Urlaub im eignen Land

Samstag, 11. Juli 2020, Suva, 21:45 Uhr

Nicht nur ihr lest aufmerksam meinen Blog sondern auch ich lese die Nachrichten aus der Heimat. Und da habe ich den Aufruf eures/unseres Bundeskanzler gelesen, mehr Urlaub in der Heimat zu machen um den österreichischen Tourismus zu unterstützen. Schließlich ist dieser ja ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Noch mehr gilt dies aber für Fidschi da über ein Drittel der Wertschöpfung im Fremdenverkehr erzielt wird. Und darunter leidet Fidschi zur Zeit sehr. Also fühlt man sich aufgerufen Abhilfe zu schaffen und der Fremdenverkehrswirtschaft durch Kurzurlaube unter die Arme zu greifen.

Die Angebote sind zur Zeit günstig und man kann daher auch luxuriösere Hotels buchen. Allerdings haben viele Luxushotels geschlossen, denn deren Klientel kommt zur Gänze aus dem Ausland und dieses Segment ist vollkommen weggebrochen. Aber dennoch finde ich immer wieder nette Zimmer. Zwar mag man überfüllte Hotels nicht aber so leer wie sie zur Zeit sind ist auch ein eigenartiges Gefühl.

Letztes Wochenende war ich Tauchen und auch das ist eine Herausforderung denn viele Tauchbasen sind geschlossen. Mit einer der wenig geöffneten habe ich einen Tauchgang gebucht. Zwar ist die Tauchbasis nur eine Autostunde von Suva entfernt, aber da ich nicht gerne früh aufstehe bin ich bereits am Vortag angereist und habe mir ein Zimmer im Pearl Hotel in Pacific Harbor gebucht. Leicht zu googeln und für diejenigen die zu faul sind habe ich ein paar Bilder eingestellt.

Die beiden Tauchgänge waren sehr schön, allerdings ist mir beim ersten Tauchgang meine geliebte gopro-Videokamera abhanden gekommen. Die treibt jetzt irgendwo in der Südsee herum. Haltet ganz einfach nach einem kleinen orangen Punkt an der Wasseroberfläche Ausschau. Ich habe sie jedenfalls trotz einer sofortigen Suchaktion nicht mehr finden können. Habe statt dessen mit meinem Unterwasserfotoapparat weiter geknipst. Geht auch, wenngleich ein wenig unhandlicher und die Videoqualität ist nicht ganz so gut.

Tja, das war’s schon wieder für diesmal. Aber wenigstens weiß ich schon was ich euch beim nächsten Mal schreibe.

(Ein kleiner Tip noch: Alle Bilder in meinem Blog lassen sich anklicken. Dann werden sie größer und ihr könnt bequem nach links und rechts blättern.)

Suva Sammelsurium

Suva, Sonntag 21. Juni 2020, 10:00 Uhr

In meiner Besuchsstatistik sehe ich, dass eine kleine treue Fangemeinde immer noch meine Blogseiten besucht. Daher werde ich euch zur Belohnung wieder einen Beitrag schreiben, wenngleich nichts Weltbewegendes in den letzten Wochen passiert ist. Oder vielleicht ist es ja interessant zu erfahren, dass eben nichts passiert ist, dass in Fidschi nach wie vor eine nächtliche Ausgangssperre ab 22 Uhr herrscht und weiterhin Nachtclubs, Kinos, Schwimmbäder, Fitnesstudios, … geschlossen bleiben müssen, obwohl Fidschi bereits seit 60 Tagen Covid-frei ist. Worauf die Regierung wartet ist mir schleierhaft.

Von meinem Leben gibt es nichts Neues zu berichten und die Arbeit geht, wenn auch oft in gemäßigten Tempo voran. Falls ich mal einen kleinen Durchhänger habe und mich frage was ich hier auf dieser Insel mache, so sehe ich mir einfach mein Bankkonto an und hab auch schon die Erklärung. Schlecht bekomme ich ja hier nicht gerade bezahlt.

Ich sende euch zwei Fotos von meinem heutigen Besuch auf dem Markt (immer wieder ein Erlebnis, diese Gesichter, diese Menschen, diese exotischen Produkte, …), einer duschenden Frau die ich auf einer Landpartie gesehen habe und den Schlaglöchern hier in der Stadt. Diese sind richtig gefährlich, da einige von ihnen tief und groß sind. Tempo 50 ist zwar in der Stadt erlaubt, aber das wäre zu riskant. Viele Straßen vertragen nur 20 bis 30 km/h. Zumindest mit meinem Toyota ist nicht mehr drin.

