Abschied aus Washington

So, es ist geschafft. Meine briefing-Woche hier in Washington ist vorüber und morgen Abend geht es weiter über LA auf die Fidschiinseln. Ich habe mittlerweile das dritte Sicherheitsbriefing erhalten. Eines als online-Kurs, das eigentlich ein Test war der bestanden werden musste, eines von der Sicherheitsabteilung des IWF und heute eines von jemanden aus meiner Direktion. Da kann ja nichts mehr passieren. Kurz und gut es ist fast überall harmlos. Das einzige Papua Neuguinea gilt als High Risk Country und erfordert noch ein weiteres Sicherheitsbriefing. Das steht vorläufig noch nicht auf meinem Reiseplan. Ich organisiere alle Reisen sowohl zeitlich als auch personell und dürfte somit auch selbst überall persönlich hinfliegen. Allerdings sind 14 Reisen je zwei Wochen bis Ende März zu viel. Also sende ich Experten dort hin. Natürlich kommt einem sofort die Idee selbst die Gustostücke abzuarbeiten und die short term experts zu den langweiligeren Destinationen zu senden. Allerdings sinkt dann deren Bereitschaft überhaupt irgendwo hin zu reisen und es gibt kaum langweilige Destinationen. Naja, für mich scheint jedenfalls Anfang November Palau auf dem Programm zu stehen. Dann im Dezember Vanuatu und Ende Januar Anfang Februar Mikronesien. Vier weitere Reisen sind noch unbesetzt: Nauru, Samoa, Papua Neuguinea und die Solomon Inseln. Mal sehen was ich davon selbst mache. Das gehört ab Montag zu meiner Arbeit die angeblich zu 75% aus Management und Organisation besteht und nur zu 25% fachlich ist. Dafür hab ich nun Volkswirtschaftslehre studiert….

Ach ja, damit das Reisen leichter und schneller wird, hat man mir einen UNO-Reisepass ausgestellt. 20181012_195104Wie ihr auf dem Foto sehen könnt ist dieser hübsch blau und somit eher für Buben, wie ich einer bin, geeignet. Nur der Adler fehlt, denn der ist schon cool. Generell hat mir der Aufenthalt in Washington sehr gut gefallen. Jeder ist sehr freundlich aber vieles ist natürlich recht bürokratisch. Die Gebäude des IWF und auch das von der Weltbank gefallen mir gut. Sehr sonnig, nichts ist eng oder dicht gedrängt. Somit auch für klaustrophobe Leute geeignet. Kein Menschengetümmel, eher ruhig, ein wenig Grünzeug, elegante Architektur. Für mich besser als die Gebäude der EU-Institutionen.

Gestern und heute fanden die Länderbriefings statt. Die IWF country desks sämtlicher Inseln erklärten mir die dortige Lage und ihre datenmäßigen Wünsche. Manche Länder sind wirklich sehr spannend. Werde euch das aber hier jetzt ersparen und später berichten. Es scheint auf allen Inseln jeder sehr entspannt an die Arbeit heranzugehen was die IWF Leute, vor allem wenn sie nur kurz dort sind, sehr aufregt. Vanuatu ist angeblich hinsichtlich der auftretenden Naturkatastrophen auf zweiter Stelle in einer UNO-Liste. Verwüstet gerade einmal nicht ein Zyklon das Land so bebt die Erde regelmäßig. Dass Tuvalu in 50 Jahren nicht mehr existiert, da die gesamte Landmasse nur 1,5m über den Meeresspiegel liegt, ist sowohl der dortigen Bevölkerung als auch dem IWF klar. Trotzdem laufen die Beratungs- und Hilfsmissionen weiter.

