wieder ein bisschen was getan. Ich war bei der Covid-Impfung und mein Auto beim Service und Pickerl.

Meine Angst vor einer Virusinfektion rührt eher von einer Angst andere Personen anzustecken als selbst infiziert zu werden. Nach meinen bisherigen Erfahrung mit Grippe und anderen Krankheiten bin ich mir ziemlich sicher, dass diese Krankheit bei mir sehr milde verlaufen würde. Allerdings möchte ich keinesfalls Schuld am Tod von irgendwelchen Leuten sein. Als ich erfahren habe, dass ich durch eine Impfung zwar nicht selbst erkranken aber immer noch andere infizieren kann, sank meine Impfeuphorie natürlich . Aber wie hat meine Mama immer gesagt: Hilft’s nix, so schadt’s nix. Außerdem fürchte ich, dass man hier auf den Fidschis erst wieder zur Normalität zurückkehrt, wenn ein gewisser Prozentsatz der Bevölkerung geimpft ist. Und dazu möchte ich so schnell wie möglich beitragen.

Also habe ich mich beim hiesigen Gesundheitsministerium erkundigt. Die meiner Wohnadresse nächstgelegene Impfstation befindet sich in der Volksschule von Samabula (sprich: Samambula). Also nichts wie hin. Die Anstellzeit vor dem Gebäude war kurz und kurzweilig, da man durch das Eintreffen der unterschiedlichsten Menschen hier unterhalten wird. Ich muss gestehen, dass mir die vorbeiströmenden Leute in Österreich ziemlich egal sind, während ich mir hier jede einzelne Person genau ansehe. Mir ist nicht ganz klar warum aber vielleicht liegt es daran, weil diese hier wirklich anders aussehen.

Die Impfstation ist im überdachten Veranstaltungsbereich zwischen zwei Schulgebäuden untergebracht. Keine Voranmeldung im Internet ist erforderlich aber man muss eine Karte mit einer Einverständniserklärung unterschreiben. Besonders amüsant fand ich die dritte Frage, ob man glaube die Vor- und Nachteile der Impfung verstanden zu haben.

Ich war eigentlich recht rasch an der Reihe. Die von Militär und Krankenpflegepersonal betreute Abwicklung ging recht zügig von statten. Ein Foto erlaubte die Krankenschwester nur, wenn sie nicht darauf abgebildet wird. So soll es sein.

Vielleicht habe ich euch letztes Jahr von der jährlich vorgeschriebenen staatlichen Fahrzeugüberprüfung berichtet. Damals musste ich auf eine Rampe fahren. Der sich darunter befindliche Inspektor bat mich meine Lenkrad hin und her zu drehen. Das wars auch schon. Keine Abgasüberprüfung, keine Kontrolle von Bremslichtern oder Blinkern, keine der Bremsen oder Leitungen, nicht einmal Rostschäden wurden gesucht. Diesmal ging es noch flotter. Ich musste nicht einmal das Lenkrad hin und her drehen.

Die Haftpflichtversicherung die auf den Fidschis nur Personenschäden abdeckt (eine Sachschadenversicherung ist nicht verpflichtend) kosten rund 75 Euro und kann dort gleich für ein Jahr bezahlt werden. Dann bekommt man ein Plakette, die man selbst auf die Innenseite der Scheibe kleben muss. Eigentlich hasse ich Amtsgänge und vor allem das Warten. Hier ist es aber gar nicht so schlimm, da alles interessant erscheint. Die Leute, das Gebäude und die Abwicklung. Obwohl man versucht sich an Verfahrensvorschriften zu halten – wie man dies von einer gut funktionierenden Verwaltung erwarten kann – blitzt das Menschliches, individuelle immer wieder freundlich durch. Das ist sehr nett.

