Wirbelsturm Harold

Suva, Mittwoch 8. April 2020, 12:30 Uhr

Ich wundere mich selbst, dass es trotz meiner dienstreisefreien Zeit so viel von hier zu berichten gibt. Hier ist immer etwas los.

Nachdem es trotz reger Nachfrage nach Ausreiseflügen kein Angebot von Fiji Airways gab, fanden gestern gleich zwei IMG_1213Flüge statt. Einer nach Deutschland und einer nach Los Angeles. Was alle diplomatischen Bemühungen nicht ausrichten konnte schaffte der Wirbelsturm Harold. Da Fiji Airways die gesamte Flugzeugflotte am Boden geparkt hat, wurde man angesichts des nahenden Wirbelsturms leicht nervös und wollte zumindest die teuersten Exemplare außer Landes schaffen. Bevor die gesamte Flotte ohne Piloten aufsteigt.

Zwar wurden wir von der Botschaft in der Nacht vorher aufgefordert schnell zu buchen und zu packen. Jedoch wurde eingeräumt, dass das für jene die in der Hauptstadt Suva wohnen nicht gilt, da diese ja noch immer Sperrgebiet ist. Und ohne verlassen der Stadt gelangt man nicht zum Flughafen. An Bord scheint jedenfalls bei den Heimkehrern eine Bombenstimmung geherrscht zu haben, wie ihr auf den Foto sehen könnte.

In der Nacht wachte ich wegen des lauten Regens und Sturms auf. Harold war im Anmarsch. Im Zimmer war es stickig und heiß. 20200408_080618Ich kontrollierte die Klimaanlage. Diese war ausgefallen. Stromausfall. Meinen Frühstückstee musste ich mir am mit Gas betriebenen Herd zubereiten und eine kleine batteriebetriebene Laterne spendete mir Licht. Kurz kam der Strom zurück um gleich darauf wieder zu verschwinden. Die Handymasten funktionierten. Gescheiter Weise hat unser Chef bevor er das Land verlassen hat uns zurückgebliebenen nicht mit unseren Satellitentelefonen ausgestattet. Diese liegen jetzt allein in unserm Büro herum. Aber noch funktioniert das Netz und Harold beginnt sich langsam Screenshot_20200408-113211_Samsung Internetwieder zu entfernen. Habe für euch eine Videoaufnahme gedreht. Muss ehrlich gestehen, dass ich mir das schlimmer vorgestellt habe. Habe weder fliegende Hausdächer und Autos noch Kühe gesehen. Nicht mal ein entwurzelter Baum ist in meiner Umgebung zu sehen.

Die größten Schäden sind wahrscheinlich vom Regen zu erwarten. Der Regen hier ist oftmals beeindruckender als der Sturm. Wie beim berühmten Salzburger Schnürlregen kommt das Wasser nicht in Tropfen sondern als durchgehende Strahlen vom Himmel. Die Regierung warnt jährlich die Bevölkerung nicht zu versuchen, die die Straßen überflutenden Bäche zu durchqueren. Immer wieder werden Menschen und auch Autos fortgerissen. Auch führt der Regen hier oft zu Erdrutschen und Dörfer und Straßen werden weggeschwemmt. Von meinem Balkon aus kann ich die Hafenbucht sehen. Das Wasser ist komplett braun, da die angeschwollenen Bäche und Flüsse jede Menge Erdreich aus dem Landesinneren mit sich führen.

Ich glaube die Lage beruhigt sich schon ein wenig. Glück gehabt.

 

Ein Unglueck kommt selten allein

Suva, Montag 6. April 2020, 16:00 Uhr

Heute wurden in Fidschi zwei weitere Covid-Faelle bestaetigt. Allerdings stammen die beiden neu hinzu gekommenen Faelle alle aus schon vor einiger Zeit festgestellten Familien und waren bereits in Isolation. Somit gibt es eigentlich keine Verschlechterung der Lage hier zu vermelden.