Ja, dann war ich heute noch die Medikamente im Weltbankgebäude abholen. Da ich ja nun eine permanente Zutrittskarte besitze, die auch dort die Türen öffnet, gab es diesmal keine Zugangsprobleme mit dem Wachpersonal. 20181012_192746Was in dem Säckchen war, dass mir die nette Krankenschwester zusammengestellt hat, seht ihr auf diesem Foto. Einmal ein Insektenspray für die Kleidung und einer für die Haut, Malariatabletten und Durchfallpulver und ein kleines ominöses Tablettenpäckchen. Sieht genauso handgemixt aus wie der Beipacktext, den ich euch daneben hingelegt habe. Mein Vorgänger auf den Fidschis, der nicht mehr nach Großbritannien zurückgekehrt ist sondern beim IWF angeheuert hat (was angeblich sehr oft vorkommt) und mit dem ich mittlerweile viel gesprochen und auch mittaggegessen habe, hat mir begeistert von diesen Tabletten erzählt: Wenn dich eine Mücke sticht nimmst du eine Kapsel und es juckt nicht mehr, waren es mehrere dann werden zwei Kapseln genommen und wenn du drei einwirfst schläfst du wie ein Baby.

Von ihm hab ich in diesen Tagen am meisten gelernt. Die beste Insel in der Nähe der Hauptstadt um ein normales oder längeres Wochenende zu verbringen (fast ausschließlich Expats, tolle Bar mit gutem Rum, gute Übernachtungsmöglichkeit, Tauchbasis, ….). Auch bei welcher Bank ich meine Konten eröffnen soll und wie die Damen dort heißen, die mir eine günstige Konvertierung zwischen meinem US-Dollar und Fiji-Dollar Konten gewähren. Er hat sie bereits angeschrieben und mich angekündigt, ich scheine dort bereits erwartet zu werden. Noch zu Hause in Wien haben viele gelacht, wenn ich erzählt habe, dass ich vier bis fünf Anzüge mitnehme. Sie meinten, dass ein paar Hawaii-Hemden, Shorts und Badeschlapfen reichen würden. ….. diese Leute hatten offenbar doch recht. Mein Vorgänger aus Großbritannien, der für zweieinhalb Jahre mit Frau und zwei Kindern dort wohnte, hatte nur einen Anzug. Die Hawaiitracht sei dort auch in der Arbeit üblich. Damit ich meine Anzüge nicht ganz umsonst mitgenommen habe, hatte ich jeden Tag in Washington einen anderen an. 🙂 Er meinte auch, dass er wetten würde, dass ich länger als ein Jahr bleibe. Kaum wer bliebe so kurz dort, das lange briefing würde sich ja dann auch nicht rentieren. Es lebe sich wunderbar dort. Naja, ich sehe mir das mal selbst an bevor ich irgend eine Entscheidung treffe. Allerdings sehe ich das ganz aber nun mit viel mehr Begeisterung und nicht mehr nur als interessante Abwechslung. Ich freue mich schon riesig.

Was gibt’s noch zu berichten? Naja, wenn ich schon mal im Herzen von Washington arbeite, dann sollte schon die Zeit sein die paar Minuten zum Weißen Haus zu gehen. 20181012_174557Dort war ich dann auch und hab für euch ein Foto von Donalds Haus gemacht. Nicht der aus Entenhausen. Und morgen gehe ich ein paar elektronische Artikel kaufen. Hier ist ja alles billiger als auf den Fidschis wo es eine sehr hohe Importsteuer gibt, vieles ist aber auch billiger als in Europa. Mein Vorgänger auf Fidschi hatte auch hier einen Rat parat. Geräuschunterdrückende Kopfhörer, da die Flugzeuge dort ziemlich viel Lärm auf der Reise machen und ich ja sehr viel reise. Aber nicht die großen, denn die stören beim Schlafen, sondern die in-ear Variante. Also gut. Dann werde ich mal morgen shoppen gehen. Und nun ab ins hoteleigenen Fitnesscenter und vielleicht schaffe ich heute auch noch einen Jazzclub.

 

 

 

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