Unverändert trüb hier

Suva, Dienstag, 2. Juni 2021, 21:00 Uhr

Was soll ich euch heute bloß wieder berichten? Es passiert zur Zeit wirklich nur wenig Berichtenswertes. Das Wetter ist mies und täglich werden rund 20 neue Covid-Fälle entdeckt. Das bedeutet: Nach wie vor herrscht ab 18 Uhr Ausgangssperre, untertags haben nur wenige „notwendige“ Geschäfte offen und es befinden sich daher nur wenige Menschen auf den Straßen und wenn dann stehen sie in einer Schlange (siehe Video). Ich bin nicht unbedingt ein großer Menschenliebhaber aber ich muss gestehen, dass mir die Fijianer auf den Straßen abgehen. Deren Lebensmut, Geduld und Freude sind ganz einfach ansteckend.

Die Regierung nimmt es mit den Covid-Maßnahmen sehr ernst. Die Brauerei musste schließen und es gibt fast nur mehr Importbier; auch die Zigarettenfabrik wurde stillgelegt. Die Restbestände in den Geschäften schmelzen dahin und es gibt bei Tabakprodukten keine Importware. Und zu alledem habe ich auch noch Salz beim Kochen verschüttet (siehe Bild rechts). Was das bedeutet, wisst ihr ja selbst.

Der Markt hat aber noch geöffnet. Das ist gut. Hier gibt es noch Leben.

Auch die Fidschianer widmen sich während dem Lockdown mehr der Haus- und Gartenarbeit. Wie ihr auf dem Foto seht, klettert mein Nachbar auf die Palme …. um alte Wedeln zu entfernen. Das macht man hier sonst nie. Oder wollte er doch Kokosnüsse ernten?

Ich bin gezwungen von zuhause aus zu arbeiten und treffe somit auch keine Kollegen. Das ist real social distancing. Wenn es das Wetter erlaubt gehe ich entlang der Uferpromenade oder um den Albert Park laufen. Pflichtgemäß trage ich währenddessen eine Maske. Sobald ich aber wieder Abstand zu anderen gewonnen habe, ziehe ich sie herunter, da ich sonst ersticken würde.

Tja, das wars auch schon wieder. Nächste Woche werde ich aber wahrscheinlich geimpft, bringe meine Auto zum Service und lasse es überprüfen. Dann gibt es wahrscheinlich wieder mehr zu erzählen. Bleibt gesund!!

Im Südpazifik nichts Neues

Suva, Montag 10. Mai 2021, 11:00 Uhr

Habe einige Zeit überlegt, ob und wann ich euch wieder einen Blogeintrag schreiben soll. Es passiert hier zur Zeit recht wenig. Oder besser gesagt nichts was ich Blogfüllend berichten kann.

Der Titel verriet es ja schon. Wenngleich …. er eigentlich falsch ist. Das wesentliche, vieles verändernde Ereignis hier war die Rückkehr des Viruses ziemlich zeitgleich mit meiner Rückkehr. Aber ich bin nicht Schuld, sondern ein von den Golanhöhen heimkehrender UN-Soldat. Dieser infizierte eine Angestellte eines Quarantänehotels und diese wiederum nahm ein paar Tage später an einer Beerdigung teil … und wie das weiter ging, könnt ihr euch sicherlich lebhaft vorstellen. Jedenfalls tauchte das Virus dann schon sehr bald auf der anderen Seite der Insel in einer Textilfabrik in der Hauptstadt Suva auf. In der Folge kam es Beschränkung bei Reisen zwischen den Städten und zur Abriegelung dieser. Über das Wochenende gab es sogar eine 52-stündige Ausgangssperre. Und wenn man hier von einer Ausgangssperre spricht bedeutet das auch eine solche und nicht etwas so etwas löchriges wie in Österreich, wo ein paar gut erfundene Ausreden reichen. Hier darf man nur in medizinischen Notfällen das Haus verlassen. Wer zuwider handelt kommt unter Arrest. Die Gefängniszellen sind bereits voll von liebeshungrigen Männern die Grenzflüsse durchschwammen um zu ihrer Liebsten zu gelangen, Leuten die Betrunken nächtens außer Haus aufgefunden wurden, … Geldstrafen werden hier kaum verhängt, da die Leute kein Geld haben. Hier ein link für diejenige die das mehr interessiert: 22-year-old man arrested for not wearing mask – FBC News

Die Ausgangssperre trifft vor allem die Ärmsten hart. Diese verdienen oftmals nur so wenig, dass das Einkommen des Tages gerad zur Ernährung an diesem Tag reicht. Bettler sind besonders betroffen, da nun die Straßen leer sind und niemand Almosen geben kann. Die Regierung hat während der Ausgangssperre eine Notfallnummer eingerichtet, unter der man um Lebensmittelunterstützung ansuchen kann. Diese brach gleich am ersten Tag unter dem Ansturm von Anrufen zusammen und es wurde ein Ersatzdienst über email eingerichtet.