Jedoch koennte ein weiteres Problem hinzukommen. Fuer Mittwoch wurde eine Wirbelsturmwarnung fuer Fidschi ausgerufen. Wir wurden aufgefordert unsere Vorraete zu ueberpruefen und uns auf einen in solch einer Situation durchaus ueblichen Stromausfall vorzubereiten. Also Handys laden, Akkutanks auffuellen, Kerzen und Batterien besorgen. Wer die Laufbahn dieses Wirbelsturms namens „Harold“ live mitverfolgen moechte kann sich das gerne unter dem link http://www.windy.com/?-16.275,170.813,5 ansehen. Auf dieser Seite kann man ganz unten einen Prognosezeitraum eingeben. Und wenn man den Schieber auf Mittwoch 15 Uhr Fiji time (5 Uhr Wiener Zeit) stellt, dann ist der Sturm nur wenig weit weg von Suva. Falls die Prognose nicht stimmt kann es weniger schlimm oder auch schlimmer werden.

Zur Zeit befindet sich das Zentrum gerade ueber Vanuatu und hat sich zu einem Wirbelstrum der Kategorie 5 aufgebaut. Das arme Vanuatu CycloneVanuatuhat bis heute nicht ganz die Schaeden seines bisher staerksten Wirbelsturms „Pam“, der dort im Jahr 1997 getobt hat und ebenfalls der Kategorie 5 angehoerte, verdaut. Damit scheint Vanuatu weiterhin die Liste der gefaehrlichsten Laender weltweit in Hinsicht Naturkatastrophen (Erdbeben, Tsunamis, Vulkanausbrueche und Wirbelstuerme) anzufuehren.

Jetzt bleibt nur noch zu hoffen, dass der Strum abdreht und seine Laufbahn in Richtung Fidschi und Tonga verlaesst.

Wuensche Oesterreich baldige Besserung.

 

Eingeschlossen

Suva, Samstag, 4. April 2020, 13:30 Uhr

Das mit der Flucht hat dann doch nicht geklappt. Zwar habe ich mein Visa rechtzeitig erhalten, aber wie befürchtet wurden andere Probleme schlagend. Mein Flug von den Fidschis nach Neuseeland wurde gestrichen, der Anschlussflug nach Hawaii allerdings nicht. Da ab Montag kein Transit durch Neuseeland mehr gestattet ist, blieb als letzte Hoffnung der Sonntag. Allerdings war es an diesem Tag genau umgekehrt. Der Flug nach Neuseeland fand statt, aber der Anschlussflug nach Hawaii wurde gestrichen. Also muss ich wohl dableiben.

Am Donnerstag war es dann soweit, und der Bundeskanzler von Fidschi musste nach einer 6tägigen Pause 2 weitere 20200402_154437Covid-Fälle verkünden. Diesmal zum ersten mal aus der Hauptstadt Suva, wo ich wohne. In seiner Ansprache (siehe Foto) verkündete auch eine Verschärfung der Maßnahmen: Suva wird abgeriegelt, die nächtliche Ausgangssperre auf 20 Uhr vorverlegt und alle nicht notwendigen Geschäftslokale sind zu schließen. Ein Posten der die Ausgangssperre kontrollieren soll befindet sich genau vor meiner Apartmentanlage. Auch hiervon habe ich ein Foto für euch gemacht.

Somit sind die Flughäfen, selbst für den Fall, dass es wieder Flüge geben sollte, nicht mehr zu erreichen. Da würden auch keine 20200401_214801Evakuierungsflüge aus der EU helfen. Somit ist fix: Ich bleibe hier.

Gerade da ich diese Zeilen schreibe trifft die Nachricht ein, dass 5 weitere Fälle entdeckt wurden. Jetzt scheint es auch hier richtig loszugehen. Der Bundeskanzler ist sauer und drohte in seiner Ansprache mit einer 24 stündigen Ausgangssperre. Ich halte euch auf dem Laufenden.