Vorige Woche bin ich außerhalb der Stadt eine leere Straße entlang gefahren und habe es abwärts ein wenig laufen lassen. Prompt wurde ich von einer Polizei mit Laserpistole gestoppt. Der Herr hat mir die 91 km/h auf der Anzeige gezeigt und 25 Fidischi Dollar Strafe verlangt. Nach einem Blick auf meinen Führerschein und die Nummerntafel, hat er bemerkt, dass ich eine Diplomatenkennzeichen habe und hat mich weiterfahren lassen. Sehr praktisch.

Vor rund einem Jahr hatte ich eine Alkoholkontrolle, ich habe brav ins Röhrchen geblasen und da ich nichts getrunken hatte war es kein Problem. Allerdings wollte ich etwas ausprobieren. Nach dem negativen Test sagte ich, dass dies ein Diplomatenfahrzeug ist und er mich gar nicht kontrollieren dürfe. Er hat sich tatsächlich bei mir entschuldigt. Beim nächsten Test ein paar Monate später habe ich den Polizisten gleich darauf aufmerksam gemacht und ich musste keinen Test machen und durfte weiterfahren. Wäre für Fr. Bierlein interessant.

Und zu Beginn meines Aufenthalts hier, musste ich auf einem gebührenpflichtigen Parkplatz nichts bezahlen. Der alte Wächter meinte: Nein, von Diplomaten verlange er nichts. Da sieht man wieder einmal die Ungerechtigkeit dieser Welt: Die die sich’s leisten könnten müssen nichts bezahlen.

Das war’s für heute wieder. Ach ja, noch was. Ich arbeite gerade ein meiner Ausreise. Ich versuche das Land so in rund einem Monat zu verlassen, da ich etwas Abwechslung brauche. Vielleicht werde ich dann für ein paar Monate von Bangkok aus arbeiten. Haltet mir die Daumen!

Wenig Neues auf den Fidschis

Suva, Mittwoch 27. Mai 2020, 22:15 Uhr

Da bin ich wieder um euch ein wenig zu berichten. Ein „wenig“ ist diesmal wortwörtlich zu verstehen, denn es gibt wirklich nicht viel Berichtenswertes.

Die allgemeine Lage hier ist unverändert. Es gibt zwar mittlerweile keinerlei Covid-Fälle mehr aber nach wie vor gilt die nächtliche Ausgangssperre ab 22 Uhr und auch Kinos, Fitnesscenter, Schwimmbäder und Nachtclubs sind weiterhin geschlossen. Also heißt es für mich weiterhin das home-gym zu betreiben um keinen Coronaspeck anzusetzen und des nächtens … naja, wenngleich ich gerne ausgehen würde war mir bislang zuhause auch noch nie langweilig. Kurzum, es geht mir nicht schlecht obgleich es momentan wieder mehr Arbeit gibt.

Die ersten Urlaubsressort öffneten bereits wieder, obwohl es noch keine international Touristen gibt. Daher bemüht man sich um diejenigen Ausländer die im Land verblieben sind. Wie eben um mich. Die Hotels locken mit günstigen Angeboten. Ich war letztes Wochenende mit Arbeitskollegen auf der Insel Leleuvia, die nur 45 Minuten mit dem Auto und weitere 45 Minuten mit dem Schnellboot entfernt liegt. Da diese Insel weniger von ausländischen Touristen, sondern eher von Angestellten internationaler Organisationen in Suva besucht wird, fällt diesem Hotel das Überleben in der Krise leichter. Von dieser Insel habe ich euch bereits mindestens einmal berichtet. Damit ihr aber nicht zurückspulen müsst, habe ich euch hier ein paar aktuelle Fotos eingestellt. Natürlich war ich auch tauchen. Leider aber nur einmal, da am nächsten Tag schlechtes Wetter war. Dafür übte ich mich im Kajakfahren und stand-up-paddling.

Von meinem Tagesablauf unter der Arbeitswoche gibt es wenig zu berichten. Das home-office ermöglicht mir keinen Wecker für den Morgen stellen zu müssen. Mein Ziel ist es dennoch kurz nach 8 Uhr aus den Federn zu kommen. Und das schaffe ich manchmal sogar (stolz). Dann mach ich mir Frühstück. Wenn mir mein home-office zu langweilig ist gehe oder fahre ich in mein normales Büro, das zur Zeit leer steht. In der Mittagspause spaziere ich dann in der Stadt herum und kaufe mir etwas zu essen. … oder gehe mit einem Kollegen auf einen Kaffee.