Fitnessstudios, Restaurants und Bars sind noch einige Zeit lang geschlossen. Tauchen kann man auch nicht gehen, weil die Stadtgrenzen geschlossen sind. Da hätte ich auch zu Hause in Wien bleiben können. Die Supermärkte haben nun wieder geöffnet. Allerdings unter wesentlich strengeren Auflagen. Man muss eine Fiji Care App am Handy installiert haben, die eine Kontaktnachverfolgung erlaubt, Maske tragen (da reichen die normalen, denn man kennt hier keine FFP2 Masken), wird nur Schubweise in den Markt hineingelassen und muss beim Anstellen davor einen Abstand einhalten. Aber das ist für euch schon erprobte Covid-Gegeisselte ja nichts Neues und Aufregendes. Hier ist es das aber schon.

Da ich gleich nach meiner Rückkehr von zuhause aus arbeiten musste, konnte ich nicht mal meine Kollegen begrüßen. Der Tagesablauf meiner Wochenenden unterscheidet sich nun kaum von dem während der Woche. Abgesehen von Fahrten zum Supermarkt und ein wenig laufen mit Maske tut sich nichts und ich kann leider kaum etwas berichten. Somit war es das auch schon. Haltet durch!!!!

Im goldenen Käfig

Natadola, Mittwoch 21. April 2021, 23:00 Uhr

Ich bin wieder zurück auf den Fidschis. Da die Fidschis von Österreich aus gesehen ziemlich genau auf der anderen Seite der Welt liegen, ist es eigentlich egal um welche Seite der Erde man herum reist. Normalerweise fliege ich über Asien, da man in den USA aus Sicherheitsgründen das Gepäck abholen und nochmals einchecken muss. Das ist mir meist zu mühsam. Aber diesmal habe ich mich für die USA entschieden, da es sonst keine Flugpläne gab bei denen man mit nur einem Zwischenstopp mit Übernachtung auf die Fidschis fliegen kann.

Und der schnellere Weg war diesmal über die USA. Dort war nur eine Nacht Zwischenlandung in Los Angeles notwendig und somit musste ich hierfür sowieso ich mein Gepäck aus- und wieder einchecken. Eigentlich ist die Einreise aus Europa verboten aber mit meinem Diplomatenvisa geht das und es wurden nicht einmal meine Fingerabdrücke genommen.

Von Los Angeles nach Nadi (Fidschi) hatte ich dann wieder Business Class, die nur mit vier Personen besetzt war. Irgendwie scheinen sich die Fidschianer Covid -Tipps von den Thais geholte zu haben, denn es waren auch hier keine alkoholischen Getränke an Bord erlaubt. Was der Sinn dieser Maßnahme ist, ist mir unerklärlich.

In Fidschi angekommen ging es gleich mit einem Taxi zu meinem Quarantänehotel ins etwas 30 Fahrzeitminuten entfernten Natadola. Mit Polizeieskorte. Während der Fahrt zu meinem Hotel machte das Polizeiauto vor uns mächtigen Wirbel. Mit Blaulicht und Sirene überholten wir andere Fahrzeuge, fuhren auf der Gegenfahrbahn und waren viel zu schnell unterwegs. Diese Eile ist mir unerklärlich, da meine Vitalfunktionen noch bestens waren.