Auf der Flucht

Suva, Mittwoch 25. März 2020, 14:15 Uhr

Bitte um Entschuldigung, dass ich mich in dieser turbulenten Zeit so wenig gemeldet habe. Aber ich war sehr im Stress mit dem Organisieren meiner Ausreise, die bis jetzt noch nicht geklappt hat. Einige von euch in der Heimat haben sich bereits Sorgen gemacht und mir geraten mich bei unserem Aussenministerium zu melden, damit ich nach Hause gebracht werden kann. Wie bereits in meinem letzten Blog berichtet, ist das fuer mich nur Plan C. Außerdem müsste das ein Direktflug sein, da die großen angrenzenden Länder mittlerweile niemanden mehr durchlassen.

Fidschi hat mittlerweile den 5. Covid Fall zu beklagen. Man ist hier sehr streng und es wurden bereits mehrere Leute bestraft und unter Arrest gestellt – weil sie die Ausgangssperre in Lautoka missachtet haben – als es dort die ersten drei Covid-Faelle gibt.

Hatte einen Flug über Australien gebucht und bin drei Stunden per Taxi auf die andere Seite der Insel zum Flughafen gefahren. Dort hat man mir beim check-in gesagt, dass zwar nur Australier nach Sydney reisen dürfen, aber ich mit meinem Diplomatenpassen eine Ausnahme bekommen werde.

🙂

Ich solle zu einem anderen Schalte gehen, wo drei Beamte der austral. Einwanderungsbehörde Dienst tun. Die waren freundlich nahmen meine Dokumente auf und sandten das ganze nach Australien. Nun müsse ich auf die Antwort warten. Nach einer halben Stunde noch immer nichts. Nach weiterem Warten informiere ich meinen check-in. Die sagen mir, dass der Schalter bereits geschlossen ist und ich trotz gültigem Ticket nicht mehr mitkomme.

😦

Die australischen Grenzbeamten teilen mir mit, dass mein Antrag abgelehnt wurde. Mir bliebe nur per Internet um eine Ausnahme zur Durchreise anzusuchen und mir ein neues Ticket zu kaufen.

😦

Ich fahre wieder 3 Stunden mit dem Taxi zurück nach Suva. Habe meine angelegten Vorräte bereits verschenkt. Also werde ich morgen wieder einkaufen müssen. Aber nicht viel. Noch lebt ein Funken Hoffnung in mir. Und den Koffer werde ich auch nicht auspacken.

Ich schreibe noch in der Nacht dieses Gesuch. In der Früh kommt die Antwort mit Ablehnung. Nicht einmal 2 1/2 Stunden zur Durchreise im internationalen Transitbereich. Sehr grausam.

😦

Ich habe mittlerweile 4 Flugticktest verloren, weil entweder keine Durchreise durch ein Land mehr erlaubt war oder Fluege gestrichen wurden. So beispielsweise als plötzlich Australien und Neuseeland gemeinsam ihre Grenzen sowohl für die Einreise als auch die Durchreise sperrten. Nur Staatsangehoerige duerfen mehr einreisen.

Am nächsten Tag der nächste Schlag. Singapur schließt ebenfalls seine Grenzen. Fiji Airways stellte bereits seine internationalen Flüge ein. Auch Qantas hat dies bereits getan. Nur mehr Air New Zealand fliegt. Auch nach Fidschi.

Vorgestern habe ich bereits aufgegeben und mich mit der Tatsache abgefunden, dass ich hier bleiben werde. Unsere Botschafterin und ein paar australische Kollegen sind bereits in ihrer Heimat. Mein Chef und ein weiterer Kollege sollten morgen das Land verlassen. Dann bliebe nur mehr ich, mein spanischer Freund und Kollege und ein Südafrikaner. Mein Chef hat uns angewiesen, dass wir im Falle des Falles alle in sein Haus ziehen können. Verlockend, denn das ist ein ziemliches Anwesen.

