Das Essen und mein Auto

Suva, Mittwoch 7. November 2018, 16:30 Uhr EAT

So, weil es mittlerweile schon eingefordert wurde, ein Beitrag über das Essen hier. Da ich ja selbst gut und gerne esse und auch recht neugierig bin, hatte ich sehr hohe Erwartungen. Ich möchte vor allem die lokale Küche kennenlernen und das noch dazu in dem jeweiligen Land. Ich wurde schwer enttäuscht. Es gibt so gut wie keine Fidschi-Spezialitäten. Nicht einmal die Einheimischen essen so was. Mein Bürokollege fragte mich, warum ich das überhaupt probieren möchte. Bislang hab ich – trotz intensivem Herumfragen und googeln – noch kein typisch fidschianisches Lokal ausfindig machen können. Es gibt eine berühmte Speise die ein Salat aus Kokosnüssen und Fisch ist. Es gibt sie im ganzen Südpazifik und heißt überall anders. Hier Kokoda. Hab ich aber noch nie irgendwo bekommen. Falls es einmal soweit sein sollte berichte ich euch davon. Sieht jedenfalls hübsch aus.

Unbenannt
Kokoda

Das zweite bessere Gericht soll in Bananenblätter eingeschlagenes Fleisch und Fisch sein, das im Erdofen gegrillt wird, wofür im Freien eine Mulde im Boden ausgehoben wird. Das gibt’s aber nicht zu kaufen, sondern man muss bei einer Familie eingeladen werden. Daran arbeite ich noch.

Der Rest der Küche ist indisch, was sicherlich gut so ist. Die haben ein reichhaltiges Angebot unterschiedlicher Speisen, die stark aber gut gewürzt sind. Ich mag die indische Küche lieber als die in Österreich erhältliche chinesische. Also bin ich gut versorgt. Generell ist hier vieles indisch. Auch die Musik. Auch hier scheinen die Fidschianer wenig vorzuweisen zu haben. Allerdings mehr als in der Küche. Hört sich auch recht nett an, fast wie Chöre bei uns. Etwas aufgepoppt ist das auch in der Disko zu hören.

Was noch …. ja, mein Auto. Ich habe von meinem Vorgänger einen 8 Jahre alten Toyota Prius mit Hybridantrieb übernommen. Top gepflegt. Wie neu.  Nach einer Woche parke ich vor dem Fitnessstudio und als ich wieder wegfahren möchte … Fehlanzeige. Es gibt natürlich keinen Schlüssel den man wo hineinstecken und drehen könnte. Vielleicht ist ja auch nur die Batterie des Schlüssels leer. Ich reise daher am nächsten Tag per Taxi mit meinem Reserveschlüssel an, und auch wieder per Taxi nach dem Sport ab. Nichts tat sich. Pannendienst ruft man auch hier lieber nicht am Sonntag. Ich habs ja nicht eilig. Am Montag Mittag wieder mit Taxi hin und der Pannendienst sieht sich die Sache an. Batterie leer. Dachte diese Batterie ist so mächtig, dass man damit sogar das Auto antreiben kann. Nein, es gibt zwei Batterien. Die große ist vorne und die kleine, die der eines rein benzin- oder dieselgetriebenen Autos entspricht, hinten. Nur, wenn diese kleine Batterie im Kofferraum leer ist, wird sie auch nicht von der großen vorne unterstützt. Schade. Auch ist es so, dass wenn die kleine Batterie leer ist, alle Türen standardgemäß unversperrt sind, was Sinn macht. Nur der Kofferraum nicht – was wiederum keinen Sinn macht, denn wie soll man dann die Batterie dort wechseln. Der nette indische Herr zeigts mir. Fondstüren auf, Sitze umlegen, Bodenabdeckungen mühsam herauslösen, eine kleine Klappe öffnen, Finger hinein und die Kofferraumklappe entriegeln. So einfach. Aber dann muss die Batterie noch getauscht werden. Über Ladekabeln wiederzubeleben probiert er erst gar nicht. Eine neue Batterie muss her. Gut, dass der nette Herr vorausgedacht hat und eine passende für wohlfeile 150 Fidschidollar (70 Euro) gleich mitgebracht hat. Nach 10 Minuten schnurrt das Ganze wieder. Er will weiter 150 Fidschidollar fürs Kommen. Ok. Da ich nicht soviel dabei habe muss er mir zum Bankomaten nachfahren. Dann habe ich gleich das erste mal getankt. Einmal volltanken 40 Euro. Billiger als daheim. Dann die nächste Überraschung: Der Bordcomputer zeigt mir an, dass ich damit nun 1200km fahren könne. Wow … das ist ja doppelt so weit wie mit meinem Auto daheim. Da bin ich ja mal gespannt. Es sollte dann im Juli nächsten Jahres so weit sein. Ich werde euch davon berichten.

Das Fahren ist ein bisschen gewöhnungsbedürftig, da hier Linksverkehr herrscht. Ich muss mich also konzentrieren. Wenn Verkehr auf der Straße ist, ist es leichter. Einfach nachfahren oder sich an den Autos im Gegenverkehr orientieren. Aber wehe die Straße ist einmal leer. Da beginnt der rechte Straßenrand magnetisch anzuziehen. Aber es geht immer besser. Na das wird was wenn ich über Weihnachten wieder zurückkomme.

Ich kenne mich in der kleinen Stadt Suva schon recht gut aus. Kenne die Wege zur Arbeit und zum Fitnessstudio, in den Supermarkt oder zur Joggingstrecke.

Gestern habe ich meinen Fidschi-Führerschein bekommen. 20181106_132835_LIDas Umschreiben geht hier einfach und schnell. Und ich mag diese down-to-earth Ämter. Alles ist für mich so spannend und ich bin trotzdem entspannt. Ich fühle mich dort wie als Beobachter in einer virtual reality Welt und mich regt nichts auf. Die kuriosesten Sachen genieße ich eher weil ich davon berichten kann. Hier ein Foto von meinem Führerschein und mein Auto hat ein Diplomatenkennzeichen. So lässt es sich hier gut rumcruisen.

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Ich habe mich schon recht gut eingewöhnt und es macht Spass hier. Obwohl mein einziger bisheriger Kontakt mit dem pazifischen Wasser ein Wellenspritzer bei Laufen an der Uferpromenade gestern war. Aber da ich mich schon eingelebt habe, beginne ich mehr und mehr meine Wochenenden zu planen. Ich beabsichtige den Fischmarkt am Samstag in der Früh zu besuchen (das heißt kein Fortgehen Freitagnacht oder gleich danach zum Fischmarkt), am Samstag Vormittag soll auch ein Rugbyspiel stattfinden, was ich mir ansehen möchte, dann Rafting in einem Fluss, baden in einem tropischen Wasserfall, Haitauchen … alles angeblich hier gleich in der Nähe.

Heute habe ich frei. Heute ist das indische Lichterfest Divali. Bin schon gespannt. Aber ich stelle mich auf blinkende Neon- und LEDbeleuchtung und lautes Feuerwerk ein. Man kann sich das also als eine Mischung aus Weihnachten und Silvester bei uns vorstellen. Nur ohne Geschenke. Und wie bei uns zu Silvester wird auch hier schon einige Nächte zuvor schon tüchtig probegeschossen, nur dass das hier legal ist. Ich werde euch jedenfalls das nächste Mal hiervon berichten. Ich muss jetzt nämlich wirklich Divali feiern gehen. Es wird schon dunkel. Und man schießt schon ….

 

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