Das Hotelzimmer ist allerdings der Hammer. Das Beste was es für Quarantäne gibt. Ein kleiner Garten mit Sonnenliegen, einen gar nicht so kleinen Privatpool, eine Badewanne im Freien, gemütliche Sitzmöglichkeiten und das Zimmer so groß, dass man sogar joggen könnte. Naja, nur dann wenn man bereit ist 300 Runden darin zu drehen. Das Essen kommt allerdings nicht an jenes in Sydney oder Bangkok heran. Alles in Plastikgeschirr und geschmacklich nicht gerade der Wahnsinn. Aber immer noch als gut zu bezeichnen. Kann aber mit der Qualität des Zimmers bei Weitem nicht mithalten. Und … man glaubt es kaum … auch hier herrscht in der 14 tägigen Quarantäne Alkoholverbot. Nicht einmal ein kleines Bierchen ist gestattet. Ich wurde gefragt ob ich eh nichts Diesbezüglich im Koffer hätte. Leider nicht: in LA hatte der duty free shop noch geschlossen und in Fidschi sowieso. 😦

Am 4. Tag hatte ich meinen ersten Covid-Test. Das Testergebnis traf am sechsten Tag ein und da es negativ war, durfte ich heute das erste mal mein Zimmer verlassen. Man wird gefragt wann man die halbstündige „Exercise“ machen möchte. Eigentlich wird einem ein Termin angeboten. Zur vereinbarten Zeit wurde ich von einer dem Militär angehörigen Wache abgeholt. Ich wollte zum Meer gehen. Er hat mich ungläubig angesehen. Das sei nicht erlaubt. Nur auf dem vorgesehen rund 300 Meter langen Weg durch die Anlage darf man auf und ab gehen. Na super. Er ging vor und ich hatte in einem Respektabstand zu folgen. So hatte ich mir das eigentlich nicht vorgestellt. Irgendwann schien er dann genug vom Auf- und Abwandern gehabt und mir mitgeteilt, dass er hier lieber warten werde und ich solle allein weitergehen, da ich den kurzen Weg nun eh schon kenne und mich sicher nicht verlaufen werde. Ich schlenderte den Weg auf und ab und genoss die schöne Gartenanlage. Es gab auch noch eine andere Person die auf diesem Freigang war. Eigenartigerweise grüßte er mich jedes mal wenn wir uns begegneten. Das war so ungefähr fünf mal.

Ich fragte dann die Wache ob ich morgen das Ganze auch laufend zurücklegen kann. Er bejahte, belehrte mich aber auch, dass bei Regen der Freigang gestrichen wird.

Bald nach meiner Ankunft gab es den ersten Covid-Fall im Inland. Eine Dame die in einem Quarantänezentrum arbeitet hatte sich offenbar bei einem Soldaten der aus dem Ausland kam angesteckt. Bevor sie noch von Ihrer Krankheit wusste besuchte sie noch eine Beerdigung und zog zu ihrer Familie. Nun wurde Nadi zum Sperrgebiet erklärt. Heute gab es den ersten Fall in Suva. Und alle Fitnessstudios, usw. mussten sofort schließen. Super, da hätte ich gleich in Wien bleiben können. Naja, eine Woche noch, dann darf ich raus und nach Hause. Mal sehen wie sich die Lage entwickelt.

Phi Phi Inseln

Ostersonntag, 21:00 Uhr, Wien

Und weiter geht es mit meinen Berichten. Noch geht mir der Stoff nicht aus und vielleicht kann ich ja jemanden da draußen den Osterlockdown unterhaltsamer machen. Mein nächstes Ausflugsziel waren die berühmten Phi Phi Inseln, weniger exotisch als meine Erlebnisse im Norden Thailands aber trotzdem sehr schön. Oftmals ist das Schöne deshalb nicht mehr exotisch weil sie schon von vielen Leuten besucht wurden. Manchmal kann jedoch das Schöne seine Exotik erhalten und zwar wenn die Anreise so mühsam und aufwändig ist, dass nur wenige Leute diese auf sich nehmen wollen.

Die Phi Phi Inseln (sprich Pi-Pi Inseln, also wie Pipi machen) sind leicht zu erreichen. Nach der Landung mit dem Flugzeug in einem Vorort von Phuket ging es zum Frühstück. Der Taxifahrer dürfte schon gewusst haben, dass die Fluglinien auch in Thailand bei Kurzstrecken kein Essen mehr servieren. Er schlägt ein typisches Frühstücksrestaurant, das nur von einheimischen Personen besucht wird, vor, wo es ausschließlich chinesische Küche gibt.