Gestern keimte ein weiteres mal die Hoffnung in mir auf. Mein Chef meinte ich könnte über Neuseeland, das für uns seine Grenzen zur Durchreise wieder bis Sonntag geöffnet hat, nach Hawaii fliegen ( Santiago de Chile stand damals auch noch zur Auswahl, hat aber seine Grenzen mittlerweile auch geschlossen) und dort in einem Hotel für 2 Wochen unter Selbstquarantäne zu bleiben. Dass sei meine letzte Chance hier wegzukommen, denn dann lässt uns Neuseeland nicht mehr durch und es wird auch keine Flüge mehr geben. Habe sofort die Notfallnummer unseres Reisebüros in Washington angerufen. Die haben mir eine Reise von Nadi (Fidschi) nach Auckland (Neuseeland) und weiter nach Honolulu gebucht – letzter freier Sitzplatz. Und auch gleich das Hilton Hotel Waikiki Beach. Mit teilweisen Meeresblick, damit ich mich nicht so eingesperrt fühle, wenn ich zwei Wochen lang das Zimmer nicht verlassen darf. Danach dürfe ich – unter Einhaltung der physischen Distanz – mich frei bewegen.

🙂

Nach dem wieder Hoffnung und auch ein wenig Freude in mir wieder aufkeimten, kam der nächste Schlag. Ich habe kein zur Einreise notwendiges D4 Visum (für Angestellte internationaler Organisationen). Mein Chef meinte ich müsse die Reise stornieren, weil die Botschaften hier schon viele Leute in die Heimat zurückgeschickt haben und nur mehr Notbetrieb fahren. Daher werden keine Visa mehr ausgestellt. Ich war enttäuscht.

😦

Da ich diese Spiel mittlerweile schon kenne, habe ich die Reise natürlich nicht storniert. Am nächsten Morgen die Nachricht, dass der IWF interveniert hat. Die hiesige US Botschaft bat mich die unzähligen Anmeldeformalitäten im Internet auszufüllen. Das tat ich und nun ist die Hoffnung wieder zurück. Noch habe ich zwar nicht das Visa, aber ich glaube das sollte klappen.

🙂

Aber bis zu meinem Abflug am Samstag wären es noch einige Tage. Zwei Stunden später schon die Nachricht, dass der Flughafen in Nadi geschlossen werden soll.

😦

Eine Stunde später: Ab Sonntag.

🙂

Letzte Nachricht, aber nur Gerücht – schon ab morgen

😦

Und es kann auch passieren, dass bis dahin Suva (die Hauptstadt in der ich arbeite) unter Quarantäne gestellt wird. Eine Anfrage bei der UNO ob sie uns dann hinauseskortieren würde, wurde bereits abschlägig beantwortet.

😦

So geht es hier schon seit Donnerstag. Ich stehe unter Spannung. Pläne zerplatzen innerhalb von Stunden und neu Türen tun sich auf, die ebenfalls wieder platzen. Trotzdem geht die Türe langsam immer weiter zu. Jeden Morgen nach dem Aufstehen sieht man ängstlich aufs Handy. Jedes Signal einer eingegangenen Meldung verursacht eine unangenehme Vorahnung. Naja, bald sollte die Unsicherheit vorbei sein und ich kann mich wieder auf meine Arbeit konzentrieren – wo immer ich dann auch sein werde.

Bitte haltet euch an die Maßnahmen und bleibt gesund. Möchte euch irgend wann wieder sehen.

 

 

 

Erster Covid-19 Fall auf den Fidschis

Donnerstag, 19. Maerz 2019, 16:30 Uhr

Nun ist es auch auf den Fidschis soweit. Heute morgen wurde der erste Covid19 Fall bestaetigt. Ein Flugbegleiter wurde positiv getestet. Damit ist der Nimbus Fidschis‘ als Insel(n) der Glueckseeligkeit dahin.

Mein Chef hat mich in Vorausahnung bereits gestern gebeten einen Visaantrag fuer Australien zu stellen. Falls sich das Virus ausbreiten sollte (was es sicherlich tun wird), muessen wir evakuiert werden. Die Evakuierung hat weniger den Sinn einer Ansteckung zu entgehen, als in ein Land gebracht zu werden, dass ueber ausreichend Spitalskapazitaeten verfuegt (und Fidschi entspricht diesem Standard nicht).