Neben home-office und home-gym steht Hausarbeit auf dem Programm. Wäsche waschen, trocknen, bügeln, kochen, Geschirrabwaschen … nur für’s Saubermachen habe ich einmal in der Woche eine Hilfe. Damit ihr einen Eindruck bekommt, was ich mir zum Abendessen so koche, habe ich euch ein paar Fotos hiervon eingestellt.

Hier zum Abschluss noch die Bildbeschreibung (von links oben nach rechts unten): Gebratener Mahi-Mahi und Wahoo mit Gemüse und Reis, Chilli-con-Carne, Hühnerbrust mit Trüffelspaghetti, Pae-Naeng, gebratene Hühnerleber auf Reis und deren Zubereitung im darauf folgenden Bild.

So, das war’s schon wieder für heute. Alles Liebe euch allen …. und gesund bleiben!

Fidschi frei von Covid19 und meine Wohnung

Suva, Mittwoch 13. Mai 2020, 22:45 Uhr

Naja, die Überschrift übertreibt ein wenig. Es gibt zurzeit noch 3 Fälle. 13 Personen sind bereits genesen. Niemand befand sich je in einem kritischen Zustand oder starb. Noch gab es aber keine weitere Rücknahme von Beschränkungen. Nach wie vor sind größere Versammlungen untersagt und somit Kinos, Sportveranstaltungen, Fitnessstudios geschlossen. Habe meinen Vermieter gefragt, warum es immer noch eine nächtliche Ausgangssperre ab 22 Uhr gibt. Er erklärte mir, dass durch die Krise die Leute in Armut geraten und in der Folge die Kriminaldelikte steigen würden. Das möchte man eben vermeiden.

Weniger verständlich ist hingegen warum die Polizei so hart durchgreift. Über 20 Personen wurden in den letzten 24 inhaftiert. Hauptsächlich weil sie Rugby oder Basketball gespielt haben. 8 davon sind noch minderjährige Teenager. Hier gibt es die  Zeitungsberichte.

27 arrested for breaching restrictions in 24 hours

https://fijisun.com.fj/2020/05/12/20-arrests-made-last-night-for-covid-19-breaches-all-from-southern-division/

Zudem habe ich ja versprochen in dieser Zeit, in der sich sonst recht wenig tut, euch über meine Wohnsituation zu informieren. Dazu habe ich euch ein abendliches Foto von meinem Balkon auf die Hafenbucht und eines von dem Gebäude in dem ich wohne eingestellt. Und ganz unten gibt es noch ein Video von einer Führung durch meine Wohnung.

 

 

Leben unter Covid in Fidschi

Suva, Freitag, 24. April 2020, 22:20 Uhr

Und weiter geht es mit meinem Blog. Wenngleich nicht unbedingt mit Berichten über  spannende Abenteuer, so immerhin über die Schilderung der Lage in Fidschi und wie ich mich hier so unter den Bedingungen eingeschränkter Freiheit durch den Alltag kämpfe.

Generell ist die Lage hier in Fidschi hinsichtlich der Erkrankungen recht ruhig. Bisher wurden nur 18 Fälle festgestellt, wovon 10 Personen bereits wieder genesen sind. Die Regierung beteuert in den letzten 5 Tagen 140 Tests durchgeführt zu haben, und alle fielen negativ aus. Normalerweise würde man die geringe Zahl der Erkrankungen auf geringes Testen zurückführen, aber ich denke, dass das glaubwürdig ist. Die Zahl der unentdeckten Fälle würde nach nunmehr 3 Wochen explodieren und wäre nicht zu verheimlichen.

Die Regierung beginnt auch hier die Beschränkungen langsam zu lockern. Die Sperre um das Stadtgebiet wurde aufgehoben und die Geschäfte öffneten wieder. Zubleiben müssen nur Nachtclubs, Schwimmbäder, Kinos und Fitnessstudios. 😦   und Tauchen gibt es natürlich auch nicht, da die Hotels aus Mangel an Nachfrage geschlossen haben.