Endlich wieder was Authentisches. Tatsächlich, ich der Einzige mit weißer Hautfarbe, die Speisekarte nur in Thai und das ganze recht einfach gehalten. Meine Thaikenntnisse hätten nicht ausgereicht um eine Bestellung aufzugeben aber man musste sich ohnehin vor dem Koch anstellen um die Dim-Sum per Fingerzeig (zumindest machte ich es so) auszuwählen. Dieses Auswahlverfahren ist aber auch nicht so zielführend, da man ja nicht weiß was sich in diesen Reisteigtaschen verbirgt. Aber man riskiert es einfach. Auch eine angeblich typische chinesische Frühstückssuppe mit Pilzen musste probiert werden. Diese könnt ihr am Foto gut erkennen und schmeckt definitiv besser als sie aussieht. Es gab nichts Süßes, wie es eigentlich Grundlage eines europäisch kontinentalen Frühstucks wäre. Kurz und gut, es hat mir gut geschmeckt, wenngleich Manches als „interessant“ zu bezeichnen gewesen wäre. Ich hatte allerdings auch einen mächtigen Hunger was die Sache mit dem Geschmack sicherlich erleichterte.

Dann ging es zum einer touristischen Bootsanlegestelle wo man sich gegen Einsatz gratis Handtücher ausborgen, Souvenirs erstehen und Snacks und Kaffee kaufen konnte. Wenn ich schreibe touristisch meine ich nur Thais. Ich war wieder der einzige Europäer und bekam eine eigens für mich abgehaltene Instruktion auf Englisch. Nach einer etwa einstündigen Bootsfahrt waren wir bei den malerischen Phi Phi Inseln angekommen.

Von dort ging es touristisch weiter, da wir in kleinen Gruppen den dort geparkten Booten zugewiesen wurden. Der Sinn und Zweck dieser Bootsfahrt lag fast ausschließlich darin, dass sich die anwesenden Damen auf unterschiedlichen kleinen Stränden und auf den Booten von ihren Partnern und dem Bootsführer fotografieren ließen. Zwar lieben das auch die europäischen Mädchen aber in Asien ist das Ganze hoch zwei zu nehmen. Oder drei.

Irgendwann gab es dann doch die Gelegenheit ins Wasser zu springen und ich habe keine Sekunde gezögert und mich in das herrlich blaue Wasser mit angenehmer Temperatur zu stürzen. Das Ganze macht natürlich noch mehr Spaß wenn man dabei an den Lockdown in der Heimat denkt.

So, nun wieder genug geschrieben und viel Spaß mit den Fotos.

Wat Tham Khao Noi und der vielleicht breiteste Baum der Welt

Wien, Sonntag 29. März 2021, 21:00 Uhr

Nun bin ich schon fast zwei Wochen in Wien und habe schon einige Freude und Familienmitglieder getroffen. Ist aber bei der derzeitigen Pandemiesituation gar nicht so leicht. War heute das erste mal bei einer drive-in Teststrasse und es hat eigentlich recht unkompliziert geklappt. Jetzt darf ich wieder ein paar Tage Leute besuchen bis der nächste Test ansteht.

Ich möchte euch aber nicht mit dem Wiener Leben fadisieren sondern berichte euch weiter aus Thailand, da ich noch genug Bildmaterial habe.

Gleich nach der Brücke am Fluss Kwae, habe ich die Wat Tham Khao Noi Tempelanlage besucht, die ebenfalls im Bundesstaat Kanchaburi liegt. Diese befindet sich auf einem kleinen Bergrücken der aus der weiten Ebene ragt. Alles ist mächtig und groß, Vieles ist bunt und es herrschte eine schöne Spätnachmittagsstimmung.

Habe da wenig zu kommentieren. Am besten ihr lässt die Bilder einfach auf euch wirken.