In meinem Fall sieht die uebliche IWF Regelung vor, dass ich in mein Heimatland Oesterreich zurueckkehre. Dort wuerde ich weiter (tele)arbeiten, mein volles Gehalt bis zu drei Monate lang bekommen (auf Entscheidung vielleicht sogar laenger) und im ersten Monat auch eine Hotelpauschlae erhalten. Wie ich Schoolsdort allerdings hinkommen soll, wo doch Quantas, die AUA und noch weitere zahlreiche andere Fluggesellschaften ihren Flugbetrieb ganz oder zum Grossteil eingestellt haben, steht in den Sternen. Ausserdem moechte ich nicht. Meine alte Arbeit hat ihr Bureau Gebaeude geschlossen und ich koennte meine ehemaligen Kollegen nicht sehen. Auch mit Familien- und Freundeskontakten muesste ich mich zurueckhalten. Also moechte ich eine Rueckkehr vermeiden.

Mein Chef moechte entgegen dieser IWF-Regel, dass wir allesamt fuer ein paar Monate nach Brisbane in Australien ziehen (er selbst ist natuerlich Australier). Das waere toll, denn so koennte ich ein weiteres Land kennenlernen. HamsterAm Wochenende Kaengurus reiten und Koalabaeren streicheln, Motorradfahren, …. Aber selbst wenn ich ein Visa bekomme, heisst das noch nicht, dass wir wo wir doch aus einem Infektionsland kommen, einreisen duerfen. Und ausserdem haengt das von der Verfuegbarkeit von Fluegen dorthin ab, denn mit dem Schiff ist es ein wenig weit.

In den Fiji Times habe ich gelesen, dass in dem Ort mit dem ersten Fall die Eltern sofort ihre Kinder aus der Schule geholt haben. Ausserdem kommt es nun zu Hamsterkaeufen. Hier ein Foto bzw. der ganze Artikel. Ich halte mich zurueck, denn Falls wir evakuiert werden sollten, werde ich nicht das ganze Klopapier mitnehmen.

 

 

Das Virus und die Suedsee

Suva, Sonntag 15. Merz 2020, 14:14 Uhr

Ja sagt einmal! Was ist denn da los bei euch in Oesterreich und Europa? Ich lese die Nachrichten aus meiner ehemaligen Heimat mit einiger Sorge. Es gibt kein Klopapier mehr, die Leute sollen zuhause bleiben, Restaurants haben geschlossen, …

Freunde und Familie aus der Heimat fragen mich: Und? Wie sieht es auf den Fidschis aus mit dem Virus. Schliesslich ist dort die Gesundheitsversorgung wesentlich schlechter als in Oesterreich und es gibt sicherlich nicht genug Spitalsbetten und noch dazu ist der Standard der Spitaeler ja sicherlich schlecht. (Meine Tochter hat einmal bei einem Besuch zu mir gesagt: „Papa, wenn ich irgendwann einmal gesundheitliche Probleme haben sollte, verspricht mir bitte, dass du mich niemals in so ein Spital brings“. Schon der Anblick von Aussen hatte ihr Angst eingefloest.)

Ich kann euch beruhigen. Mir geht es gut. Hier gibt es kein Virus. Nicht einen einzigen Fall. Vor einem Monat gab es zwei Verdachtsfaelle, jedoch hatte die WHO die Proben als negativ eingestuft. Generell ist die ganze Inselregion hier virusfrei. Zwar wurden nach Neuseeland und Australien Faelle eingeschleppt, jedoch kann sich das Virus aufgrund der Hitze fast nicht verbreiten. Den ersten Fall auf einer kleineren Insel gabe es letzte Woche auf Tahiti (franzoesisch Polynesien). Eine Parlamentarierin aus Tahiti wurde zu einer Paralamentssitzung nach Paris eingeladen. Und promt kam sie infiziert zurueck.

Alarmiert ist man natuerlich auch hier. Wie ich euch berichtet habe, darf ich bis auf weiteres keine dienstlichen Auslandsreisen mehr20200315_193450 antreten. Ich sitze hier also fest. Natuerlich sollten auch wir Vorraete halten. Vor allem an Wasser. Das hat aber nichts mit dem Virus zu tun, sondern gilt generell, da diese Region nicht so selten von Erdbeben, Tsunamis und Wirbelstuermen heimgesucht wird.

