Lagebericht aus PNG

Port Moresby, Donnerstag 5. April 2019, 22:40 Uhr

Nun bin ich schon knapp zwei Wochen hier auf Papua Neuguinea und es gibt wieder einiges zu berichten. Die Arbeit verlaeuft fuer mich 8FB5212D-62DB-4402-8394-8402CA31C72Esehr erfolgreich. Hier kann man mangels Daten echt kreativ sein. Meine Loesungsvorschlaege kommen bei meinem australischen Kollegen gut an und ich habe den Kern meiner Arbeit eigentlich schon erfolgreich abgeschlossen. Das Buero ist ein wenig spartanisch. Kein Internet (Gott-sei-Dank habe ich meine eigene SIM-Karte) und als ich nach Trinkwasser gefragt habe, wurde ich aufgeklaert, dass man sich das selbst in Flaschen von zu Hause mitnehmen muss.

Zur Arbeit haette ich von meinem Hotel nur 15 Minuten Fussweg aber ich muss den ueberteuerten privaten Sicherheitstransport nehmen. Kostet77C8ECBB-09A4-4326-9CEA-E9E2B235D711 fuer ein paar Minuten Fahrtzeit satte 14 Euro. Also teurer als in Wien. Nach Hause werde ich mittlerweile mit dem Firmenwagen gefahren, mit dem auch andere Angestellte nach Hause gebracht werden. Wollte auch schon mal zu Fuss gehen, da das Hotel in Sichtweite ist. Solche Zeitungsartikel wie auf dem Foto schrecken allerdings ab.

Die bettelnden Kinder an den Ampeln sind ein bedrueckender Anblick. Junge Burschen um die 10 Jahre alt in zerfetzten Kleidern die auch bei Regen ihrem Geschaeft nachgehen. Auch hier gibt es keinerlei Motorraeder zu sehen und schon gar keine Fahrraeder. Warum ist mir nicht ganz klar. Viele Einheimische sind zu Fuss unterwegs und koennten stattdessen gut mit dem Fahrrad vorankommen.

Am Wochenende war ich ausserhalb der Stadt tauchen. Hierzu wurde ich vom Bus der Tauchbasis vom Hotel abgeholt. Ich habe4D5CDFDA-EE10-4646-8CA3-603F085B516E meinen Sicherheitschef gefragt und der hat sich beim dortigen UNO -Stuetzpunkt erkundigt. Da es im letzten Jahrzehnt diesbezueglich keinerlei Zwischenfaelle gegeben hat, war man einverstanden. Habe noch nie ein so schoen mit Korallen bewachsenes Wrack gesehen und Fische gab es zu Hauf zu bewundern. Beim zweiten Tauchgang filmte ich eine Seeschlange und eine Sepia (Tintenfisch mit Tentakeln am Kopf) liess sich sogar von mir streicheln. Dazu liess sie ein praechtiges Farbenspiel ueber ihren Koerper rauschen. Wir sind jetzt Freunde.

Am naechsten Tag, Sonntag, nahm mich ein Einheimischer der hier fuer eine internationale Organisation arbeitet, in seinem Jeep auf eine F8677C61-3AE0-4B34-BBDA-012A77EB79A5Landtour mit. Leider besichtigten wir kein Dorf aber entlang der Strasse gab es spannende Maerkte. Ich probierte wieder einmal eine der dort allgegenwaertigen Betelnuesse. In Bhutan sind diese in ein gruenes Blatt mitsamt etwas Kalkpulver eingewickelt. Das ganze steckt man sich in den Mund und kaut und spuckt. Damals schmeckte das entsetzlich und ich spuckte es bald wieder aus. Hier wird die Frucht aufgebrochen und gekaut. Mit dem Mund befeutet man ein pflanzliches Wuerstchen (aehnlich wie die Fruchtstaende unserer Birken), tunkt es in Kalkpulver und kaut das dazu. Waehrend ich damals in 957EEA23-A5CE-4F38-95E7-B5F5CBA9381BBhutan nichts gespuert habe, wurden diesmal meinen Haende und Knie zittrig. Mein Puls rauschte nach oben wie nach zwei doppelten Espressi. Gott-sei-Dank haelt die Wirkung kuerzer als bei Kaffee und nach einer halben Stunde war der Spuk vorueber.

Die Maerkte waren sehr „down-to-earth“. Mehr als in Fidschi oder sonstwo. Ein paar Staende mit Blaettern bedeckt. Schmutzige Menschen 99B67D75-6879-4CA6-98AC-2A196D5D0A30und ebenso schmutzige aber umso suessere und froehlichere Kinder. Die Leute kommen am Wochenende aus dem Hinterland um ihre kargen Ernten an der Strasse zu verkaufen. Es gibt neben Obst und Gemuese auch Fleisch zu kaufen. Hauptsaechlich kleine Kaengurus (Wallabies) und Opossum (siehe Foto). Mein Guide wollte unbedingt so ein Kaenguru weil die so gut schmecken, jedoch fand er den Preis ueberteuert. Ich habe mich nicht getraut etwas von den gegrillten Speisen zu essen.

Diese Maerkte sind fuer unsereiner sehr spannend und wirken friedlich. Das kann sich aber schnell aendern. Kleine Streiterein koennen hier binnen Minuten zu Massenschlaegereien ausarten. Und  dann kommen auch Buschmesser gerne zum Einsatz, die ja nicht gerade zum kleinen Besteck zaehlen, wie wir wissen. Am gleichen Tag passierte so etwas in der Nachbarstadt, wie ich am Montag in der Zeitung lessen konnte. Die Zeitungen hier sind generell von Greueltaten gespickt. Mord, Totschlag, Vergewaltigung, Kindesmissbrauch, Korruption. Das ganze Programm eben. Und auch dass LehrerInnen schon seit Monaten auf ihr Gehalt warten. Naja, die fuer die APEC-Konferenz von der Regierung angeschafften 42 Maseratis waren wahrscheinlich nicht geschenkt.

68069110-A199-46C4-8C85-CE8EF04266B1

2F472017-EA9E-4AC8-9992-F50D5EE83A0F

0EE5B031-80FF-48AC-A5B2-69BDDB2DEFF3

Dieses Wochenende gehe ich wieder tauchen und habe unseren Sicherheitchef um Vorschlaege fuer den anderen Tag gebeten. Wird vielleicht interessant, wenn auch nicht so spannend wei beim letzten Mal. Haette so gerne mal ein Dorf – am besten auf dem Land – besichtigt. Aber ich muss ja in den kommenden Monaten nochmals fuer je zwei Wochen hierher. Natuerlich werde ich euch vom Wochenende berichten.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s