Die letzten Stunden in Wien

So, einige von euch haben mich bereits darauf aufmerksam gemacht, dass ich für heute Abend einen weiteren Beitrag versprochen habe. Ich weiß, es ist spät aber es gab mehr vorzubereiten als ursprünglich gedacht.

Ich wurde oft gefragt, ob ich schon aufgeregt bin. Eigenartig, dass die Aufregung noch recht klein ist – fast nicht spürbar – dafür ist aber die Wehmut umso größer. Viele Dinge die ich hier noch tue haben ein wenig den „das letzte mal …“-Gefühlshintergrund.

Ich habe so viele nette ArbeitskollegInnen und ich bin erstaunt, wie sehr ich von allen geschätzt werde. Am Dienstag hatte ich meine Firmenabschiedsfeier mit vielen Geschenken, wie einer Badehose mit WIFO-Logo und sämtlichen Unterschriften der Leitung und meines Forschungsbereichs oder einem T-Shirt, bedruckt mit typisch heimischen Dingen wie Schnitzel, Bier, Bergen und Schönbrunn. Konnte dann auch noch teilweise auf unserem Betriebsausflug am Donnerstag teilnehmen. Am Freitag absolvierte ich noch die Prognosepräsentation, räumte mein Büro fertig aus, gab meinen Eingangsschlüssel ab und auch meine Jahreskarte der Wiener Linien. So blank aller Insignien (eine Woche davor war ich noch stellvertretender Leiter) trank ich mit den wenigen die am Freitagnachmittag noch in meinem Stockwerk waren ein Glas Sekt. Dann hieß es aber wirklich Abschied vom WIFO zu nehmen. Ein schnelles Selfie noch von mir vor dem Institutsgebäudes ….. und ab zur Abschiedsfeier mit Familie und Freunden (hier gendere ich lieber nicht, damit hab ich schlechte Erfahrungen). Je mehr man die leichte Trauer der zu Verabschiedenden mitbekommt, desto nachdenklicher wird man. War’s die richtige Entscheidung? Aber ich denke ich hatte gar keine Alternative. Sowas muss man einfach annehmen. Man würde sich das Auslassen einer solchen Möglichkeit nie verzeihen.

Also: Koffer sind gepackt. Wohnung gereinigt. Blog schreiben …. mit Bier und sentimentaler Musik. Letzte Nacht. Seufz!!!

Mein braves Söhnchen, der TV-Kochstar, bringt mich morgen zum Flughafen. Es hätte sich auch mein bester Freund angeboten, aber es ist schöner vom Sohn gebracht und verabschiedet zu werden.

Bekomme zu dieser späten Stunde immer noch Verabschiedungsmails von Kollegen. Eines davon hat mich besonders berührt. Ein kurzer Ausschnitt: „Ich finde vor allem deinen netten Zugang zu Leuten und dein Engagement machen dich nicht nur als Wissenschaftler sondern auch als Leiter sehr gut geeignet und es hat mich sehr gefreut unter deiner Leitung am WIFO zu sein.Sowas zu lesen gibt ein tolles Gefühl,  macht mir den Abschied aber nicht unbedingt leichter.

Damit dieser Bericht nicht nur aus Buchstaben besteht, hier noch ein Foto von meinen gepackten Koffern. Mein Fidschi-GepäckUm den oftmals gemachten Sticheleien jetzt endlich zu widersprechen. Vier Anzüge, viele Hemden (keines davon im Hawaii-Stil), nur ein Paar Badeschlapfen, 4 Badehosen. Für Tauchsachen habe ich leider kaum mehr Platz gehabt. Flossen und Lungenautomat müssen zuhause bleiben, nur Schnorchel, Taucherbrille, Unterwasserkamera und das Brevet durften mit. Vielleicht hol ich mir bei meinem erhofften Heimatbesuch zu Weihnachten etwas davon nach.

So, nun lass ich es mal gut sein. Morgen um 10:35 Uhr startet mein Flugzeug und um 14:30 Uhr  Lokalzeit (20:30 Uhr CET)werde ich in Washington DC nach ziemlich genau 10 Stunden Flug ankommen. Den nächsten Blogbeitrag plane ich für Dienstagabend nach meinem ersten Briefingtag beim IWF. Da ist es aber bei euch schon 6 Stunden später. Also für euch zu lesen gibt es erst wieder Mittwochmorgen etwas, außer es passiert etwas Dramatisches was berichtenswert wäre. So Long …..

 

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