Dennoch habe auch ich mich auf Quarantaene eingerichtet. Ohne einen gewissen Grund (verursacht das Virus eigentlich auch Durchfall?) zu haben, habe ich mir – wie dies bei Europaeern und Australiern so ueblich zu sein scheint – ein Lager an Klopapier angelegt (siehe Bild). Da ich nicht glaube, es verbrauchen zu koennen, sende ich euch gerne einen Teil davon, wenn er es brauchen solltet.

Ja, noch was. Um meine Freizeit hier halbwegs sinnvoll zu verbringen waehrend ich nicht reisen kann, habe ich mich entschieden Gitarre zu lernen. Gestern habe ich mir eine Gitarre gekauft und die erste Unterrichtsstunde absolviert. Ueber YouTube natuerlich, schliesslich moechte man soziale Kontakte vermeiden. Mein Gitarrenlehrer war sehr zufrieden mit mir, was mich motiviert weiter zu machen. Ich halte euch auf dem Laufenden.

 

PNG tauchen

Suva, Sonntag 8. März 2020, 13:25 Uhr

Wie versprochen liefere ich euch jetzt den Bericht und die Fotos von meinem Tauchgang in Papua Neuguinea nach. DCIM100GOPROGOPR5003.JPGHabe das erste Mal probiert mehrere meiner Videoaufnahmen zu einem Video zu schneiden. Mit Vertonung. Naja, das ganze wirkt noch ein bisschen dilettantisch aber für das erste mal bin ich zufrieden. DCIM100GOPROGOPR5034.JPGMuss noch ein wenig experimentieren, da es in dieser Software viele Effekte und Funktionen gibt, die dann besser wirken.

Sonst tut sich bei mir hier DCIM100GOPROGOPR4999.JPGrecht wenig. Mittlerweile wurde auch unser Frühjahrstreffen in Washington DC abgesagt. Wollte von dort dann weiter nach Wien auf Heimaturlaub fliegen. Nun muss ich wohl dieDCIM100GOPROGOPR5028.JPG ganz Strecke selbst finanzieren.

Mittlerweile wurden auch Notfallspläne versendet. Noch hat aber Fidschi keinen einzigen Virusfall zu melden. DCIM100GOPROGOPR4989.JPGSollte sich das aber deutlich ändern, so werden wir evakuiert. Mein Chef hätte gerne, dass wir in diesem Fall nach Brisbane übersiedeln. Laut Vorschrift sollen wir aber in unsere Herkunftsländer zurück gehen. Wir sollen von dort aus arbeiten, was aber angesichts des großen Zeitunterschieds zwischen Österreich und dem Südpazifik schwer werden dürfte. So weit wird es aber glaube ich eh nicht kommen.

Covid19

Suva, Samstag 29. Februar 2020, 22:00 Uhr

Schlechte Nachrichten fuer mich. Nachdem die WHO vorgestern das Gefahreniveau durch das Coronavirus Covid19 auf das hoechste Niveau hochstuft hat, hat der IWF weitere Dienstreisen ins Ausland untersagt. Besonders wichtige duerfen nur mit Zustimmung des Direktorums durchgefuehrt werden.

Wie im letzten Bericht geschrieben, habe ich bereits meine Dienstreise nach Mikronesien nicht durchfuehren koennen. Als naechste Dienstreisen waeren nun Niue im Maerz und die Solomonen im April auf dem Programm gestanden. In allen drei laendern war ich bisher noch nie und habe mich deshalb schon sehr darauf gefreut. Nun muss ich auf den Fijis bleiben. Nicht, dass es hier so schlecht waere aber ohne die Auslandsreisen ist das nur der halbe Spass. Und was serviere ich euch an Blogbeitraegen? Gut einen Beitrag ueber meine Taucherlebnisse in Papue Neuguinea bin ich noch schludig. Aber dann? Na vielleicht lass ich mir was einfallen. Vielleicht Videoclips vom Nachtleben hier, oder von einem Rundgang durchs Museum. Mal sehen.