Die nächtliche Ausgangssperre gilt aber nach wie vor zwischen 20 und 5 Uhr. Die Regierung würde diese wahrscheinlich am liebsten immer beibehalten. Schließlich ist man sehr katholisch und in den Dörfern vieler Länder in der Region, gibt es von den Dorfältesten angeordnete permanente nächtliche Ausgangssperren. Auch wird auf Alkoholgeruch geprüft, habe ich mir zumindest in Tonga erzählen lassen. Nur die Stadtluft macht frei. In den Dörfern herrschen hingegen zusätzliche Dorfgesetze.

Jedenfalls scheint der lock-down auch hier seine wirtschaftlichen Spuren hinterlassen zu haben. Das Video habe ich heut am frühen Nachmittag in der Stadt für euch aufgenommen. Es dürften einige Geschäfte aufgegeben haben. Wirkt irgendwie traurig.

Euch interessiert sicherlich, was ich unter solch widrigen Umständen treibe. Nun ja, arbeiten einerseits. Zwar bin ich nunmehr flexibler mit meinen Aufstehzeiten und es kann schon mal halb zehn werden bis ich mich aus meinem Bett quäle und mir mein Frühstück bereite. Das besteht meist aus Haferflocken die mit Proteinpulver angereicherter Milch verrührt werden, dazu Grüntee und danach etwas Obst (Maracuja und Ananas). Klingt spartanisch … ist es auch. Aber auch Gesund. Am Wochenende mache ich mir zum Frühstück aber schon ham & eggs.

Neben der Arbeit lerne ich Gitarre (ich glaube euch davon berichtet zu haben, dass ich mir eine gekauft habe und per Youtube Unterricht nehme) und mache durchaus Fortschritte. Auch lasse ich mich – soweit es das Wetter zulässt – an meinem Swimming Pool sonnen, fahre in die Stadt und am Markt einkaufen, gehe entweder mit meinem spanischen Kollegen laufen und mach zu Hause mit den erworbenen Hanteln mein home gym. Ich bin in Form, das könnt ihr euch das gar nicht vorstellen. Da es nun bereits seit drei Wochen kein nächtliches Fortgehen mehr gibt, ist natürlich auch mein Alkoholkonsum beträchtlich zurück gegangen. Ich bin kein Alleintrinker sondern Gesellschaftstrinker. Außer vielleicht ein Glas zum Abendessen (siehe Foto). Habe zur Zeit sicherlich die Leberwerte eines 13jährigen.

Heute gab es Gewitter und den üblichen Stromausfall. Die Fidschianer führen die Leitungen aus Sparsamkeitsgründen über Land statt sie einzugraben. Werden die Masten dann durch starken Wind wieder einmal umgeweht oder es schlägt ein Blitz in die Leitungen, dann wird#s natürlich zappenduster. Heute war es wieder einmal soweit und ich musste mit einer kleinen Lampe im Dunkeln geduschen. Beim Kochen war denn Gott-sei-Dank der Strom wieder da. Hier seht ihr was rausgekommen ist.

Generell klappt das mit dem selbst Kochen recht gut und ich greife nur selten auf take-away zurück. Was ich da so koche? Steaks mit Reis und Gemüse, Spaghetti mit Meeresfrüchten,

Grillhuhn (ok .. das nehm‘ ich mir fertig aus dem Supermarkt mit und wärme es gegebenenfalls), gebratenen Mahi-Mahi (bitte selbst googlen was das ist) mit Reis und Gemüse, … und eben das von heute … ich glaub das hat keinen Namen. Dazu trank ich einen Riesling aus Australien, denn dankenswerterweise hat mir mein australischer Kollege wegen seiner plötzlichen Flucht seinen gesamten Weinvorrat hinterlassen und dazu noch einen tiefgekühlten Lammbraten, Schrimps und Muscheln.

Im nächsten Blog mache ich mit euch wahrscheinlich einen virtuellen Rundgang durch meine Wohnung. Bis dann und bleibt gesund.

Wirbelsturm Harold

Suva, Mittwoch 8. April 2020, 12:30 Uhr

Ich wundere mich selbst, dass es trotz meiner dienstreisefreien Zeit so viel von hier zu berichten gibt. Hier ist immer etwas los.

