Heimweh, Sport, die Wahl und Weihnachten

Suva, Samstag 10. November, 23:15 EAT

Nun bin ich schon einen Monat aus Österreich fort. Ihr fragt euch sicherlich, ob ich schon Heimweh habe. Nein! Noch gar nicht. So lange es hier noch Neues zu entdecken und zu lernen gibt, spüre ich noch kein Heimweh. Nicht das Essen (auch nicht Schwarzbrot), nicht die Arbeit und schon gar nicht das Wetter. Ja, meine Kinder, meine Freunde, …. das schon ein wenig. In Österreich beginnt in der Zeit des grauslichen Wetters die Zeit des gemütlichen Beisammenseins. Ganslessen mit kräftigem Wein und guten Freunden. Und dann noch Weihnachtsmärkte. Aber zu Weihnachten und Neujahr bin ich ja wieder in Österreich. Satte 31 Stunden Anreise und 24 Stunden zurück.20181110_130043

20181110_101004Auch hier scheint es Weihnachten zu geben, schließlich gibt es auch katholische Kirchen. Gleich nach Diwali werden die Supermärkte umdekoriert. Es gibt Kunststoffbäume zu kaufen und auch auf dem Markt hab ich einen kleinen Dekobaum gesehen. Somit sind die Fidschis vielleicht sogar früher dran mit den weihnachtlichen Vorbereitungen.

Nächste Woche gibt es Wahlen auf den Fidschis. Selbst in der Kirche scheint man sich um säkulare Anliegen zu kümmern: es wird für faire politische Wahlen gebetet (war dort und habe mir das angehört). Eine Wahlempfehlung wurde jedoch nicht abgegeben. In den letzten 20 Jahren gab es nach den Wahlen bereits drei Militärputsche, da einige offenbar nicht mit dem Wahlausgang einverstanden waren. Bereits eine Woche vor der Wahl fahren Busse der Wahlkommission zu den entlegenen Dörfern um Stimmen einzusammeln. Nächste Woche am Mittwoch geht es in den Städten und somit auch in Suva los. An diesem Tag ist arbeitsfrei. Eigentlich auch für mich, aber ich bin ja auf Dienstreise und eh nicht da. (Ich bekomme diesen Tag aber auf meinem Urlaubskonto gutgeschrieben – Juhu). Die UNO empfiehlt dem Nichtwahlvolk besser zu hause zu bleiben. Auf den Straßen sind Schilder mit den Anleitungen zur Wahl zu finden. Wie anzukreuzen ist, was mitzunehmen ist (Ausweis, Schirm (für Regen oder das Anstellen in der Sonne), etwas zu trinken). Das Fernsehen strahlt neben Belangsendungen auch Warnungen aus, dass keine Lügen über die Parteien erzählt werden dürfen ( 🙂  ), dass man keine Wahlplakate zerstören darf, ….  seht selbst im Video.

Als ich heute Nachmittag zum Fitnessstudio kam staunte ich nicht schlecht, als in einem der Nebenräume eine Trainingsveranstaltung der Wahlhelfer*innen statt fand. Ich machte ein Foto ohne zu wissen warum es genau ging. Eine Dame – die zuerst dachte ich sei ein internationaler Wahlbeobachter der UNO – klärte mich auf, dass hier geübt wird. Die, die sich freiwillig auf die Ausschreibung gemeldet haben, werden nun eingeschult. Sie werden nicht wie bei uns von den unterschiedlichen Parteien rekrutiert aber müssen einen Schwur ablegen. Die Dame hat mich gebeten das Foto nicht über social media zu verbreiten. Da ich aber schon wusste, dass ich dieses Foto bloggen möchte, habe ich geantwortet, dass man doch stolz sein sollte wenn ich auf diese Weise belege, wie gut man sich hier auf die Wahl vorbereitet. Es wird schon nicht so schlimm sein. Hier das Foto der Übung:

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Ach ja, Sport hab ich vergessen. Nicht meine Aktivitäten sondern die der Fidschianer. Eigentlich würde man meinen, dass diese Leute nicht viel Sport treiben. Wie in fast allen einkommensschwachen Ländern, ist hier ein Großteil der Bevölkerung übergewichtig.  Andererseits sieht man bei schönem Wetter viele Leute im Freien, die sich sportlich betätigen oder spielen. Nix fernsehen zu hause.

Die jungen Männer spielen Rugby, die Frauen machen gemeinsam Gymnastik ein wenig abseits der Straße und die Kinder laufen herum. Soweit ich glaube betrifft das sowohl Inder wie auch indigene (Polynesier). Wobei die Inder generell schlanker sind. Irgendwie ist es schwer diese oft zu sehenden Sportaktivitäten mit dem Übergewicht in Einklang zu bringen. Ich glaube, dass es entweder eine Altersangelegenheit ist (also zB. bis 30 sehr sportlich und danach übergewichtig) oder eine duale Aufteilung der Bevölkerung. Also eine Hälfte ist sehr aktiv und die andere Hälfte gar nicht. Mit recht wenig Leuten dazwischen.

Besonders gut habe ich diesen Anblick gefunden. Ein Spielplatz nur für Erwachsene (mit allerdings sehr kindlichen Geräten). Sowas kennt man eigentlich bei uns nur von Thermen und Hotels.

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na endlich

Das war’s auch schon für heute. Ich muss ins Bett. Morgen früh geht es auf eine zweiwöchige Dienstreise nach Vanuatu. Eine der wohl schönsten Inselgruppen dieser Region. Ich bin schon gespannt und in freudiger Erwartung. Und lass euch natürlich auch wieder daran teilhaben. Für manche solle es ja ein Lebenstraum sein dort hin zu kommen.

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