Nix Mikronesien

Suva, Sonntag 23. Februar 2020, 21:30 Uhr

Wie in meinem letzten Beitrag geschrieben, ging meine Reise pünktlich am Donnerstag den 13. Februar los. Noch am gleichen Donnerstag landete ich in Port Moresby, der Hauptstadt von Papua Neuguinea (PNG). Dort sollte ich zwei Nächte verbringen und dann weiter nach Pohnpei, der Hauptstadt der Föderierten Staaten von Mikronesien fliegen. Um mir die Wartezeit ein wenig zu verkürzen, habe ich mir schon von Fidschi aus einen Tauchgang gebucht. Und gleich am Freitag früh ging es dann ab zum Tauchen. Zwei Wracks mit herrlichem Bewuchs und jeder Menge interessanter Fische (diesmal auch ein Schaukelfisch und ein Geisterfetzenfisch). Nur das Wasser war ein wenig trüb, was bei einigen Wrackaufnahmen aber eine schöne gespenstische Stimmung schafft. Werde euch davon im nächsten Blogbeitrag berichten und Fotos nachreichen.

Zurück im Hotel angekommen, kurzer Blick auf mein Handy und jede Menge Emails und versuchte Anrufe von meinem Chef. Air Niuguini hat für die kommenden Wochen alle Flüge nach Pohnpei abgesagt. Grund: Zu geringe 20200213_142659Nachfrage wegen der Coronavirusepidemie. Sehr schade! Wollte dort unbedingt auch mal hin. Mein Chef fragt mich ob ich gleich wieder zurückfliegen möchte. Da ich aber nun schon mal hier in PNG bin, möchte ich versuchen dort zu arbeiten. Habe meine Anfrage noch am gleichen Freitag Nachmittag abgeschickt aber niemand scheint seine oder ihre Emails über das Wochenende zu checken. Ich sage meinem Chef ich bleibe mindestens mal bis Dienstag dort und werde am Montag persönlich vorsprechen. Hhmm … was mach ich nun mit dem Wochenende in Port Moresby?

Ich lasse mich am Samstag zu einem Kunstmarkt entlang einer Straße fahren um mir ein Gemälde zu kaufen. Ich glaube ich habe euch in einem meiner beiden Berichte über PNG berichtet, das kunst- und handwerksmäßig20200213_145423 PNG die Topdestination der Region zu sein scheint. Nirgendwo sonst wo habe ich so feine Korbflechtarbeiten, so kreative Gemälde und so kunstfertig gearbeitet Schnitzereien gesehen. Also habe ich mir ein Bild gekauft. Obwohl es auf ungerahmter Leinwand und eingerollt ist, war es zu groß für meinen Koffer und ich musste es auf meiner Heimreise in der Hand transportieren.

Am Sonntagmorgen schaue ich aus dem 15. Stock meines luxuriösen Hotels herunter und sehe auf dem Rasen auf der anderen Straßenseite einen kleinen Markt. Das bedeutet das Hotel zu Fuß verlassen und dort herumspazieren. Das mit der 20200215_145938Straße werde ich schaffen und der Markt scheint mir sicher, da sich zahlreiche Menschen dort tummeln. Wie sich herausstellte war es ein Markt mit Kunsthandwerk und da konnte ich abermals nicht widerstehen. Seht euch selbst die Fotos der Korbflechtereien 20200215_145847an. Fantastisch, wie ihr auf den Fotos sehen könnt. Hätte gerne einen großen Wäschekorb für Wien, aber wie soll ich den transportieren? Also habe ich mich für einen kleineren Obstkorb und eine geschnitzte Maske entschieden.