Nachdem es trotz reger Nachfrage nach Ausreiseflügen kein Angebot von Fiji Airways gab, fanden gestern gleich zwei IMG_1213Flüge statt. Einer nach Deutschland und einer nach Los Angeles. Was alle diplomatischen Bemühungen nicht ausrichten konnte schaffte der Wirbelsturm Harold. Da Fiji Airways die gesamte Flugzeugflotte am Boden geparkt hat, wurde man angesichts des nahenden Wirbelsturms leicht nervös und wollte zumindest die teuersten Exemplare außer Landes schaffen. Bevor die gesamte Flotte ohne Piloten aufsteigt.

Zwar wurden wir von der Botschaft in der Nacht vorher aufgefordert schnell zu buchen und zu packen. Jedoch wurde eingeräumt, dass das für jene die in der Hauptstadt Suva wohnen nicht gilt, da diese ja noch immer Sperrgebiet ist. Und ohne verlassen der Stadt gelangt man nicht zum Flughafen. An Bord scheint jedenfalls bei den Heimkehrern eine Bombenstimmung geherrscht zu haben, wie ihr auf den Foto sehen könnte.

In der Nacht wachte ich wegen des lauten Regens und Sturms auf. Harold war im Anmarsch. Im Zimmer war es stickig und heiß. 20200408_080618Ich kontrollierte die Klimaanlage. Diese war ausgefallen. Stromausfall. Meinen Frühstückstee musste ich mir am mit Gas betriebenen Herd zubereiten und eine kleine batteriebetriebene Laterne spendete mir Licht. Kurz kam der Strom zurück um gleich darauf wieder zu verschwinden. Die Handymasten funktionierten. Gescheiter Weise hat unser Chef bevor er das Land verlassen hat uns zurückgebliebenen nicht mit unseren Satellitentelefonen ausgestattet. Diese liegen jetzt allein in unserm Büro herum. Aber noch funktioniert das Netz und Harold beginnt sich langsam Screenshot_20200408-113211_Samsung Internetwieder zu entfernen. Habe für euch eine Videoaufnahme gedreht. Muss ehrlich gestehen, dass ich mir das schlimmer vorgestellt habe. Habe weder fliegende Hausdächer und Autos noch Kühe gesehen. Nicht mal ein entwurzelter Baum ist in meiner Umgebung zu sehen.

Die größten Schäden sind wahrscheinlich vom Regen zu erwarten. Der Regen hier ist oftmals beeindruckender als der Sturm. Wie beim berühmten Salzburger Schnürlregen kommt das Wasser nicht in Tropfen sondern als durchgehende Strahlen vom Himmel. Die Regierung warnt jährlich die Bevölkerung nicht zu versuchen, die die Straßen überflutenden Bäche zu durchqueren. Immer wieder werden Menschen und auch Autos fortgerissen. Auch führt der Regen hier oft zu Erdrutschen und Dörfer und Straßen werden weggeschwemmt. Von meinem Balkon aus kann ich die Hafenbucht sehen. Das Wasser ist komplett braun, da die angeschwollenen Bäche und Flüsse jede Menge Erdreich aus dem Landesinneren mit sich führen.

Ich glaube die Lage beruhigt sich schon ein wenig. Glück gehabt.

 

Ein Unglueck kommt selten allein

Suva, Montag 6. April 2020, 16:00 Uhr

Heute wurden in Fidschi zwei weitere Covid-Faelle bestaetigt. Allerdings stammen die beiden neu hinzu gekommenen Faelle alle aus schon vor einiger Zeit festgestellten Familien und waren bereits in Isolation. Somit gibt es eigentlich keine Verschlechterung der Lage hier zu vermelden.

Jedoch koennte ein weiteres Problem hinzukommen. Fuer Mittwoch wurde eine Wirbelsturmwarnung fuer Fidschi ausgerufen. Wir wurden aufgefordert unsere Vorraete zu ueberpruefen und uns auf einen in solch einer Situation durchaus ueblichen Stromausfall vorzubereiten. Also Handys laden, Akkutanks auffuellen, Kerzen und Batterien besorgen. Wer die Laufbahn dieses Wirbelsturms namens „Harold“ live mitverfolgen moechte kann sich das gerne unter dem link http://www.windy.com/?-16.275,170.813,5 ansehen. Auf dieser Seite kann man ganz unten einen Prognosezeitraum eingeben. Und wenn man den Schieber auf Mittwoch 15 Uhr Fiji time (5 Uhr Wiener Zeit) stellt, dann ist der Sturm nur wenig weit weg von Suva. Falls die Prognose nicht stimmt kann es weniger schlimm oder auch schlimmer werden.

