Shark diving in Beqa Laguna

Suva, Dienstag 4. Dezember 2018, 21:45 Uhr, SUT

Das ist eines der Vorzüge eines Jobs in der Südsee und einer der Hauptgründe warum ich Österreich verlassen habe. Natürlich nur wenn man meeresafin ist wie ich es bin . Tauchen, Segeln, Schwimmen, … Wer hingegen ein typischer Alpenländler ist, der die Bergwelt, den Hüttenspeck und das Schifahren braucht, tut sich hier hingegen schwer.

Ich stehe extra um 6 Uhr morgens auf. Weit vor der üblichen Zeit. Aber angeblich gibt es neben zahlreichen kleineren Riffhaien auch die massiven Bullenhai und – mit ein wenig Glück – auch ab und zu Tigerhaie zu beobachten. Das wäre was. Hatte schon mittlerweile schon einige tolle Haibegegnungen und davon auch tolle Videos gemacht. Tiger- und Bullenhaie gehören zu den für Menschen zweit- und drittgefährlichsten Haien. Wer an der Spitze steht, brauch ich euch doch nicht zu erklären. Das wisst ihr aus diversen einschlägigen Filmen.

Die Fahrt kostet mich knapp eine Stunde. Es ist ein schöner Tag. Sonnig und noch nicht allzu heiß. Das Meer lockt zu linker Hand azurblau. Ich fahre durch Dörfer. Staune immer wieder wie armselig diese Leute hier wohnen. Eine Hütte, etwas über der Erde. Die Türe offen. Im Inneren sitzen die Kinder auf dem Boden. Oder rennen draussen herum, neben Hühnern und Ziegen. Würde sehr gerne Aufnahmen davon machen und sie euch zeigen. Das macht man aber nicht und es wäre mir peinlich. Aber ich habe vor einmal ein „homestay“ zu machen. Das heißt in einem Dorf bei einer Familie gegen Entgelt zu übernachten. Nur ich und die Dorfbewohner. Viele Dörfer sind noch nicht an das Wasser- und Kanalnetz oder das Stromnetz angeschlossen. Auch Handynetz ist nicht zu erwarten. Was geht da am Abend ab? Gibt es Lagerfeuer, Tanzen und Kava? Was gibt es zum Abendessen? Oder werde das etwa ich sein? Fragen über Fragen.

Aber nun zurück zum derzeitigen Abenteuer. Wir verlassen mit dem Schnellboot und rund 15 Leuten an Bord eine Flusslauf Richtung Meer zur Lagune von Beqa (gesprochen: Benga). Neben den Tauchgästen und dem Kapitän sind noch die Tauchguides und ein Meeresbiologe mit dabei. Dieser kommt von der University of the South Pacific in Suva und erzählt uns über Bullenhaie. Diese werden von ihm und seinem Team mit Sendern versehen (getaggt), diese sammeln am Hai fixiert zuerst für rund ein Jahr lang Daten sammeln und lösen sich danach von selbst von den Haiflossen, treiben zur Oberfläche und erst dort werden dann Daten an einen Satelliten übermittelt. Dieser leitet diese dann zur Auswertung weiter. Was mir neu war ist, dass Bullenhaibabys – ähnlich wie Lachse – im Süßwasser in Flüssen und Seen aufwachsen und erst dann ins Meer wandern.

Wir bekommen beim ersten von zwei Tauchgängen drei Fütterungen präsentiert. Eine in 30 Meter Tiefe, eine in zehn und eine in fünf Metern tiefe. Ich bin gespannt. Wir springen hinein. Das Riff ist phantastisch.

 

Tolle Korallen, viele bunte Fische, Meeresschildkröten, … Wir Gäste müssen hinter einem Korallenwall Platz nehmen. Dann werden kleine Kontainer mit Futter ins Wasser gelassen. Es dauert nicht lange und unzählige Fische versammeln sich zum Festmahl.

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tak, tak, tak, da kommen sie

Auch die ersten Haie zeigen sich im tiefen Blau. Die eleganten Jäger schwimmen zügig aber ohne hektische Bewegungen. Kein Blutrausch oder so. Ein Tauchguide fischt mit seinem Haken einen Tunfischkopf aus dem Behälter, steigt über uns auf um ihn vor den Tauchen heruntersinken zu lassen. Die kleinen Fische knabbern aufgeregt, machen aber schnell dem sich nähernden Hai Platz, der sich gleich den ganzen Happen einverleibt. Kein anderer Hai macht ihm den Fang streitig. Eigentlich geht alles sehr zivilisiert von statten.

Die Darbietungen auf 10 und 5 Metern Tiefe sind ein wenig hektischer. Die Haie kleiner und flinker. Das Meer erscheint wie eine richtige Fischsuppe. Manchmal lassen sich die Haie nur schwer hinter einer Wolke aus kleineren Fischen ausmachen. Wir gehen wieder an Bord und es werden Tee und Kekse gereicht. Der zweite Tauchgang wird ebenfalls dort durchgeführt. Allerdings gibt es nur zwei Haifütterungen und geringere Tiefen. Leider gibt es auch diesmal keinen Tigerhai zu sehen. Dafür haben wir anschließend Zeit abseits der Haie das Riff zu erkunden. Es gibt Schildkröten zu beobachten, herrliche Fische wie Leopardendrückerfische, Kaiserfische und natürlich Nemos. Die Formationen von Hartkorallen sind beeindruckend bunt.

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Dann wieder zurück an Bord und in rund 15 Minuten sind wir wieder bei der Tauchbasis. Der Meeresbiologe fragt mich ob ich ihn und die Bürokraft der Tauchbasis nach Suva zurück mitnehme. Natürlich bin ich einverstanden. Ich frage ihn dafür während der Fahrt ordentlich aus. Die schönsten Plätze in der Umgebung von Suva, Tauchreviere, Saisonzeiten für Manta, Tigerhaie, Bullenhaie etc. Ich verspreche ihm wiederzukommen und hoffe insgeheim, einmal bei einem meeresbiologischen Projekt mitmachen zu dürfen. Das Taggen von Haien wäre top on my bucket list. Ich bin froh, dass ich seit Jahren ein österreichisches Haiprojekt sponsere. Diese eleganten Tiere werden immer weniger. Neben der Fischerei setzt ihnen das Finning zu. Den gefangenen Tieren werden bei lebendigem Leib die Flossen abgeschnitten und dann werden sie wieder ins Meer zurück geworfen. Schwimmen und Manövrieren ist dann nicht mehr möglich. Die Tiere sinken auf den Grund und wenn sie nicht vorher verbluten dann verhungern sie dort. Also bitte: keine Haifischflossensuppe essen.

Schluss für heute. Im muss noch meine Koffer packen. Meine Organisation feiert ihr 25 jähriges Bestehen auf der anderen Seite der Insel in einem Luxusressort. Da darf ich dabei sein. Die Ex-Premierministerin von Neuseeland wird auch zu einer Rede erwartet.

I’ll keep you informed.

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