Gleich an den Mark angrenzend reihten sich viele Einheimische vor dem Einlass in eine Halle. Die Neugierde trieb mich weiter und ich frage einen der Leute was hier los sei. Er erklärt mir, dass hier eine Hochzeit stattfindet und sich die Leute um Essensmarken anstellen. Da ich nichts essen möchte darf ich bei einem anderen Eingang

hinein. Die Halle war eine Sporthalle mit Tribünen auf beiden Seiten. Ich frage, wann denn die Hochzeitsfeierlichkeit anfängt und erfahre, dass sie bereits voll im Gang sei. Man merkt nichts. Laute Musik, die Leute laufen unkoordiniert herum nur am Ende des Saales gibt es einen langen Tisch mit 20200215_153708Hochzeitsgästen und dem Brautpaar. Schnell für euch ein Video gedreht und wieder zurück ins Hotel.

Ja, ich durfte dort bleiben und arbeiten. Aber nur eine Woche lang, denn ein Teil der Belegschaft fliegt dann nach Australien um einen Kurs zu besuchen. Ich willige ein und nach der Woche ging es wieder ohne Komplikationen über Brisbane nach Hause. Noch zwei Fotos aus dem dem 20200213_201113Hotel angeschlossenen Einkaufszentrum. Manchmal wird in Tracht gekleidet eingekauft. Und: Es gibt noch Geschäfte wo VHS Videokassetten verkauft werden. Also wer möchte, dem bring ich nächstes mal ein paar mit.

Das Coronavirus im Pazifik

Suva, Sonntag 9. Februar 2020, 23:30 Uhr

Wie angekuendigt gibt es von hier zur Zeit wenig zu berichten, da ich seit Jahresbeginn noch nicht auf Dienstreise war. Am Donnerstag soll es allerdings losgehen und – so Gott, oder besser gesagt die WHO (also die Weltgesundheitsorganisation) will – reise ich dann das erste mal nach Mikronesien. Genaugenommen sind es die Foederierten Staaten von Mikronesien, denn zum geographischen bzw. sprachlichen Mikronesien gehoeren auch die Staaten Palau und die Marshall Inseln. (Hab das nur fuer eure Bildung hinzugefuegt:-) )

Was die WHO damit zu tun hat? Nunja, Mikronesien hat eines der schaerfesten Zutrittsgesetze erlassen. Eine Einreise aus einem Staat der bestaetigte Faelle von Conoavirusinfizierten gemeldet hat, ist nicht gestattet. Daher muss ich auch kompliziert ueber Papua Neuginea fliegen. Die ueblichen Routen ueber Australien oder Hawaii sind geschlossen, da beide Laender bestaetigte Infektionsfaelle haben. Papua und Fiji habe hingegen noch keine bestaetigten Faelle. Noch nicht. Allerdings gab es in Fiji letzte Woche zwei Verdachtsfaelle und die Behoerden sendeten Proben an die WHO zur Ueberpruefung. Falls noch vor meiner Abreise diese Proben als positiv bestaetigt werden, war es das mit meiner Dienstreise. Da ich mein Ticket aber ueber Papua bereits gebucht habe, und die dort nicht so streng sind, koennte ich meine Mission vielleicht dorthin umlenken. Aber ob die dort so spontan fuer mich Zeit haben ist fraglich.

Generell sind die Staaten des Suedpazifiks sehr sensibel was solche Epedemien betrifft. Nach dem beispielsweise in Samoa die 20191124_120647Denguefieber Epedemie 2018 abebbte, forderte dort letztes Jahr der Ausbruch der Masern das Leben von 80 Kindern. Da ist man natuerlich darauf Bedacht die naechste Empedemie auszulassen, zumal sonst bald die ganze Insel envoelkert ist.

Ausser dass es hier zur Zeit Sommer und es daher verdammt heiss ist und auch gelegentlich kraeftig regnet, gibt es von hier wenig zu berichten. Ich arbeite,20200208_104247 gehe zum Sport und am Wochenende kaufe ich am Markt ein. Trotz der grossen Hietze ist es dort immer sehr interessant. Damit moechte ich es fuer heute belassen. An Bildern bringe ich einiges, was ich in den vergangenen Monaten fotografiert habe, aber bislang nicht veroeffentlicht habe.

20200201_134959