Danach habe ich noch den angeblich größten Baum Thailands besucht. Dieser ist so breit, dass er meiner Meinung nach der breiteste Baum der Welt sein könnte. Aber die Welt ist so groß und weit, wer was das schon genau.

Die Brücke am Kwai

Wien, Donnerstag 19. März 2021, 19:00 Uhr

Seit gestern bin ich wieder in Wien und habe sofort meine Heimquarantäne angetreten. Nach 5 Tagen darf ich mich freitesten und ich werde mich gleich morgen um einen Termin in einer nahe gelegenen Teststraße bemühen. Mein Sohn hat mir den Schlüssel zur Wohnung überlassen und meine Tochter hat mich heute mit Lebensmitteln für die kommenden Tage versorgt. Es hat sich also doch ausgezahlt Vater zu werden. 🙂

Wie versprochen sende ich euch aus meiner Quarantäne weitere, noch ausständige Berichte meiner Erlebnisse aus Thailand. Heute geht es um einer eher traurigen, dunklen Fleck in der Militärgeschichte. Als Japan im II. Weltkrieg mit einem Angriff auf Pearl Harbor in den Krieg eingetreten war, wollte es gleich mal ganz Asien unter seine Herrschaft bringen. Weiter ging es mit dem Angriff und der Einnahme Singapurs und danach marschierte das Heer schnurstracks Richtung Thailand. Die britischen Besatzer versuchten mit Unterstützung aus den Commonwealth Staaten Indien und Australien diesen Feldzug aufzuhalten, was aber vergeblich war. Das japanische Heer war Ihnen überlegen und so gerieten viele Soldaten dieser Länder in Gefangenschaft. Japan vermied den weiteren Vormarsch über den Seeweg voranzutreiben und konzentrierte sich auf den Landweg. Um die Versorgung mit Kriegsmaterial und Lebensmittel sicherzustellen entschied man sich eine Eisenbahnlinie von Bangkok nach Rangun, der Hauptstadt Burmas (heutiges Myanmar) zu bauen. Da die Japaner wussten, dass die Briten hervorragende und leidenschaftliche Eisenbahnkonstrukteure waren, wurden diese zu Zwangsdienst verpflichtet.

Die neue Eisenbahnlinie führte in den Norden Thailands und querte den Fluss Kwai. Dieses Ereignis wie auch das Schicksal der Zwangsarbeiter wurde von Hollywood verfilmt. Dieses bekannte Kriegsdrama trägt den Titel „Die Brücke am Fluss Kwai“. Dorthin ging einer meiner Wochenendausflüge. Schließlich möchte man sich in der Freizeit auch fortbilden.

Die Brücke steht noch, wenngleich die originale Holzbrücke nicht mehr genau an diesem Ort existiert. Auch Teile der Linie die entlang diese Flusses führen sind noch erhalten. Nach wie vor ist die Zugfahrt ein Abenteuer in einer sehr schönen, malerischen Gegend. Wenn der Zug nur sehr langsam über die Pfeiler aus Holz und Stahl rollt, quietscht und knarrt es im Gebälk. Die Linie führt längst nicht mehr nach Rangun sondern endet vor der Grenze und wird hauptsächlich von Touristen befahren.

Zuerst habe ich noch den dortigen Friedhof und das zugehörige Museum besucht. Es dokumentiert die unmenschlich harte Arbeit die die Zwangsarbeiter vollbringen mussten. Selbst in der Nacht war aufgrund der Moskitos und der Bettwanzen keine Erholung zu finden. Viele Soldaten wurden auch Foltern ausgesetzt und starben an den Strapazen. Einige davon waren noch Teenager, wie ihr auf dem Foto eines Grabsteines erkennen könnt.

Danach fuhr ich mit dem Zug in eine erfreulichere, schöne Gegend. Entlang der Eisenbahnlinie schlängelt sich der Kwai durch ein malerisches Tal. Bei der Endstation gab es einige bescheidene Hotels wie auch einen Campigplatz. Ich habe mich für ein einfaches Hotel direkt am Fluss entschieden. Wenn ich direkt am Fluss schreibe, so ist das auch so gemeint. Eigentlich waren die Hotelzimmer auf dem Fluss gebaut und davor waren Flosse angebunden auf denen man nicht nur Sonne tanken kann sondern auch seine Mahlzeiten einnehmen oder sogar schlafen kann, wenn man das möchte.