Zur Zeit befindet sich das Zentrum gerade ueber Vanuatu und hat sich zu einem Wirbelstrum der Kategorie 5 aufgebaut. Das arme Vanuatu CycloneVanuatuhat bis heute nicht ganz die Schaeden seines bisher staerksten Wirbelsturms „Pam“, der dort im Jahr 1997 getobt hat und ebenfalls der Kategorie 5 angehoerte, verdaut. Damit scheint Vanuatu weiterhin die Liste der gefaehrlichsten Laender weltweit in Hinsicht Naturkatastrophen (Erdbeben, Tsunamis, Vulkanausbrueche und Wirbelstuerme) anzufuehren.

Jetzt bleibt nur noch zu hoffen, dass der Strum abdreht und seine Laufbahn in Richtung Fidschi und Tonga verlaesst.

Wuensche Oesterreich baldige Besserung.

 

Eingeschlossen

Suva, Samstag, 4. April 2020, 13:30 Uhr

Das mit der Flucht hat dann doch nicht geklappt. Zwar habe ich mein Visa rechtzeitig erhalten, aber wie befürchtet wurden andere Probleme schlagend. Mein Flug von den Fidschis nach Neuseeland wurde gestrichen, der Anschlussflug nach Hawaii allerdings nicht. Da ab Montag kein Transit durch Neuseeland mehr gestattet ist, blieb als letzte Hoffnung der Sonntag. Allerdings war es an diesem Tag genau umgekehrt. Der Flug nach Neuseeland fand statt, aber der Anschlussflug nach Hawaii wurde gestrichen. Also muss ich wohl dableiben.

Am Donnerstag war es dann soweit, und der Bundeskanzler von Fidschi musste nach einer 6tägigen Pause 2 weitere 20200402_154437Covid-Fälle verkünden. Diesmal zum ersten mal aus der Hauptstadt Suva, wo ich wohne. In seiner Ansprache (siehe Foto) verkündete auch eine Verschärfung der Maßnahmen: Suva wird abgeriegelt, die nächtliche Ausgangssperre auf 20 Uhr vorverlegt und alle nicht notwendigen Geschäftslokale sind zu schließen. Ein Posten der die Ausgangssperre kontrollieren soll befindet sich genau vor meiner Apartmentanlage. Auch hiervon habe ich ein Foto für euch gemacht.

Somit sind die Flughäfen, selbst für den Fall, dass es wieder Flüge geben sollte, nicht mehr zu erreichen. Da würden auch keine 20200401_214801Evakuierungsflüge aus der EU helfen. Somit ist fix: Ich bleibe hier.

Gerade da ich diese Zeilen schreibe trifft die Nachricht ein, dass 5 weitere Fälle entdeckt wurden. Jetzt scheint es auch hier richtig loszugehen. Der Bundeskanzler ist sauer und drohte in seiner Ansprache mit einer 24 stündigen Ausgangssperre. Ich halte euch auf dem Laufenden.

Auf der Flucht

Suva, Mittwoch 25. März 2020, 14:15 Uhr

Bitte um Entschuldigung, dass ich mich in dieser turbulenten Zeit so wenig gemeldet habe. Aber ich war sehr im Stress mit dem Organisieren meiner Ausreise, die bis jetzt noch nicht geklappt hat. Einige von euch in der Heimat haben sich bereits Sorgen gemacht und mir geraten mich bei unserem Aussenministerium zu melden, damit ich nach Hause gebracht werden kann. Wie bereits in meinem letzten Blog berichtet, ist das fuer mich nur Plan C. Außerdem müsste das ein Direktflug sein, da die großen angrenzenden Länder mittlerweile niemanden mehr durchlassen.

Fidschi hat mittlerweile den 5. Covid Fall zu beklagen. Man ist hier sehr streng und es wurden bereits mehrere Leute bestraft und unter Arrest gestellt – weil sie die Ausgangssperre in Lautoka missachtet haben – als es dort die ersten drei Covid-Faelle gibt.

Hatte einen Flug über Australien gebucht und bin drei Stunden per Taxi auf die andere Seite der Insel zum Flughafen gefahren. Dort hat man mir beim check-in gesagt, dass zwar nur Australier nach Sydney reisen dürfen, aber ich mit meinem Diplomatenpassen eine Ausnahme bekommen werde.

