Das erste Wochenende

Sonntag, 21. Oktober 2018, 10 Uhr

Heute habe ich bis 7 Uhr durchgeschlafen. Gut, für Sonntagmorgen ist das normalerweise nicht wirklich eine Leistung, aber ich rechne es mir trotzdem als Erfolg an.

Gestern, am Samstag hatte ich das erste Mal Zeit meine Umgebung zu erkunden. Ich bin es ruhig angegangen und habe nach 100 Metern bereits das erste Mal angehalten um einen Kaffee zu trinken und die Fiji Times durchzublättern und dabei auch ein wenig das Straßenleben zu beobachten. Dabei habe ich in der Zeitung Fotos von Regierungabgeordneten im Parlament gesehen: alle im Hawaii-Hemd. Eigenartig: Die Fidschis sind von Hawaii soweit weg wie Norwegen von Afghanistan (habe ich gerade auf Google Maps nachgemessen). Irgendwie scheine ich hier um ein Hawaii-Hemd nicht herumkommen. Ich werde versuchen etwas halbwegs Dezentes für mich zu finden.

Ein wunderschön, exotisch-insulanischer Gebäudename:20181020_113245

Im Zentrum wird der Verkehr dichter aber man merkt doch die 85.000 Einwohner. Und das ist gut so. Ich mag Kleinstädte mir Großstadtallüren. Trotz einiger luxuriöserer Geschäfte in der Innenstadt (Kosmetik und Mode wie Addidas, ….) merkt man den Entwicklungslandstatus. Der Großteil der Bevölkerung scheint arm zu sein. Viele kleine Geschäfte die fast alles führen, die eher unordentlich sortiert sind, deren ausgestellte Waren entweder bereits vom Sonnenlicht, das durch die Schaufenster dringt, ausgeblichen oder verstaubt sind. Menschen, die ihre Dienste als Schuhputzer auf der Straße sitzend anbieten. Und auch die Busse lassen den wirtschaftlichen Entwicklungsstatus schnell erkennen.

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Während man unter der Woche fast überall nur Fidschianer bemerkt, wird hier erstmals der hohe Anteil an Indern offensichtlich. Diese dürften einkommensmäßig besser gestellt sein und treten erst beim Shoppen zu Tage. Sie dominieren das Innere der Einkaufszentren. Der Anteil an Weißen (Touristen oder Expats) ist sehr gering. Was mir natürlich sehr recht ist, denn dadurch habe ich eher den Eindruck etwas „Unverfälschtes“ zu betrachten.

Kein Marktamt, dass den Geschäftsgang am Fischmarkt durch Hygienevorschriften behindert.

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Very Basic everything. Ich mag dieses Flair und fühle mich durchaus wohl. Städte mit diesem Wohlstandsstatus gleichen überall auf der Welt einander sehr. Ich überlege wo ich Unterschiede erkennen kann und JA. Erst nach längerem Überlegen fällt mir ein Charakteristikum auf, das ich noch nirgendwo sonst gesehen habe und das vor allem angesichts des niedrigen Einkommensniveaus erstaunt: Es gibt keinerlei Zweiräder. Keine Roller, keine Fahrräder, keine Mopeds oder Motorräder. Nichts dergleichen ist auf den Straßen zu sehen. Bislang habe ich noch kein einziges gesehen. Das ist ein riesen Unterschied zu Asien, wo vor allem ärmere Leute auf Zweirädern unterwegs sind und diese das Verkehrsbild deutlich prägen. Auch in Lateinamerika sieht man sie häufig. Aber hier? Kein einziges bis jetzt. Lässt sich das mit dem Wetter erklären oder hat das vielleicht religiöse Ursachen? Ich versuche das in den nächsten Monaten herauszufinden und werde die Bevölkerung befragen.

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Und es hat natürlich gestern und heute schon wieder geregnet. Nicht mehr den ganzen Tag wie bei meiner Ankunft aber doch. Und der Wetterbericht verspricht auch für die nächste Woche keine wesentliche Änderung der Wetterlage. Und es ist noch nicht Regenzeit. Die kommt angeblich noch. 🙂

So, nach diesem ausgiebigen Wochenendbericht werden meine Beträge in den kommenden Tagen wieder spärlicher ausfallen, außer es gibt aus meinem Arbeitsleben wieder einmal Interessantes zu berichten. Für heute ist nicht viel mehr geplant. Wohnungsrecherche im Internet, Sport und falls sich ein wind- und regenfreies Fenster auftut dann ein Testrundflug mit meiner Drohne.

Viele Grüße euch allen daheim!

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