Das Hotel bot auch einen kleinen Ausflug an. Die Floße wurden aneinander gebunden und von einem Schleppkahn flussaufwärts gezogen. Dort sprang man (so auch ich) mit einer Schwimmweste bekleidet ins lauwarme Wasser und ließ sich wieder zum Hotel zurücktreiben. So, nun ist es aber genug mit dem Berichten. Schließlich wollt ihr noch anderes von diesem Land erfahren. …. Ach ja, noch was: Gleich auf der anderen Seite des Flusses dem Hotel gegenüber gibt es eine Höhle mit einem schönen, großen, goldenen Buddha von dem ich euch auch ein Foto eingestellt habe.

Ich komme nach Hause

Bangkok, Dienstag 16. März 2021, 10:00 Uhr

Endlich ist es so weit. Aufgrund der Coronakrise konnte ich lange Zeit mein Heimatland nicht besuchen. So ziemlich genau vor 14 Monaten war ich das letzte Mal in Österreich.

Nun habe ich ein Flugticket von Bangkok über Doha nach Wien, wo ich morgen Mittwoch den 17. März um 12:25 Uhr (Ortszeit) landen werde. Derzeit warte ich noch auf das Ergebnis meines Covid-Tests, der für die Einreise nach Österreich vorgeschrieben ist, bevor ich das Flugzeug besteige.

In Österreich selbst muss ich mich 10 Tage quarantainieren. Darf mich aber nach 5 Tagen (Tag der Ankunft zählt als Tag 0) freitesten. Was ich natürlich vorhabe. Es sind ja viele Besuche bei euch zu erledigen. Zwar habe ich die SIM Karte mit meiner österreichischen Telefonnummer mittlerweile verloren, aber schon eine neue bestellt. Bin also ab Mittwoch vielleicht schon wieder über meine alte Telefonnummer erreichbar.

Allerdings werde ich nicht sehr lange bleiben. Ticket habe ich aber noch keines. Nach 2-3 Wochen soll es wieder zurück auf die Fidschis gehen. Mein Heimataufenthalt könnte aber auch länger dauern, da man zur Zeit noch eine Sondergenehmigung aus Washington für die Rückkehr braucht, aber mein Chef auf den Fidschis ist auf meine Rückkehr sehr erpicht, warum auch immer.

Mein Blogeinträge über Thailand werden weiterlaufen. Ich hatte nämlich bislang nicht genug Zeit euch über alles in Thailand Erlebte zu berichten. Da wartet noch viel Interessantes auf euch. In meiner Quarantäne habe ich vor das ein wenig aufzuholen.

Freu‘ mich schon auf euch!

Der weiße Palast

Bangkok, Sonntag15. März 2021, 23:00 Uhr

Chronologisch gesehen war es nicht ganz richtig euch letztes mal von den interessanten Bergdörfern im Norden Thailands nahe der burmesischen Grenze zu berichten, denn gleich nach der Landung in Chiang Rai besuchte ich zuvor noch zum nahe gelegenen „Weißen Palast“. Dort ließ ein Künstler – ähnlich dem spanischen Antonio Gaudi – seiner architektonischen Kreativität freien Lauf. Er schuf dort eine fantastisch-mystische Anlage deren Mittelpunkt der Weiße Palast bildet. Mit derart vielen kleinen, teils versteckten Details verziert, dass man dort eigentlich einen ganzen Tag verbringen müsste. Seht euch selbst den Detailreichtum im Video on. Das Areal umfasst aber nicht nur diesen Palast sondern auch ruhigere, naturnähere Gebilde wie Pflanzen- und Steinarrangements. Das goldene Gebäude ist jedoch kein weiterer Palast sondern die Toilettenanlage. Selbst im Inneren geht das Staunen weiter.

