Zweite Reise nach Papua Neuguinea

Port Moresby, 9. Oktober 2019, 10:00 Uhr

Die Weiterreise nach Papua Neuguinea verlief problemlos, wie auch die erste Arbeitswoche. Am Wochenende wollte ich – wie bereits im April geplant – mit meinem hiesigen Freund ins Landesinnere zu seinem Stamm fahren und dort auch eventuell uebernachten. Natuerlich habe ich ihn vorab gebeten zu klaeren, ob sein Dorf keine ungeloesten Probleme mit einem anderen Dorf habe. Der Bericht von den beiden Doerfern die sich vor zwei Monaten gegenseitig abschlachteten liess mich doch vorsichtig werden.

Waere sicherlich eines meiner groessten Abenteuer gewesen. Leider schien es, dass er keine Zeit hatte. Das Wetter war dann am Samstag ohnedies bewoelkt, windig und ab und zu regnete es. Ich blieb also statt des Abenteuers im Hotel, ging ins Fitnessstudio und ins angeschlossene Einkaufszentrum, wo ich mir neue Schuhe kaufte. Am Sonntag wurde ich dann zum Tauchen abgeholt. Gleiche Tauchbasis, gleicher Tauchplatz, gleiches Wrack wie im April …. gleich wunderschoen. Fantastischer Korallenbewuchs und jede Menge grosse, kleine und bunte Fische. Wuerde dort sogar mehrmals tauchen. Hier ein Foto von der familiaeren Idylle gleich neben der Tauchbasis.

20191009_111643[1]

Am Montag ging es in meiner Arbeitsstaette hoch her. Die neue Regierung hat die Fuehrungsebene vor kurzem ausgetauscht und teilweise inhaftiert. Die ehemaligen Angestellten haben vor Gericht Recht bekommen und wollten nun zurueck an ihren Arbeitsplatz, unterstuetzt von ihren Stammesfamilien, wie es hier so ueblich ist. Da die Wache am Eingang ihnen den Zutritt verwehrte drangen sie mit Gewalt ein. Von meinem Buerofenster aus warLaerm zu hoeren und ich habe gleich ein Video fuer euch gedreht und die Lage beobachtet.

Menschen mit Buschmessern liefen auf dem Hof herum und einer schlich geduckt mit Pfeil und Bogen (wie ich damals in meiner Kindheit beim Cowboy und Indianerspiel) um die Gebaeude. Ich wartete ab und beobachtete. Ich war nahe daran die UNO anzurufen um mich herauszuholen. Habe ja jede Menge Notfallsnummern vor meiner Abreise erhalten. Die Situation beruhigte sich jedoch am Gelaende, wenngleich es davor heftig weiterging. Laut dem unten abgebildeten Zeitungsbericht wurden zwei Personen durch Pfeile und einer durch ein Buschmesser verletzt. Unser Chef gab allen fuer den Rest des Tages aus Sicherheitsgruenden frei und ich wurde nach Hause transportiert. Unabhaengig davon hoerte ich in der Nacht von meinem Hotelzimmer im siebten Stock aus Schuesse und sah wie jemand auf der Strasse davonlief. Hier geht es echt zu.

Am naechsten Morgen fuhr ich wieder zur Arbeit und las in der Zeitung einen Bericht ueber den Zwischenfall (siehe Bild). Als 20191008_083635gegen Mittag die Nachricht eintraf, dass ein Bursche der gestern bei dem Konflikt einen Messerstich erlitten hatte, im Spital verstorben sei, brachte man mich wieder rasch wieder in mein Hotel, da mit einem Rachefeldzug gerechnet warden muss. Die UNO, der IWF Sicherheitsdienst und mein Fidschibuero  berieten danach was zu tun sei. Man werde mich informieren, ob ich meine Mission abbrechen und nach Suva zurueckzukehren soll oder weiter bleibe.

Naechsten Morgen (also gerade eben) bekam ich die Anweisung, dass ich bleiben soll. Ich sollte selbst entscheiden, ob ich ins Buero fahre oder hier vom Hotel aus arbeite. Ich muss ohnehin einen Anruf meiner Arbeitskollegen abwarten ob die Luft rein ist. Na dann warte ich mal. Ich sende euch jedenfalls liebe Gruesse und verspreche euch auf dem Laufenden zu halten.

Ein Kommentar zu „Zweite Reise nach Papua Neuguinea

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