🙂

Ich solle zu einem anderen Schalte gehen, wo drei Beamte der austral. Einwanderungsbehörde Dienst tun. Die waren freundlich nahmen meine Dokumente auf und sandten das ganze nach Australien. Nun müsse ich auf die Antwort warten. Nach einer halben Stunde noch immer nichts. Nach weiterem Warten informiere ich meinen check-in. Die sagen mir, dass der Schalter bereits geschlossen ist und ich trotz gültigem Ticket nicht mehr mitkomme.

😦

Die australischen Grenzbeamten teilen mir mit, dass mein Antrag abgelehnt wurde. Mir bliebe nur per Internet um eine Ausnahme zur Durchreise anzusuchen und mir ein neues Ticket zu kaufen.

😦

Ich fahre wieder 3 Stunden mit dem Taxi zurück nach Suva. Habe meine angelegten Vorräte bereits verschenkt. Also werde ich morgen wieder einkaufen müssen. Aber nicht viel. Noch lebt ein Funken Hoffnung in mir. Und den Koffer werde ich auch nicht auspacken.

Ich schreibe noch in der Nacht dieses Gesuch. In der Früh kommt die Antwort mit Ablehnung. Nicht einmal 2 1/2 Stunden zur Durchreise im internationalen Transitbereich. Sehr grausam.

😦

Ich habe mittlerweile 4 Flugticktest verloren, weil entweder keine Durchreise durch ein Land mehr erlaubt war oder Fluege gestrichen wurden. So beispielsweise als plötzlich Australien und Neuseeland gemeinsam ihre Grenzen sowohl für die Einreise als auch die Durchreise sperrten. Nur Staatsangehoerige duerfen mehr einreisen.

Am nächsten Tag der nächste Schlag. Singapur schließt ebenfalls seine Grenzen. Fiji Airways stellte bereits seine internationalen Flüge ein. Auch Qantas hat dies bereits getan. Nur mehr Air New Zealand fliegt. Auch nach Fidschi.

Vorgestern habe ich bereits aufgegeben und mich mit der Tatsache abgefunden, dass ich hier bleiben werde. Unsere Botschafterin und ein paar australische Kollegen sind bereits in ihrer Heimat. Mein Chef und ein weiterer Kollege sollten morgen das Land verlassen. Dann bliebe nur mehr ich, mein spanischer Freund und Kollege und ein Südafrikaner. Mein Chef hat uns angewiesen, dass wir im Falle des Falles alle in sein Haus ziehen können. Verlockend, denn das ist ein ziemliches Anwesen.

Gestern keimte ein weiteres mal die Hoffnung in mir auf. Mein Chef meinte ich könnte über Neuseeland, das für uns seine Grenzen zur Durchreise wieder bis Sonntag geöffnet hat, nach Hawaii fliegen ( Santiago de Chile stand damals auch noch zur Auswahl, hat aber seine Grenzen mittlerweile auch geschlossen) und dort in einem Hotel für 2 Wochen unter Selbstquarantäne zu bleiben. Dass sei meine letzte Chance hier wegzukommen, denn dann lässt uns Neuseeland nicht mehr durch und es wird auch keine Flüge mehr geben. Habe sofort die Notfallnummer unseres Reisebüros in Washington angerufen. Die haben mir eine Reise von Nadi (Fidschi) nach Auckland (Neuseeland) und weiter nach Honolulu gebucht – letzter freier Sitzplatz. Und auch gleich das Hilton Hotel Waikiki Beach. Mit teilweisen Meeresblick, damit ich mich nicht so eingesperrt fühle, wenn ich zwei Wochen lang das Zimmer nicht verlassen darf. Danach dürfe ich – unter Einhaltung der physischen Distanz – mich frei bewegen.

🙂

Nach dem wieder Hoffnung und auch ein wenig Freude in mir wieder aufkeimten, kam der nächste Schlag. Ich habe kein zur Einreise notwendiges D4 Visum (für Angestellte internationaler Organisationen). Mein Chef meinte ich müsse die Reise stornieren, weil die Botschaften hier schon viele Leute in die Heimat zurückgeschickt haben und nur mehr Notbetrieb fahren. Daher werden keine Visa mehr ausgestellt. Ich war enttäuscht.

😦

Da ich diese Spiel mittlerweile schon kenne, habe ich die Reise natürlich nicht storniert. Am nächsten Morgen die Nachricht, dass der IWF interveniert hat. Die hiesige US Botschaft bat mich die unzähligen Anmeldeformalitäten im Internet auszufüllen. Das tat ich und nun ist die Hoffnung wieder zurück. Noch habe ich zwar nicht das Visa, aber ich glaube das sollte klappen.