Im Norden Thailands

Bangkok, Montag, 9. März 2021, 21:00 Uhr

Wieder einmal ist eine Entschuldigung fällig, da ich mich nicht an mein Versprechen gehalten habe, euch nun öfter zu schreiben. Aber es gibt hier so viel zu tun und zu erleben, sodass ich gar keine Zeit zum Schreiben habe. Natürlich hängt das auch damit zusammen, dass ich hier ein paar mal die Woche das Fitnessstudio besuche und auch noch meiner Arbeit nachgehe, da ich ja nicht auf Urlaub bin. Diese Ausflüge gibt es daher nur am Wochenende, obwohl es selbst unter der Woche Vieles über das tägliche Leben zu berichten gäbe. Alleine die Supermärkte gäben schon einen eigenen Beitrag ab und die Kaufhäuser protzen mit aufwändiger Innenarchitektur.

Diesmal berichte ich euch von meinem Wochenendausflug aufs Land. Und zwar in den Norden Thailands nahe der Grenze zu Myanmar (Burma). Zuerst ging es per Flugzeug nach Chiang Rai und von dort weiter mit einem Auto ins Gebirge in ein kleines Bergdorf im „Goldenen Dreieck“ Thailands.

Es gibt nur ein kleines Hotel, das auch die einzige Möglichkeit bietet zu Essen zu gelangen. Sehr abenteuerliche Hotelküche, wenn unser Marktamt das sähe. Und ohne Mikrowellenherd und Dampfgarer. Gekocht wird in über einer Feuerstelle hängenden Kesseln. Das gebotene Menü (man kann nichts auswählen) wirkt ebenfalls sehr exotisch und wird auf einem Bananenblatt angerichtet. Die Löffel sind aus Bambus geschnitzt, sind aber nur für die Suppe gedacht. Sonst findet man sich mit Essstäbchen zurecht. Und es gibt gutes, kühles Bier.

Am nächsten Tag, den Valentinstag, gibt es eine Führung durchs Dorf. Die Kinder eilen herbei und erwarten sich Süßigkeiten. Sie kann man natürlich nicht enttäuschen und wir machen einen Stopp beim örtlichen Greissler. wo die Kinder um einen bestimmten Betrag auf meine Rechnung bestellen dürfen. Dann geht es per Auto zu anderen Sehenswürdigkeiten. Zu erst zu einer Teeplantage und dann einer Kaffeeplantage. Mit Verkostung natürlich.

In einem anderen Dorf wird anlässlich der Feierlichkeiten zum chinesischen Neujahr ein Schwein abgestochen. Zuvor gibt es aber noch lange Gebete eines Schamanen, der dabei ein Huhn in seinen Händen hält. Das Schwein wehrt sich, das Huhn ist ruhig. Bei der Weiterfahrt machen wir einen kurzen Stopp bei einem Sportplatz wo Männer etwas ähnliches wie Boule (Boccia) spielen. Nur statt Kugeln werden schwere Holzkreisen geschleudert, die zuvor durch eine Leine die an einem Stock angebunden ist, zum Kreiseln gebracht werden. Kinder ich sag´s euch, Sachen gibt es auf dieser Welt.

Im nächsten Dorf baden die Kinder in geernteten und geschälten Kaffeebohnen, die die Erwachsen anschließend mit der Hand nach Qualitätsmerkmalen aussortieren. Die guten ins Töpfchen, die schlechten in Kröpfchen. Auch dort warten schon die Kinder und gemeinsam geht es wieder zum lokalen Händler um Süßigkeiten zu kaufen. Die Kinder bestellen eifrig. Jeder bestellt für rund 5 Bhat (14 Eurocent). Ich finde das ein bisschen knausrig und erhöhe auf 10 Bhat pro Kind. Einer kleiner Bub fragt mich, ob er das richtig verstanden habe. Ich bejahe es und er kann es kaum fassen um weitere 5 Bhat bestellen zu dürfen. Seine Augen leuchten, diesen Tag wir er so schnell nicht vergessen. So leicht kann man Kinder erfreuen. Obwohl sie ohnehin sehr glücklich wirken und viele andere Kinder zum Spielen haben. Ich kaufe mir lokalen Tabak, der auch nicht schlecht ist.