🙂

Aber bis zu meinem Abflug am Samstag wären es noch einige Tage. Zwei Stunden später schon die Nachricht, dass der Flughafen in Nadi geschlossen werden soll.

😦

Eine Stunde später: Ab Sonntag.

🙂

Letzte Nachricht, aber nur Gerücht – schon ab morgen

😦

Und es kann auch passieren, dass bis dahin Suva (die Hauptstadt in der ich arbeite) unter Quarantäne gestellt wird. Eine Anfrage bei der UNO ob sie uns dann hinauseskortieren würde, wurde bereits abschlägig beantwortet.

😦

So geht es hier schon seit Donnerstag. Ich stehe unter Spannung. Pläne zerplatzen innerhalb von Stunden und neu Türen tun sich auf, die ebenfalls wieder platzen. Trotzdem geht die Türe langsam immer weiter zu. Jeden Morgen nach dem Aufstehen sieht man ängstlich aufs Handy. Jedes Signal einer eingegangenen Meldung verursacht eine unangenehme Vorahnung. Naja, bald sollte die Unsicherheit vorbei sein und ich kann mich wieder auf meine Arbeit konzentrieren – wo immer ich dann auch sein werde.

Bitte haltet euch an die Maßnahmen und bleibt gesund. Möchte euch irgend wann wieder sehen.

 

 

 

Erster Covid-19 Fall auf den Fidschis

Donnerstag, 19. Maerz 2019, 16:30 Uhr

Nun ist es auch auf den Fidschis soweit. Heute morgen wurde der erste Covid19 Fall bestaetigt. Ein Flugbegleiter wurde positiv getestet. Damit ist der Nimbus Fidschis‘ als Insel(n) der Glueckseeligkeit dahin.

Mein Chef hat mich in Vorausahnung bereits gestern gebeten einen Visaantrag fuer Australien zu stellen. Falls sich das Virus ausbreiten sollte (was es sicherlich tun wird), muessen wir evakuiert werden. Die Evakuierung hat weniger den Sinn einer Ansteckung zu entgehen, als in ein Land gebracht zu werden, dass ueber ausreichend Spitalskapazitaeten verfuegt (und Fidschi entspricht diesem Standard nicht).

In meinem Fall sieht die uebliche IWF Regelung vor, dass ich in mein Heimatland Oesterreich zurueckkehre. Dort wuerde ich weiter (tele)arbeiten, mein volles Gehalt bis zu drei Monate lang bekommen (auf Entscheidung vielleicht sogar laenger) und im ersten Monat auch eine Hotelpauschlae erhalten. Wie ich Schoolsdort allerdings hinkommen soll, wo doch Quantas, die AUA und noch weitere zahlreiche andere Fluggesellschaften ihren Flugbetrieb ganz oder zum Grossteil eingestellt haben, steht in den Sternen. Ausserdem moechte ich nicht. Meine alte Arbeit hat ihr Bureau Gebaeude geschlossen und ich koennte meine ehemaligen Kollegen nicht sehen. Auch mit Familien- und Freundeskontakten muesste ich mich zurueckhalten. Also moechte ich eine Rueckkehr vermeiden.

Mein Chef moechte entgegen dieser IWF-Regel, dass wir allesamt fuer ein paar Monate nach Brisbane in Australien ziehen (er selbst ist natuerlich Australier). Das waere toll, denn so koennte ich ein weiteres Land kennenlernen. HamsterAm Wochenende Kaengurus reiten und Koalabaeren streicheln, Motorradfahren, …. Aber selbst wenn ich ein Visa bekomme, heisst das noch nicht, dass wir wo wir doch aus einem Infektionsland kommen, einreisen duerfen. Und ausserdem haengt das von der Verfuegbarkeit von Fluegen dorthin ab, denn mit dem Schiff ist es ein wenig weit.

In den Fiji Times habe ich gelesen, dass in dem Ort mit dem ersten Fall die Eltern sofort ihre Kinder aus der Schule geholt haben. Ausserdem kommt es nun zu Hamsterkaeufen. Hier ein Foto bzw. der ganze Artikel. Ich halte mich zurueck, denn Falls wir evakuiert werden sollten, werde ich nicht das ganze Klopapier mitnehmen.